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BVB-Profi Sancho sorgt nur noch auf dem Platz für Wirbel

Den Ball fest im Blick: BVB-Profi Jadon Sancho will auch gegen Mainz glänzen.

Den Ball fest im Blick: BVB-Profi Jadon Sancho will auch gegen Mainz glänzen.

Foto: firo

Dortmund.  BVB-Profi Jadon Sancho ist wieder im Aufwärtstrend. Im Klub hatte man ohnehin nie den Eindruck, dass der Jungstar einen Wechsel erzwingen wollte.

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Die Frage ist noch gar nicht beendet, da schüttelt Lucien Favre schon den Kopf. „Das ist vorbei, wir müssen nicht mehr darüber sprechen“, sagt der Trainer von Borussia Dortmund vor dem Spiel bei Mainz 05 (Samstag, 15.30 Uhr/Sky). Gemünzt ist die Antwort aber nicht auf den Gegner, sondern auf einen eigenen Spieler: Jadon Sancho.

Genauer gesagt geht es um die Frage, ob Sancho gelernt hat aus den Ereignissen der jüngeren Vergangenheit: Nach einer Länderspielreise kam er einen ganzen Tag verspätet in Dortmund an und wurde für eine Bundesliga-Partie suspendiert. Vor dem Champions-League-Spiel beim FC Barcelona erschien er verspätet zur Mannschaftssitzung und wurde aus der Startelf gestrichen.

Alles vorbei. Inzwischen macht Sancho wieder mit sportlichen Leistungen Schlagzeilen. Beim 2:1-Sieg gegen Slavia Prag am Dienstag schoss er ein Tor und bereitete eins vor. Insgesamt kommt er in den vergangenen fünf Spielen auf sechs Treffer. „Er hat alles gegeben – wie alle anderen auch“, lobt Favre. „Es waren sehr viele intensive Läufe, er hat das sehr gut gemacht. Auch sein Pressing ist sehr clever.“

Lob für seine Defensivleistungen gab es selten

Es sind Worte, die man noch nicht oft über Sancho gehört hat – für sein Defensivspiel wurde der 19-Jährige bislang eher selten gelobt. Beim 0:4 gegen Bayern München wechselte Favre ihn sogar schon nach 36 Minuten aus, weil er die Rückwärtsbewegung vollkommen verweigerte.

Die Offensivleistungen des Engländers sind ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Auch in jenen Wochen, als sich der BVB in der Liga schwertat, als auch Sanchos Form nicht die beste war, war er stets einer der torgefährlichsten Borussen. Seine Dribblings können Abwehrketten auseinanderreißen, seine Pässe finden meist präzise ihr Ziel. Nur die Entscheidungsfindung bleibt verbesserungswürdig, auch beim Sieg gegen Prag rannte sich der schnelle Flügelspieler zu oft fest.

Der Engländer bleibt unverzichtbar

Dennoch: Sportlich ist und bleibt Sancho unverzichtbar. Das aber, so wird beim BVB beteuert, ist nicht der Grund, warum die Fehltritte der Vergangenheit kein Thema mehr sein sollen. Stattdessen war man im Klub durchaus verwundert, welche medialen Wellen das Thema schlug – und vor allem über die Vergleiche mit den Fällen Ousmane Dembélé und Pierre-Emerick Aubameyang, die per Streik oder mit anderem Fehlverhalten ihren Abgang aus Dortmund erzwangen.

Beim BVB hat niemand den Eindruck, dass Sancho einen Winterwechsel vorbereiten oder gar erzwingen will. „Wir planen weiter mit ihm, er ist ein elementar wichtiger Spieler“, sagt Sportdirektor Michael Zorc. „Ich sehe kein Szenario, dass er uns verlässt.“

Sancho gilt eher als zerstreut

Sancho gilt intern nicht als berechnend oder gar böswillig, eher als zerstreut. Als er sich um einen ganzen Tag verspätete, soll er lediglich Termine durcheinander gebracht haben. Und vor dem Barcelona-Spiel, so ist zu hören, hätte Trainer Favre die Verspätung auf sich beruhen lassen – es waren die (Führungs-)Spieler, die auf Konsequenzen drängten.

Gegen Mainz aber ist Sancho dabei, gegen Mainz soll er wieder glänzen. Denn vor dem Gegner hat man Respekt beim BVB: „Die haben mit zehn Mann 5:1 gegen Hoffenheim gewonnen“, sagt Favre. „Das meint alles.“ Und dann muss er über sich selbst lachen, weil er diesen Satz so häufig sagt in der Öffentlichkeit. Die Laune ist derzeit wieder blendend in Dortmund – nicht nur wegen, aber auch dank Sancho.

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