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BVB: Warum Julian Weigls Einsatz in Mainz ein Risiko wäre

Im Champions-League-Spiel gegen Slavia Prag sah Julian Weigl Gelb-Rot.

Im Champions-League-Spiel gegen Slavia Prag sah Julian Weigl Gelb-Rot.

Foto: firo

Dortmund.  BVB-Profi Julian Weigl ersetzt Axel Witsel im Mittelfeld, weil er der letzte unverletzte Sechser ist. Doch das ist gegen Mainz auch ein Risiko.

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Eigentlich ist Lucien Favre ein vorsichtiger Typ. Im Bundesligaspiel beim FSV Mainz 05 am Samstag (15.30 Uhr/Sky) geht der Trainer von Borussia Dortmund voll auf Risiko. Er hat ja auch keine andere Wahl: Axel Witsel ist verletzt, er fällt nach einem Treppensturz wegen diverser Verletzungen im Gesicht für die restliche Hinrunde aus. Das Gleiche gilt für Thomas Delaney wegen mehrerer Bänderrisse im Sprunggelenk.

Also muss wohl Julian Weigl spielen, der einzig verbliebene echte defensive Mittelfeldspieler. Und das, obwohl er vier Gelbe Karten gesammelt hat – und bei einer weiteren gegen Mainz für das wegweisende Spiel gegen den Tabellenzweiten RB Leipzig am Dienstag gesperrt wäre.

„Julian muss so spielen wie sonst“

Favre aber will das vor dem Spiel gegen Mainz so wenig wie möglich thematisieren: „Manchmal ist es schwer, das zu kontrollieren, ich will nicht viel darüber sprechen“, sagt der Schweizer. „Julian muss weiter so spielen wie sonst. Und wenn er eine Gelbe Karte kriegt, werden wir danach sehen, wie wir reagieren.“

Favres Sorge: „Wir können nicht sagen: Hol dir keine Gelbe Karte, dann geht man nicht richtig in die Zweikämpfe. Du musst frei sein.“ Denn vor Mainz hat der BVB-Trainer durchaus Respekt, obwohl die Mainzer zuletzt gegen den FC Augsburg 1:2 verloren. „Aber es war knapp“, sagt Favre. „Und sie haben mit zehn Spielern 5:1 gegen Hoffenheim gewonnen.“

Ohnehin gibt es keine wirkliche Alternative zu Weigl. Mahmoud Dahoud ist zwar ein starker Techniker und durchaus bissig im Zweikampf - er neigt aber auch immer wieder zu leichtsinnigen Aktionen und wäre im Tandem mit Julian Brandt ganz ohne Absicherung im defensiven Mittelfeld ein großes Risiko.

Balerdi kann ins Mittelfeld ausweichen

Leonardo Balerdi, der nach fast einem Jahr in Dortmund jüngst endlich seine ersten Profi-Minuten bestreiten durfte, ist eigentlich Innenverteidiger - hat aber auch schon Erfahrung im defensiven Mittelfeld gesammelt.

"Er hat in Argentinien beides gespielt, er könnte auch hier diese Position spielen als Sechser im zentralen Mittelfeld", sagt Favre. "Und natürlich auch in der Abwehr, in einer Vierer- oder Fünferkette." Allerdings wäre es mehr als überraschend, wenn der Youngster seine Feuertaufe in der Startelf auf dieser fremden Position feiern dürfte.

Alles läuft also erneut auf Weigl hinaus - sollte der dann aber tatsächlich die fünfte Verwarnung abholen, wäre Favre endgültig zum Improvisieren gezwungen.

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