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Erling Haaland: Was für den Wechsel zum BVB spricht

Kommt er zum BVB? Erling Haaland.

Kommt er zum BVB? Erling Haaland.

Dortmund.  Stürmer Erling Haaland von RB Salzburg hat den BVB und RB Leipzig besucht. Die Reise im Privatjet sagt viel über die Bundesliga aus.

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Immer, wenn Kinder ein großes Geheimnis unbedingt für sich behalten wollen, dann schließen sie sich schon mal imaginär den Mund ab und werfen den Schlüssel weit, weit weg.

So weit ging Michael Zorc am Donnerstag nun nicht. Aber der Sportdirektor von Borussia Dortmund vergrub seine Lippen immer tiefer in den gefalteten Händen, während sich die Fragen zu Erling Haaland und einer möglichen Zukunft beim BVB häuften und häuften. Obwohl Zorc da schon gesagt hatte: „Wir werden uns zu dieser Personalie nicht äußern.“ Denn: „Der Fokus liegt auf unserem Spiel in Mainz.“

BVB tritt am Samstag beim FSV Mainz an

Nur dreht sich das Interesse in Dortmund gerade herzlich wenig um das kommende Bundesliga-Spiel des BVB am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim FSV Mainz, sondern um einen Kurztrip im Privatjet, der viel aussagt über die Stürmersuche des Revierklubs. Aber auch über die neue Wirklichkeit in Deutschlands höchster Spielklasse. Denn längst erwächst im Osten ein großer Konkurrent, der den Dortmundern nun das derzeit wohl begehrteste Stürmertalent in Europa wegschnappen könnte.

Bereits am Mittwoch jettete der 19-jährige Haaland gemeinsam mit seinem berüchtigten Berater Mino Raiola nach Leipzig, traf sich dort mit Vertretern des Tabellenzweiten RB. Nur wenige Stunden später hob der Flieger erneut ab, landete in Dortmund, weil dort noch ein Termin mit den Verantwortlichen des Tabellendritten BVB anstand. Die Borussia möchte den norwegischen Angreifer schon im Winter verpflichten. Bei Red Bull Salzburg steht dieser zwar bis 2023 unter Vertrag, allerdings soll er über eine Ausstiegsklausel von 20 Millionen Euro verfügen. Haaland kann also selbst über seine Zukunft entscheiden.

Und nun? Während sich die Lippen von Michael Zorc auf der Pressekonferenz immer tiefer in seinen Händen vergruben, war sein Kollege in Österreich fast zeitgleich deutlich auskunftsfreudiger. Christoph Freund, Sportdirektor bei RB Salzburg, bestätigte den Kurztrip indirekt. Jedenfalls antwortete er auf die Frage, ob man über die Verhandlungen mit Dortmund und Leipzig informiert gewesen sei: „Wir sind in alle Gespräche involviert. Alle in Salzburg wollen das Beste für ihn.“

Doch was will Haaland?

BVB-Wunschspieler Haaland bringt beeindruckende Anlagen mit

Der 19-Jährige bringt Anlagen mit, die Sportdirektoren schwach werden lassen. Haaland verfügt trotz seiner 1,94 Meter Körpergröße über ein enormes Tempo. Er ist schnell, wendig, torgefährlich. Acht Champions-League-Treffer hat er in dieser Spielzeit erzielt, 16 in der österreichischen Bundesliga. So hat er sich auf die Zettel zahlreicher europäischer Topklubs geschossen. Nun muss er sich den Kopf darüber zerbrechen, welcher Entwicklungsschritt für ihn der richtige wäre. Keine leichte Aufgabe. Salzburgs Sportdirektor Freund verkündete schon mal, dass die Entscheidungsfindung eine gewisse Zeit brauche.

In Salzburg könnte Haaland weiter reifen, allerdings ist der Klub anders als Leipzig und der BVB aus der Königsklasse ausgeschieden. Deswegen würde sich ein Winter-Wechsel zu einem der beiden Bundesligavereine anbieten, um sich dort für noch höhere Aufgaben zu empfehlen. In Leipzig fehlt die Tradition, dafür ist der Verein unter Trainer Julian Nagelsmann gerade dabei, sich als Spitzenkraft in Deutschlands höchster Spielklasse zu etablieren. Durch Red Bull ist der Klub zudem eng mit RB Salzburg verwoben, ein Vorverkaufsrechte für Haaland existiert aber nicht.

Beim BVB ist die Konkurrenz groß

In Dortmund würde der Angreifer in ein emotionales Umfeld katapultiert werden, das begeistern, aber auch schwächen kann. Eine Einsatzgarantie hätte er zudem nicht. Er würde derzeit mit Paco Alcácer, Thorgan Hazard und Mario Götze konkurrieren.

So lange keine Entscheidung gefallen ist, wird der BVB öffentlich wohl zu Erling Haaland weiter schweigen. Michael Zorc brummte am Ende der Pressekonferenz zu den Journalisten nur: „Wenig erquickend heute für euch.“

Dann lachte der BVB-Sportdirektor.

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