BVB

Matthäus greift BVB-Bosse für Umgang mit Trainer Favre an

Sky-Experte Matthäus attackiert die BVB-Bosse Watzke und Zorc für ihren Umgang mit Trainer Favre.

Sky-Experte Matthäus attackiert die BVB-Bosse Watzke und Zorc für ihren Umgang mit Trainer Favre.

Foto: DPA

Dortmund.  Sky-Experte Lothar Matthäus sieht beim BVB nicht die Rückendeckung für Lucien Favre, die Jürgen Klopp einst erhielt. Folgen daraus seien klar.

Seit der Niederlage im Bundesliga-Spitzenspiel gegen den FC Bayern München (0:1) wird öffentlich über die Zukunft von Trainer Lucien Favre bei Borussia Dortmund diskutiert. DFB-Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hatte unmittelbar danach Niko Kovac als neuen BVB-Trainer ins Spiel gebracht. Nun erklärte Matthäus in seiner Sky-Kolumne, warum er weiterhin daran glaubt, dass in Dortmund zur neuen Saison ein anderer Verantwortlicher auf der Trainerbank sitzen wird – und macht dabei den BVB-Bossen Vorwürfe.

Für Matthäus ist die Trainerdebatte nicht von außen hereingetragen worden in den Verein, sondern hausgemacht, denn: „Es ist vielmehr so, dass man in Dortmund nach einer gewissen Zeit den Trainer von oberster Stelle nicht so unterstützt und öffentlich stärkt, wie es der Fall war.“ Allerdings haben sich zuletzt BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc tatsächlich vor den Schweizer Lucien Favre gestellt.

Matthäus: BVB will den Klopp-Klon, den es aber nicht gibt

Matthäus nimmt dies den Borussia-Verantwortlichen aber nicht ab: „Der Letzte, der diese Wertschätzung offen, ehrlich und regelmäßig bekommen hat, war Jürgen Klopp. Und dem trauert man, zumindest hinter vorgehaltener Hand, immer noch nach. Es wird nach außen gerne der Eindruck erweckt, dass man natürlich keine Trainerdiskussion führt und alles in Ordnung sei. (…) Seit Jürgen weg ist, sehnt man sich in Dortmund quasi nach einem Klopp-Klon. Und den gibt es eben nicht.“

Der Sky-Experte zweifelt nicht an den Qualitäten von Lucien Favre, „aber er holt eben nicht die Big Points, die nötig sind, um den Bayern die Meisterschaft ernsthaft streitig zu machen.“ Matthäus bleibt bei seiner Haltung, dass Favre Emre Can und Jadon Sancho, die beide nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte waren, gegen die Bayern trotzdem von Beginn an hätte bringen müssen: „Am Ende hat das vielleicht den Titel gekostet. (…) Favre hätte mutiger sein sollen und viel mehr riskieren können.“ Der BVB hat derzeit sieben Punkte Rückstand auf den Rekordmeister, der seinen achten Titel in Serie anstrebt.

Matthäus glaubt: Favre zweifelt selbst an seiner Zukunft beim BVB

In der neuen Saison werde daher ein anderer Trainer einen neuen Anlauf mit dem BVB unternehmen. Matthäus: „Ich glaube nicht, dass Favre in der nächsten Saison noch auf der BVB-Bank sitzt.“ Er meint festgestellt zu haben, dass es dafür viel zu sehr in Favre brodele. „Ich schätze Favre so ein, dass er ein total konsequenter Mensch ist, wenn er davon überzeigt ist, dass ein Weg zu Ende ist. Und mein Gefühl sagt mir, dass dieser Punkt für ihn in Dortmund erreicht ist.“ (fs)

Leserkommentare (3) Kommentar schreiben