Borussia Dortmund

Mahmoud Dahoud soll beim BVB den nächsten Schritt machen

Gilt als hochbegabter Mittelfeldspieler: Dortmunds Mahmoud Dahoud.

Gilt als hochbegabter Mittelfeldspieler: Dortmunds Mahmoud Dahoud.

Foto: firo

Dortmund.  Die Bosse von Borussia Dortmund halten immer noch große Stücke auf Mahmoud Dahoud. Seinetwegen änderten sie ihre Transferpläne.

Jeremy Toljan fehlte, als Borussia Dortmunds Trainer Lucien Favre am Dienstagmorgen seine Profis auf dem Trainingsgelände in Brackel versammelte. Der 24-Jährige allerdings war nicht nur entschuldigt, er war sogar offiziell freigestellt, „um seine sportliche Zukunft zu klären“, wie es von Klubseite hieß. Die liegt nach Informationen dieser Redaktion in Italien, Toljan absolvierte am Dienstag den Medizincheck beim Serie-A-Klub US Sassuolo. Angestrebt wird eine Leihe plus Kaufoption für den Außenverteidiger, dessen Vertrag in Dortmund noch bis 2022 läuft.

Auch Mahmoud Dahoud wurde am Dienstag nicht in Brackel gesehen, das allerdings war schon seit längerem so geplant: Dahoud gehörte zur U21-Nationalmannschaft, die noch am 30. Juni das EM-Finale bestritt. Er darf also ein wenig Urlaub machen, bevor er wieder einsteigt – nach der US-Reise des BVB vom 15. bis 21. Juli.

Ein Abschied des zentralen Mittelfeldspielers ist kein Thema – und das kommt für manche Beobachter durchaus überraschend. Denn die vergangene Saison verlief eher enttäuschend, nach ansprechendem Start unter Lucien Favre machte der 23-Jährige in der Rückrunde nur noch zwei Spiele über die volle Distanz. Insgesamt kam er auf neun (Kurz-)Einsätze, schaffte auch im zweiten Jahr nach seinem Wechsel von Borussia Mönchengladbach nicht den Durchbruch zum Stammspieler und Leistungsträger.

Der BVB verhängte ein Wechselverbot

Als Dahoud aber über einen Wechsel nachdachte, schoben die Dortmunder Verantwortlichem dem rigoros einen Riegel vor. Mehr noch: Für den Mittelfeldspieler änderten sie ihre Planungen. Ursprünglich nämlich stand auf der Wunschliste der BVB-Bosse auch ein Mittelfeldspieler vom Typ Ilkay Gündogan. Einer, der das Spiel von hinten heraus aufbauen kann, der aber auch genügend Ballsicherheit und Dynamik mitbringt, um am gegnerischen Strafraum gefährlich zu werden. Einer, der mit schnellen Drehungen, Antritten oder überraschenden Pässen das Spiel vom einen auf den anderen Moment verändern kann und damit hilft, dichtgestaffelte Abwehrreihen zu sprengen.

Doch so oft Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, Sportdirektor Michael Zorc, Lizenzspieler-Chef Sebastian Kehl und Berater Matthias Sammer auch diskutierten, welcher Spieler all dies mitbringen könnte: Immer wieder landeten sie bei Mahmoud Dahoud. Oder genauer: bei Dahoud in Bestform.

Zorc mag das so direkt nicht bestätigen, im Gespräch mit dieser Redaktion bleibt er im Ungefähren: „Wir haben vier gestandene zentrale Mittelfeldspieler“, sagt er, als er auf die Planungen fürs zentrale Mittelfeld angesprochen wird. „Auch Mo Dahoud hat ja schon 98 Bundesligaspiele gemacht.“

Lenker des deutschen Spiels bei U21-EM

Längst nicht in allen dieser Spiele aber hat er überzeugt, die Ausschläge in den Leistungen bleiben enorm. Bei der U21-EM etwa war der Deutsch-Syrer der Lenker des deutschen Spiels im zentralen Mittelfeld, wurde trotz Final-Niederlage in die Mannschaft des Turniers gewählt. Weil er sein gewaltiges Potenzial immer wieder demonstrierte, weil er neben feiner Technik auch seine Zweikampfstärke und Aggressivität zeigte, weil er große Strecken zurücklegte und weil er die Bälle auch unter größtem Druck behauptete und verteilte.

Aber es waren auch die Szenen zu sehen, die die BVB-Bosse immer wieder in die Verzweiflung treiben, wenn nämlich eine eigentlich starke Aktion mit der vollkommen falschen Entscheidung abgeschlossen wird. Wenn ein Dribbling kommt, obwohl ein Pass angesagt wäre. Wenn der Pass im falschen Moment kommt oder in eine ganz falsche Richtung geht, weil Dahoud mal wieder eine Idee hatte, die keiner seiner Mitspieler hatte.

Nun soll der Durchbruch kommen

Noch haben sie in Dortmund die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Dahoud mit seinen 23 Jahren den nächsten Schritt macht, dass er sein Spiel auf dem Niveau stabilisiert, das er immer wieder andeutet.

Es wird aber auch Zeit, im dritten Jahr erwarten die Verantwortlichen nun endgültig den Durchbruch des Hochbegabten. Sonst, die Vorhersage ist nicht allzu gewagt, wird es im kommenden Sommer kein Wechselverbot mehr geben.

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