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Corona: Premier League und Europapokal-Spiele gestoppt

Chelsea-Star Callum Hudson-Odoi ist positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Chelsea-Star Callum Hudson-Odoi ist positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Foto: dpa

Essen.  Von Quarantäne bis Liga-Unterbrechung: Das Coronavirus hat Europas Fußball ins Chaos gestürzt. Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick.

Coronavirus: Premier League setzt Spielbetrieb bis 3. April aus

12:32 Uhr: Nach mehreren prominenten Corona-Fällen setzt auch die englische Fußball-Premier-League die Saison bis mindestens 3. April aus. Diese Entscheidung verkündete die Liga mit Tabellenführer FC Liverpool nach einer Krisensitzung am Freitag.

Der englische Verband FA und die English Football League (EFL) mit der zweitklassigen Championship sowie der League One und Two (3. und 4. Liga) folgten diesem Beschluss ebenso wie der Frauen-Fußball auf der Insel.

UEFA stoppt vorerst Spielbetrieb im Fußball-Europapokal

11:29 Uhr: Das Champions-League-Rückspiel des FC Bayern gegen Chelsea ist vorerst abgesagt. Wegen der Coronavirus-Krise geht auch der Europapokal in die Zwangspause.

Nyon (dpa) - Die Europäische Fußball-Union hat den Spielbetrieb in der Champions League und in der Europa League wegen der Coronavirus-Krise vorerst ausgesetzt. Das teilte die UEFA am Freitag mit. „Angesichts der Entwicklungen aufgrund der Verbreitung von Covid-19 in Europa und der damit verbundenen Entscheidungen der verschiedenen Regierungen“ habe der europäische Dachverband entschieden, alle Partien der UEFA-Clubwettbewerbe in der kommenden Woche zu verschieben, hieß es in einer Mitteilung

Dazu gehören die verbleibenden Spiele des Achtelfinales in der Champions League am 17. und 18. März und damit auch das Rückspiel des FC Bayern München gegen den FC Chelsea, dessen Stürmer Callum Hudson-Odoi positiv auf das Coronavirus getestet worden war, und alle Achtelfinal-Partien in der Europa League am 19. März. Die für den 20. März angesetzte Europapokal-Auslosung wurde ebenfalls verschoben.

Coronavirus: Dynamo Dresden reist nicht nach Hannover

09:21 Uhr: Noch ist das Spiel nicht abgesagt, dennoch kündigte Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden am Donnerstagabend an, nicht die Reise nach Hannover anzutreten. Grund ist die Bekanntgabe des zweiten Coronavirus-Falls im Team von Hannover 96. Alle Spieler der Niedersachsen sind für die nächsten 14 Tage in häuslicher Quarantäne.

„Unter diesen Umständen werden wir im Hinblick auf die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keinesfalls irgendein Risiko eingehen und deshalb auch nicht wie geplant am Samstag nach Hannover reisen. Alles andere wäre in der jetzigen Situation total verantwortungslos“, erklärte Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge in einer Vereinsmitteilung.

Bayern-Gegner: Chelseas Hudson-Odoi positiv auf Coronavirus getestet

07:23 Uhr: Kurz vor dem Champions-League-Duell beim FC Bayern ist FC Chelseas Stürmer Callum Hudson-Odoi positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der einst von den Münchnern umworbene 19-Jährige ist damit der erste Spieler in der Premier League, der sich mit Sars-CoV-2 infiziert hat. Er zeigte am Montagmorgen Symptome vergleichbar mit einer leichten Erkältung und trainierte seitdem nicht. Hudson-Odoi muss nun in Quarantäne. Dies betrifft auch alle Personen, die zuletzt Kontakt mit ihm im Mannschaftsgebäude hatten. Dies betrifft erstmal das gesamte erste Team, die Trainer und einige Betreuer, wie der englische Fußball-Erstligist am Freitag mitteilte.

Alle, die keinen engen Kontakt zum Teenager hatten, sollen in den nächsten Tagen ins Training zurückkehren. Hudson-Odoi gehe es gut, wie der FC Chelsea weiter schrieb.

Für die Londoner kommen diese Nachrichten zur Unzeit. Der Verein bestreitet am Mittwoch kommender Woche das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League. Das Hinspiel hatte der FC Chelsea 0:3 verloren. Das Rückspiel findet hinter verschlossenen Türen statt. „Damit setzt der FC Bayern die Verfügung der bayerischen Staatsregierung um, die zum Schutz der Bevölkerung erlassen wurde. Ziel ist es, das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu minimieren“, erklärte der deutsche Fußball-Rekordmeister am Dienstag auf seiner Homepage.

Arsenal-Trainer Arteta positiv auf Coronavirus getestet

07:17 Uhr: Der spanische Trainer des FC Arsenal, Mikel Arteta, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Club der deutschen Fußballprofis Bernd Leno, Mesut Özil und Shkodran Mustafi am Donnerstagabend mit. Der 37 Jahre alte Arteta befindet sich bereits in Quarantäne. Der Verein erwarte, dass sich eine „signifikante“ Anzahl von Personen, „einschließlich des gesamten Kaders und des Trainerteams der ersten Mannschaft“, ebenfalls abschotten müsse

„Das ist wirklich enttäuschend, aber ich habe den Test gemacht, nachdem ich mich schlecht gefühlt habe“, wurde Arteta in der Club-Mitteilung zitiert. „Ich werde bei der Arbeit sein, sobald es mir wieder erlaubt ist.“

Welche Auswirkungen der Befund auf den Spielplan der englischen Premier League hat, ist unklar. Arsenal kann für mindestens 14 Tage - die maximale Dauer der Inkubationszeit des Virus - keine Spiele mehr absolvieren. Die nächste Partie wäre am Samstag das Auswärtsspiel bei Brighton and Hove Albion gewesen.

Im FA-Cup stand am 22. März das Viertelfinale bei Sheffield United an. Letzter Gegner der Londoner war am vergangenen Samstag West Ham United. Wann und wie sich Arteta infiziert hat, blieb zunächst unklar

Erst wenige Stunden zuvor hatte die Liga entschieden, sämtliche Spiele des 30. Spieltages wie geplant stattfinden zu lassen. Grundlage dafür war die Ansage von Premierminister Boris Johnson, der dazu geraten hatte, zunächst alle Sportveranstaltungen normal über die Bühne gehen zu lassen. Jürgen Klopps FC Liverpool führt die Tabelle souverän an, den Reds fehlen nur zwei Siege zum ersten Titel seit 30 Jahren.

In den anderen europäischen Ligen war in den vergangenen Tagen der Spielbetrieb ausgesetzt oder nur Geisterspiele angesetzt worden. Auch in der Bundesliga wird am kommenden Wochenende ausschließlich ohne Zuschauer gespielt.

Coronavirus: Alle Fußball-Jugendspiele in Bochum abgesagt

21:59 Uhr: Aufgrund des Coronavirus werden im Fußballkreis Bochum alle Jugendspiele bis zu den Osterferien ausgesetzt. Das erklärte der ortsansässige Kreisjugendausschluss in einem Schreiben an alle Vereine des Kreises.

Darin heißt es, dass kurzfristig auch eine Entscheidung der überkreislichen Spielklassen getroffen werde. Wann die ausgefallenen Spiele nachgeholt werden, ist noch offen. Die Spiele der E-, F- und G-Jugend können, müssen aus Verbandssicht aber nicht nachgeholt werden.

Nach Informationen dieser Redaktion sollen an diesem Freitag auch die Kreisverbände der Städte Essen und Gelsenkirchen nachziehen und alle Jugendspiele absagen.

Bach schließt Olympia-Absage nicht aus: „Werden Rat der WHO folgen“

21:20 Uhr: IOC-Präsident Thomas Bach will eine Verschiebung oder Absage der Olympischen Spiele in Tokio (24. Juli bis 9. August) aufgrund der grassierenden Coronavirus-Pandemie nicht mehr komplett ausschließen. Auf Nachfrage in den ARD-Tagesthemen, wie das Internationale Olympische Komitee auf eine entsprechende Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO im Fall der Fälle reagieren würde, sagte Bach: „Wir werden dem Rat der Weltgesundheitsorganisation folgen.“

Weitere Infos zu diesem Thema gibt es hier.

CONMEBOL mit Bitte erfolgreich: FIFA verschiebt WM-Qualifikationsspiele

21.16 Uhr: Der Fußball-Weltverband FIFA hat die Bitte der südamerikanischen Konföderation CONMEBOL erhört und verschiebt die anstehenden Qualifikationsspiele für die WM 2022. Wann die Begegnungen, die im Länderspielfenster vom 23. bis 31. März über die Bühne gehen sollten, stattfinden werden, ist noch offen.

„Die südamerikanischen Teams riskieren, dass sie auf einige Spieler verzichten müssen, die in Europa aktiv sind und nach ihrer Ankunft aus Ländern mit hoher Infektionszahl in Quarantäne geschickt werden könnten“, hatte CONMEBOL in einer Mitteilung argumentiert. Die zehn Landesverbände, darunter der brasilianische und argentinische, hätten sich wegen der Coronakrise mit dem Anliegen an die CONMEBOL gewandt.

Zahlreiche südamerikanische Profis spielen bei europäischen Klubs. Allein im argentinischen Kader stehen sechs Spieler, die in Italien unter Vertrag stehen, dem in Europa am stärksten betroffenen Land.

121 Personen bei Juventus Turin isoliert

20.21 Uhr: Beim italienischen Fußball-Rekordmeister Juventus Turin befinden sich nach dem positiven Coronavirus-Test von Abwehrspieler Daniele Rugani 121 Personen in häuslicher Quarantäne. Darunter seien Spieler, Mitglieder des Betreuerteams, Direktoren und weitere Angestellte, teilte der Club am Donnerstag mit. Bei dem Serie-A-Verein spielt auch Ex-Nationalspieler Sami Khedira.

Der 25 Jahre alte Rugani hatte sich in der Nacht auf Donnerstag per Twitter gemeldet und geschrieben, dass es ihm gut gehe. Sein Verein hatte am Abend zuvor bereits mitgeteilt, dass Rugani keine Symptome der Lungenkrankheit Covid-19 zeigen würde. Der Spieler selbst forderte in seinem Tweet alle auf, „die Regeln zu beachten, denn dieser Virus macht keinen Unterschied!“

Italien gilt als Epizentrum der Pandemie in Europa. Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus hat die Regierung sämtliche Sportveranstaltungen im Land bis zum 3. April ausgesetzt. Das betrifft auch den Spielbetrieb der Serie A. Das letzte Pflichtspiel war das Derby d'Italia zwischen Juve und Inter Mailand am Sonntag, das ohne Zuschauer stattfand. Turins Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Olympique Lyon, das eigentlich am Dienstag hätte stattfinden sollen, wurde verschoben. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

Europa-League-Rückspiel Basel gegen Eintracht in Frankfurt

18.09 Uhr: Das Rückspiel im Europa-League-Achtelfinale zwischen dem FC Basel und Eintracht Frankfurt wird am 19. März ebenfalls in der Mainmetropole ausgetragen. Vorbehaltlich weiterer unvorhersehbarer Entwicklungen hätten sich beide Vereine auf diese pragmatische Lösung verständigt, teilte der hessische Fußball-Bundesligist am Donnerstag kurz vor Beginn des Hinspiels mit. Die Kantonspolizei Basel hatte am vergangenen Montag angeordnet, dass die Partie wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus nicht im Baseler St. Jakob-Park stattfinden darf.

Champions-League-Spiel zwischen City und Real verschoben

17.11 Uhr: Die für kommenden Dienstag angesetzten Achtelfinal-Rückspiele in der Champions League zwischen Manchester City und Real Madrid sowie zwischen Juventus Turin und Olympique Lyon sind im Zuge der Coronavirus-Pandemie abgesagt worden. Das teilte die Europäische Fußball-Union (UEFA) am Donnerstag mit.

Die Entscheidungen waren erwartet worden, nachdem es sowohl bei Real als auch bei Juve positive Coronatests gegeben hatte. Bei den Königlichen wurde der gesamte Kader nach einem positiven Test in der Basketball-Abteilung des Klubs unter Quarantäne gestellt worden war. Als Reaktion kündigte die spanische Liga an, den Spielbetrieb für die kommenden zwei Wochen auszusetzen.

Bei Turin war Verteidiger Daniele Rugani positiv getestet worden. Die Serie A hatte bereits zuvor wie alle anderen italienischen Sportarten ihren Betrieb bis 3. April eingestellt. Zudem forderte die Serie A die Erstligisten zu einer siebentägigen Trainingspause auf. Ausnahmen sollen für die Klubs gelten, die noch an europäischen Wettbewerben teilnehmen.

MLS unterbricht Saison für 30 Tage

17.00 Uhr: Die nordamerikanische Major League Soccer hat als nächste Fußball-Profiliga ihren Spielbetrieb wegen der Corona-Krise ausgesetzt. Wie am Donnerstag mitgeteilt wurde, wird die Saison für 30 Tage unterbrochen. „Unsere Klubs waren sich in der Entscheidung einig, die Saison zeitweilig zu unterbrechen“, sagte Commissioner Don Garber. In Europa hatten bereits mehrere Ligen, darunter die spanische Primera Division sowie die italienische Serie A, ihren Spielbetrieb vorerst eingestellt.

Wegen Coronavirus-Epidemie: DFB sagt Nachwuchsländerspiele ab

16.53 Uhr: Wegen der Coronavirus-Epidemie sind die anstehenden Länderspiel-Lehrgänge von der U15- bis zur U20-Nationalmannschaft des Deutschen Fußball-Bundes abgesagt worden. Die sei in „enger und sorgfältiger Abstimmung mit den Städten und Gesundheitsbehörden der jeweiligen Spielorte sowie mit den beteiligten Nationalverbänden“ geschehen, teilte der DFB am Donnerstag mit.

Der Verband folgt damit auch einer von der UEFA am Donnerstag kommunizierten Entscheidung, wonach die bevorstehenden Qualifikationsrunden zur Europameisterschaft der U17- und U19-Nationalmannschaften ebenfalls bis auf Weiteres nicht gespielt werden.

„Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation und vertrauen der Expertise der Gesundheitsbehörden. An oberster Stelle steht die Gesundheit – nicht nur der Aktiven und Beteiligten, sondern vor allem der gesamten Gesellschaft“, sagte DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius.

„Vor diesem Hintergrund ist vom DFB ein vernünftiges, sorgfältiges und entschlossenes Handeln gefragt. So sehr wir die Absage der bevorstehenden Länderspiel-Lehrgänge unserer weiblichen und männlichen U-Nationalmannschaften von der U 15 bis zur U 20 bedauern, so überzeugt sind wir, dass dies die einzig richtige Entscheidung ist, um in der momentanen Situation unserer Verantwortung gerecht zu werden“, führte Curtius aus.

Über das Prozedere der Rückerstattung des Kaufpreises von bereits erworbenen Karten für die Heimspiele der U-Nationalmannschaften wird der DFB nach eigenen Angaben auf seinem Ticketportal informieren.

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