DFB-Pokal

Union Berlin und Leverkusen weiter - Verl kämpft vergeblich

Torschütze für Union Berlin in Verl: Robert Andrich.

Torschütze für Union Berlin in Verl: Robert Andrich.

Foto: dpa

Essen.  Die Bundesligisten Bayer Leverkusen und Union Berlin haben das DFB-Pokal-Viertelfinale erreicht. Sie hatten mit unterklassigen Teams viel Mühe.

Der 1. FC Union Berlin hat sich auf dem Weg ins erste Pokal-Viertelfinale seit 19 Jahren auch von Favoritenschreck SC Verl nicht aufhalten lassen. Der Bundesligist gewann das Achtelfinalspiel beim Regionalligisten aus Ostwestfalen am Mittwoch mühevoll mit 1:0 (0:0) und steht damit erstmals seit 2001 in der Runde der letzten acht Teams im Cup-Wettbewerb.

In der mit 5153 Zuschauern ausverkauften Sportclub-Arena feierten die etwa 1500 mitgereisten Union-Fans den Treffer von Robert Andrich, dessen Rechtsschuss von der Strafraumgrenze unter der Latte einschlug (86. Minute). Der Tabellenzweite der Regionalliga West, der in den beiden Runden zuvor gegen den FC Augsburg und Holstein Kiel für Pokalüberraschungen gesorgt hatte, war lange Zeit ein gleichwertiger Gegner, konnte sich im Angriff aber nicht entscheidend durchsetzen.

In das „größte Spiel der Vereinsgeschichte“, so der 1. Vorsitzende Raimund Bertels, startete der Außenseiter couragiert und hatte durch Torjäger Zlatko Janjic die erste Chance des Spiels, er scheiterte aber an Union-Keeper Rafal Gikiewicz.

Auf tiefem und schlechtem Boden hatten die Unioner mehr Ballbesitz, doch konnten Anthony Ujah (19.) und Sebastian Andersson (25.) die größten Chancen in der ersten Halbzeit nicht nutzen. Trainer Urs Fischer hatte nach der 0:5-Schlappe in Dortmund neben Ujah auch Marcus Ingvartsen für Yunus Malli und Marius Bülter in die Startelf beordert. Michael Parensen rückte für Neven Subotic in die Defensive.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit sorgten Christian Gentner (47., 59.) und der eingewechselte Marius Bülter (62., 64.) mit Schüssen für klare Chancenvorteile des Favoriten, doch Robin Brüseke im Tor erwies sich mit Glanzparaden als stärkster Mann aufseiten der Ostwestfalen. Gegen den Schuss von Andrich war er aber machtlos.

Vor dem Match hatte Verls Trainer Guerino Capretti eine Überraschung zu seinem 38. Geburtstag angekündigt. „Wenn alles passt, kann an meinem Geburtstag ein Wunder passieren“, hatte er seine Männer motiviert, die in den zurückliegenden zwei Monaten erst ein Meisterschaftsspiel absolviert hatten.

Bei dem Match war zwar der Videobeweis, aber nicht die kalibrierte Abseitslinie zum Einsatz gekommen. Grund waren laut DFB die sehr niedrigen Kamerapositionen. In der Partie wurde der Video-Assistent mobil in Form einer Van-Lösung vor Ort eingesetzt. (dpa)

So spielten der SC Verl und Union Berlin - der Live-Ticker zum Nachlesen

Verl: Brüseke - Choroba, Lach, Stöckner, Ritzka - Kurt, Schallenberg (88. Haeder), Schöppner - Yildirim (84. Andzouana), Janjic, Hecker (68. Schikowski). Trainer: Capretti

Berlin: Gikiewicz - Friedrich, Schlotterbeck, Parensen - Trimmel, Gentner (73. Prömel), Andrich, Lenz - Ingvartsen (90.+3 Ryerson) - Ujah (60. Bülter), Andersson. Trainer: Fischer

Tor: 0:1 Andrich (85.).

Verl - Union Berlin 0:1

Bayer Leverkusen ist auch dank eines kuriosen Eigentors ins Viertelfinale des DFB-Pokals eingezogen und darf weiter vom ersten Titel seit 1993 träumen. Die Leverkusener besiegten den starken Fußball-Zweitligisten VfB Stuttgart mit Mühe 2:1 (0:0) und sind nach dem Ausscheiden von Borussia Dortmund, RB Leipzig oder Borussia Mönchengladbach nun einer der Favoriten im Wettbewerb. Der bisher einzige Cup-Sieg vor 27 Jahren war bis heute der letzte Titel für Bayer, dessen Trainer Peter Bosz den DFB-Pokal am Vortag als den „momentan wichtigsten Wettbewerb für uns“ bezeichnet hatte.

Es war aber ein hartes Stück Arbeit vor 20 320 Zuschauern für den Bundesliga-Fünften. Nach vier wegen Abseitspositionen aberkannten Treffern leitete ein Missgeschick von Stuttgarts Torhüter Fabian Bredlow Bayers Einzug in die Runde der besten Acht ein. Bredlow, der im Pokal Stammtorhüter Gregor Kobel ersetzen darf, boxte sich den Ball nach einem Eckball ins eigene Netz (71.). Auch beim zweiten Bayer-Treffer durch Lucas Alario (83.) sah der Keeper nicht gut aus. Das Anschlusstor durch Silas Wamangituka (85.) kam für die Gäste zu spät.

Der Zweitliga-Dritte aus Stuttgart kassierte so im dritten Pflichtspiel unter dem neuen Trainer Pellegrino Matarazzo zwar die erste Niederlage, die Leistung dürfte für den Aufstiegskampf aber eher Mut machen.

Im Bayer-Team kam 17-Millionen-Neuzugang Exequiel Palacios zu seinem Debüt in der Werkself. Nationalspieler und Jungstar Kai Havertz durfte erstmals die Leverkusener Mannschaft in einem Pflichtspiel als Kapitän auf das Spielfeld führen. Der 20-Jährige war bei den lange verhalten agierenden Gastgebern noch der auffälligste Spieler. Beinah an jeder gefährlichen Aktion war der Mittelfeldspieler vor der Pause beteiligt.

So verfehlte Havertz (12.) aus 20 Metern nur knapp das Tor. Sechs Minuten später scheiterte er an VfB-Torwart Bredlow aus kurzer Entfernung. Kurz vor dem Wechsel traf Havertz zwar nach einem Kopfball von Lucas Alario ins Tor. Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus entschied aber nach Videobeweis auf Abseits.

Ansonsten ließ der VfB Stuttgart mit seiner gut gestaffelten Deckung wenig zu. Trainer Pellegrino Matarazzo hatte seine Startelf gleich auf sechs Positionen im Vergleich zum 1:1 im Liga-Spiel beim FC St. Pauli am Samstag verändert. Die Schwaben waren dennoch von Beginn an hellwach. Mit ihren wenigen Kontern brachten sie Bayer immer wieder in Verlegenheit. Die beste Chance hatte Silas Wamangituka (26.), der mit seinem Schuss nur die Latte des Bayer-Tores traf.

Auch nach der Pause besaß Leverkusen deutlich mehr Spielanteile. Trotz der Überlegenheit tat sich Bayer aber weiter schwer. Stuttgart verteidigte geschickt, hatte aber nur wenige Aktionen nach vorne. Als die Partie dahin zu plätschern drohte, sorgte VfB-Torhüter Bredlow (71.) mit seinem ersten Missgeschick für die Leverkusener Führung. Wenig später wehrte er den Ball nach einem Schuss direkt auf Alarios Fuß, von wo aus der Ball in einer Bogenlampe ins Tor fiel. Wamangituka (85.) sorgte noch einmal für Hoffnung bei den Schwaben. Am Ende reichte es für die Leverkusener mit Glück. (dpa)

So spielten Leverkusen und Stuttgart - der Live-Ticker zum Nachlesen

Leverkusen: Hradecky - Weiser, S. Bender (46. Tah), Dragovic, Sinkgraven - Palacios, Demirbay - Bellarabi, Havertz, Diaby (67. Amiri) - Alario. Trainer: Bosz

VfB Stuttgart: Bredlow - Stenzel, Phillips, Castro - Mangala, Endo - Massimo (58. Mola), Förster (79. Egloff) - Wamangituka, Didavi (67. Klimowicz) - Gonzelez. Trainer: Matarazzo

Tore: 1:0 Eigentor Bredlow (71.), 2:0 Alario (83.), 2:1 Wamangituka (85.).

Leverkusen - Stuttgart 2:1
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