2. Bundesliga

Fortuna hebt den Etat nochmal an

Foto: Uwe Schaffmeister / WAZ Fotopool

Düsseldorf. Findige Fortunen haben es errechnet. Die Mannschaft wird in der neuen Fußball-Zweitliga-Saison genau 11 458 Kilometer reisen. 904 mehr im Vergleich mit der Vorsaison.

Das liegt daran, dass mit Absteiger Hertha BSC aus Berlin sowie den Aufsteigern Ingolstadt und Aue echte Kilometerfresser hinzukommen. Die weiteste aller 17 Fahrten bestreitet die Fortuna zum Start. Das muss, angesichts der 648 Kilometer (einfache Strecke) von der Arena ins Stadion der Freundschaft nach Cottbus, kein Nachteil sein. Schließlich gilt die Lausitz im Winter als Kältegrube.

Ohne Fink und Königs

Zur angenehmen Spieltemperatur am Sonntag kommt die Tatsache, dass die Rot-Weißen per Flieger zumindest zügig bis Berlin kommen. Mittelfeldkicker Oliver Fink fällt wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel ebenso aus wie Nachwuchsangreifer Marco Königs.

Dafür bietet sich Kapitän Andreas Lambertz nach überstandener Schultereckgelenksprengung wieder an. Zumindest im Training. Ob Cheftrainer Norbert Meier seinem Mittelfeldrackerer nach fünf Wochen ohne Ballübung in Cottbus direkt eine Startrolle zutrauen mag, ist fraglich.

Im gestrigen Training zeigte mal wieder ein Testkicker sein Können. Der montenegrinische Nationalspieler Vladimir Vujovic (28) ist im defensiven Mittelfeld zu Hause, schießt beidfüßig und könnte der gesuchte Konkurrent für Claus Costa sein.

Der 26-jährige ehemalige Bochumer ist schließlich auf der „Sechser-Position“, der personifizierte Staubsauer vor der Abwehrkette, derzeit konkurrenzlos. Fortuna gab Gegenpart Stephan Sieger, der vergangene Saison früh den Startposten an Costa verloren hatte, an Drittliga-Aufsteiger 1. FC Saarbrücken ab.

Der 1,90 Meter stämmige Vujovic ist nach einer achtjährigen Reise durch Ost-Europa und Arabien wieder in seine Heimatstadt Budva an die südöstliche Adriaküste zurückgekehrt. Und spielte zuletzt für FK Mogren in der drittklassigen Eliteliga Montenegros.

Einige kuriose Stationen hat der Trainingsgast schon hinter sich. Etwa jene bei Luch-Energiya in Wladiwostok an der russischen Ostküste. Neun Stunden Zeitverschiebung zu Deutschland inklusive. Bei Al-Wahda in Abu Dhabi verdiente Vujovic in der Saison 2006/2007 in der Währung Dirham der Vereinigten Arabischen Emirate. Dort dürfte man besser bezahlt haben als beispielsweise beim ungarischen Erstligisten Vasas Budapest oder bei Tavriya Simferopol in der Ukraine.

Apropos Geld: Neue Sponsorenverträge und über 12 000 Dauerkarten lassen Fortuna die Kalkulationszahlen nach oben korrigieren. 6,5 Millionen Euro (statt 5,4 vor einem Jahr) ist der Personalsaisonetat für das Zweitliga-Team nun groß. 18 500 Zuschauer (statt der zunächst anvisierten 16 500) sind für eine schwarze Zahl im Etat verankert worden. Nicht in Sicht ist indes ein neuer Hauptsponsor für die Stadtsparkasse, die in dieser Saison 750 000 Euro für Fortunas Trikotbrust bezahlt.

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