Kommentar

Fortunas Blamage ist perfekt - aber es gibt andere Probleme

Düsseldorfs Kevin Stöger hält nach einem verschossenen Elfmeter die Hände an den Kopf.

Düsseldorfs Kevin Stöger hält nach einem verschossenen Elfmeter die Hände an den Kopf.

Foto: dpa

Düsseldorf.  Fortuna Düsseldorf hat sich im Pokalviertelfinale gegen Viertligist Saarbrücken böse blamiert und so eine riesige Chance vertan. Ein Kommentar.

In den Heldengesängen auf den 1. FC Saarbrücken und Torwart Daniel Batz ging die Trauermusik der Düsseldorfer Fortuna etwas unter. Nach 24 Jahren hätten die Landeshauptstädter wieder ins Halbfinale einziehen können, hätten damit zusätzliche 2,8 Millionen Euro erhalten und mit etwas Losglück sogar Richtung Berlin schielen können. Der Bundesligaklub aber hat das Viertelfinale des DFB-Pokals verloren, gegen einen Viertligisten. Chance vertan, Blamage perfekt, die Konkurrenz blickt lächelnd auf Düsseldorf. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

Die Düsseldorfer spielten am Dienstagabend wahrlich nicht den besten Fußball der vergangenen Wochen, hatten trotzdem zahlreiche Möglichkeiten, das Spiel zu gewinnen. Der Erklärungsversuch von Trainer Uwe Rösler, seit Januar im Amt, war dann lediglich ein Seitenhieb auf seinen Vorgänger Friedhelm Funkel. Die Fitness der Spieler habe nicht ausgereicht. Vielleicht stimmt das sogar, das 3:3 vom vergangenen Freitag gegen Hertha BSC war ein kräfteraubendes. Allerdings sind Seitenhiebe wie diese generell nicht die feine Art. Und ein Regionalligist, auch wenn der das Spiel seines Lebens macht, darf nicht zum Stolperstein für einen Bundesligaklub werden.

Wiederaufstieg der Fortuna wäre nicht garantiert

Stichwort Bundesliga: Ein Pokal-Halbfinale wäre für Fortuna Düsseldorf wahrlich ein Saisonhöhepunkt gewesen. Aber die Liga hat Priorität. Fortuna steht im Abstiegskampf auf Tabellenrang 16, am Sonntag geht es gegen den FSV Mainz, mit vier Punkten Vorsprung Liga-15. Es könnte ein vorentscheidendes Duell werden, danach geht es gegen den Tabellenletzten Paderborn. Denn fest steht: Ein Abstieg würde ein riesiges finanzielles Loch im Fortuna-Etat reißen, und die Zeiten, in denen ein Wiederaufstieg des Absteigers garantiert ist, sind längst vorbei. Das Pokal-Aus war eine fette Blamage, daran gibt es nichts schönzureden. Allerdings muss die schnellstmöglich abgehakt werden. Es gibt Wichtigeres.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben