Fußball

Nach Minus-15-Grad-Regel der DFL gibt es Spielabsagen

Foto: Uwe Schaffmeister / waz Fotopool

Düsseldorf.  Falls die Temperaturen zu niedrig sind und die Gesundheit der Spieler gefährdet ist, dann könnten am Wochenende die Spiele in der 1. und 2. Bundesliga abgesagt werden. Doch dies liegt allein im Ermessensspielraum der Schiedsrichter.

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Wie wird’s Wetter? Die Floskelfrage besitzt mit Blick auf den Fußball-Zweitliga-Start der Fortuna am morgigen Samstag (13 Uhr, Sportpark) beim FC Ingolstadt 04 ihre Berechtigung. Die Meteorologen überbieten sich aktuell, wenn es um die vorhersehbaren Minusgrade in deutschen Landen geht. Und auch im Internet kündigt sich Ungemach an. „Wetter.de“ sagt für Samstagmittag minus acht Grad Celsius für die Donau-Stadt voraus, „Wetter.com“ sogar minus zehn Grad.

Einig sind sich beide Anbieter darin, wie sich die Luft mit leichter Windunterstützung anfühlen wird. Der von den us-amerikanischen Kollegen übernommene Wert des „wind chill“ ist mit minus 17 Grad Celsius berechnet. Vor allem die Zuschauer sollten im Sportpark-Stadion alles anziehen, was wärmen könnte.

Gesundheit gefährdet

Viel tiefer als angekündigt sollte das Thermometer nicht sinken. Dann nämlich könnte es sogar zu einer Spielabsage kommen. So sieht es eine Kann-Regel der Deutschen Fußball-Liga vor. „Ab minus fünfzehn Grad Celsius liegt es im Ermessensspielraum des Schiedsrichters, ob die Gesundheit auch der Trainer, Betreuter, Zuschauer und Journalisten gefährdet sein könnte und eine Absage angemessen wäre“, erklärte DFL-Sprecher Kay-Oliver Langendorff gestern auf NRZ-Anfrage.

Der fürs Fortuna-Spiel angesetzte Referee Tobias Christ, der für den pfälzischen Turnerbund Jahn Zeiskam pfeift, dürfte also sicher einen Blick auf die Quecksilbersäule riskieren.

„Für die Spieler“, sagt Fortuna-Cheftrainer Norbert Meier, der einst manch Europapokalmatch mit Werder Bremen bei Minusgraden in Russland bestreiten musste, „ist die Kälte nicht ganz so schlimm. Die dürften sich ja wenigstens bewegen.“

Kältegestärkt ist im rot-weißen Kader vor allem Neuzugang Timo Furuholm. „Bei Punktspielen im April bei Rovaniemi PS am Polarkreis war es manchmal auch verdammt kalt. Wir haben dann den Körper mit wärmendem Öl eingerieben“, berichtet der Angreifer, den die Fortunen in der Januar-Transferperiode vom Vizemeister FC Inter Turku an den Rhein gelotst hatte.

Kein Schnee für Ingolstadt angesagt

Im Ingolstädter Sportpark wird es mit dem Spielrasen keine Probleme geben. Die Rasenheizung arbeitet. Und Schneefälle sind auch nicht angesagt. Ganz im Gegensatz zum bisherigen Saisonverlauf erwartet die Fortunen aber wohl ein nicht einmal halb gefülltes Stadion. Der Tabellenviertletzte rechnet nur mit 5000 Zuschauern.

Der bisherige Minusrekord für ein Fortuna-Spiel in dieser Saison steht aktuell bei 7719 Besuchern, die am 30. Oktober das 5:2 beim FSV Frankfurt sahen. Es war die einzige vierstellige Kulisse für die Fortunen bei 19 Zweitliga- und drei DFB-Pokalspielen.

Übrigens: Dass mit Fortuna, Fürth, Eintracht Frankfurt, St. Pauli und Paderborn gleich fünf Teams nach 19 Spieltagen 39 Punkte oder mehr auf dem Konto haben, gab es in der 2. Fußball-Bundesliga noch nie. Gut möglich, dass dies vor allem die Lenker bei Liga-Krösus Frankfurt etwas nervös macht. „Unsere Qualität im Team wird zum Ziel führen“, bekräftigte jüngst Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Angesichts eines Gesamtetats von rund 37 Millionen Euro ist ein Scheitern nicht eingeplant. Und hätte finanzielle Konsequenzen.

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