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Trotz Erfolgs: Unruhe bei Fortuna Düsseldorf

Sportlich kann er zufrieden sein: Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel.

Sportlich kann er zufrieden sein: Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel.

Foto: Foto: Lukas Schulze / Getty Images

Düsseldorf.  Bei Fortuna Düsseldorf geht es nach dem 1:1 gegen den VfL Wolfsburg turbulent zu. Im Zentrum: Vorstandschef Thomas Röttgermann.

Oliver Glasner ist einer der neuen Trainer in der Bundesliga – am Freitag nun hatte der 45-jährige Österreicher erstmals Kontakt zu Friedhelm Funkel, dem Evergreen unter Deutschlands Fußballlehrern. Nebeneinander schritten die beiden Kollegen durch die Flure der Düsseldorfer Arena – als Glasner bei einem Seitenblick auf Funkel dessen schnellen Kleiderwechsel feststellte.

„Das ist clever: Gleich nach dem Abpfiff erst mal umziehen“, meinte Wolfsburg-Coach Glasner zu Funkel, der Trainingshose und Poloshirt kurzfristig gegen etwas Schickeres getauscht hatte. Woraufhin Funkel erklärte: „Ich fahre ja auch gleich noch nach Hause.“

Weniger amüsant fand der 65-Jährige die Themen, die dem 1:1 gegen die nach wie vor unbesiegten Niedersachsen einen unangenehmen Rahmen gaben. Im Fokus stand dabei Düsseldorfs Vorstandschef Thomas Röttgermann – wegen einer Sport-App, die er mit Felix Welling, einst einer seiner Kollegen beim VfL Wolfsburg und nun Düsseldorfs designierter Direktor für Strategie, Marke, Geschäftsentwicklung und Digitalisierung, geplant hat.

Der „Spiegel“ warf Röttgermann „Günstlingswirtschaft“ vor. Das sei „eine Kampagne“ gegen Röttgermann und Aufsichtsratschef Reinhold Ernst, echauffierte sich Funkel in „Bild am Sonntag“ und ergänzte: „Es geht um völlig harmlose Dinge“.

Vorwurf: Ablösesumme für Raman schöngerechnet

Der „Spiegel“ führt zudem Details aus dem Düsseldorfer Sommertransfer von Benito Raman zum FC Schalke 04 an. Demnach habe sich Röttgermann den Verkauf des Belgiers schöngerechnet. Der 58-Jährige sprach von einem Betrag „nördlich von 13 Millionen Euro“. Die eigentliche Ablösesumme allerdings liegt bei 6,5 Millionen Euro. Hinzu kommen weitere, erfolgsabhängige Zahlungen, sowie der – angeblich ebenfalls mit eingerechnete – Umstand, dass Fortuna im Zuge der Vereinbarungen die Leihgebühr für Bernard Tekpetey nicht zahlen muss. Aussagen, die Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider irritierten.

Düsseldorfs Klubspitze dürfte nun interessieren, wie diese Informationen an die Öffentlichkeit gelangt sind. Während Friedhelm Funkel die sportlichen Folgen der Abgänge der Stürmer Raman und Dodi Lukebakio (Hertha BSC) in den Griff bekommen muss. Das Führungstor seiner Mannschaft gegen Wolfsburg entsprang auch der glücklichen Fügung, dass Schiedsrichter Manuel Gräfe in dieser Szene eine mögliche, aber nicht ganz aufzuklärende Seitenauslinien-Überquerung des Balles pro Fortuna interpretierte.

Wolfsburg hadert mit Schiedsrichter

„Bei allem Respekt, das war schon komisch“, kommentierte VfL-Torschütze Wout Weghorst, sein Trainer Glasner konterte: „Wir suchen die Schuld immer bei uns selbst. Wir hätten den Ball noch leicht verteidigen können.“

Wieder deutlich leichter fiel das Verteidigen diesmal den Düsseldorfern. Verlass war beim ersten Heim-Remis seit der Rückkehr in die Bundesliga vor gut einem Jahr zum Beispiel auf die zuletzt in den Hintergrund gerückten Haudegen Oliver Fink (37) und Adam Bodzek (34). „Spielerisch wartet allerdings noch einige Arbeit auf uns“, räumte Kapitän Fink ein.

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