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Pléa in Anmarsch - Gladbach steht vor Rekordtransfer

Alassane Plea ist 25 Jahre, Franzose und kommt von OSG Nizza. Laut französischen Medien ist der Wechsel zu Gladbach perfekt

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Alassane Plea ist 25 Jahre, Franzose und kommt von OSG Nizza. Laut französischen Medien ist der Wechsel zu Gladbach perfekt

Mönchengladbach  Für 25 Millionen Euro soll Alassane Pléa von OGC Nizza verpflichtet werden. Der Torjäger wird vom ehemaligen Borussia-Coach Lucien Favre gelobt.

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Transfers im Profifußball sind oft auch ein Zufallsprodukt. Alassane Pléa jedenfalls, der am Donnerstag seinen Medizincheck absolvierte und mit rund 25 Millionen Euro der teuerste Spielertransfer in der Historie des fünfmaligen Bundesliga-Meisters Borussia Mönchengladbach wäre, empfahl sich vor fast genau einem Jahr bei einem profanen Testspiel. Auf dem Rasen des FC Rottach-Egern am Tegernsee traf der 25-jährige Angreifer für den französischen Erstligisten OGC Nizza gegen die Fohlenelf.

Nach dem damaligen 2:1-Erfolg der Franzosen lobte Nizzas Cheftrainer Lucien Favre nicht etwa seinen wuchtigen Deutschland-Schreck Mario Balotelli. Nein, der mit 1,80 Meter Körpergröße eher elegante Mittelstürmer Alassane Pléa stand im Fokus: „Das ist ein Topstürmer, der für Topteams in Europa interessant werden kann.“

Die Einschätzung des früheren Gladbacher Erfolgstrainers, der nach zwei Spielzeiten an der Cote d‘Azur bekanntlich zu Borussia Dortmund gewechselt ist, hat bei Sportdirektor Max Eberl durchaus Gewicht. Man kennt sich gut, hat vier Jahre zusammengearbeitet, Gladbach gemeinsam vom Bundesliga-Absteiger zum Europacup-Anwärter geformt.

Vier englische Teams interessiert

Favres Lob aus dem Juli 2017 bestätigte Pléa in der darauf folgenden Saison dann mit eindrucksvollen Taten: 21 Treffer und sieben Torvorlagen wurden in 49 Pflichtspielen in der Ligue 1, im französischen Pokal sowie in der Europa League gelistet.

Die starke Spielzeit Pléas rief allerlei Konkurrenz für Gladbach auf den Plan. Allein aus der Premier League hatten Newcastle United, West Ham United, Tottenham Hotspur und Aufsteiger FC Fulham Interesse hinterlegt. Rund 30 Millionen Euro soll Newcastle im März aufgerufen und damit den damaligen Marktwert Pléas kurzerhand verdoppelt haben, um den Angreifer aus dem bis 2021 gültigen Vertrag in Nizza herauszuholen.

Mäßige Offensive

Die Gladbacher bekommen den Mittelstürmer nun offenbar für rund 25 Millionen Euro, wovon ein Fünftel an Pléas Ausbildungsverein Olympique Lyon fließen soll. Sportliche Gründe gaben den Ausschlag für Gladbach und gegen die Premier League. Im Borussia-Park bekommen jüngere Spieler in der Regel üppig Spielpraxis und empfehlen sich so für höhere Aufgaben. Das wird sein Ex-Trainer Favre dem wechselwilligen Pléa mit auf den Weg gegeben haben.

Ob Innenverteidiger Jannik Vestergaard, der für 20 Millionen Euro Gebühr vor einem Wechsel zum FC Southampton stehen soll, als Gegenfinanzierung dient? Oder Sportdirektor Eberl gar noch darauf spekuliert wird, dass der belgische WM-Starter Thorgan Hazard für eine ähnlich üppige Summe nach England transferiert werden kann?

Eberl hält sich zu beiden Fragen bedeckt, verspricht sich aber von seinem Neuzugang Pléa eine dringend benötigte Auffrischung der in der vergangenen Saison eher mäßigen Offensive. Thorgan Hazard war mit zehn Toren bester Schütze, brauchte dafür aber fünf Elfmeter. Der verletzungsanfällige Brasilianer Raffael traf neunmal. Ohne die Tore der WM-Innenverteidiger Vestergaard (3) und Matthias Ginter (5) wäre Gladbach wohl in Abstiegsgefahr geraten.

Schon an diesem Wochenende soll Pléa erstmals bei der Mannschaft von Trainer Dieter Hecking sein. Die Borussia ist im Norden zu Gast, bestreitet die ersten beiden Vorbereitungsspiele am Freitag (18 Uhr) beim ehemaligen Zweitligisten VfB Lübeck und am Samstag (14 Uhr) beim Regionalligisten SC Weiche Flensburg 08. Pléa wird aber wohl erst am 22. Juli beim Kurzturnier in Bochum sein Debüt im Gladbacher Dress geben.

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