Gladbach

Diesen Uralt-Rekord kann Gladbach am Samstag einstellen

Trainer Dieter Hecking von Borussia Mönchengladbach.

Trainer Dieter Hecking von Borussia Mönchengladbach.

Foto: Getty Images

Mönchengladbach.  Elf Heimspiele in Folge hat Borussia Mönchengladbach gewonnen. Am Samstag kommt der abstiegsbedrohte FC Augsburg in den Borussia-Park.

Als Mann mit solider kaufmännischer Ausbildung ist Dieter Hecking, der später zudem Sportmanagement studierte, mit Zahlen bestens vertraut. Über die magische Ziffer zwölf, die in den letzten Tagen munter um den Borussia-Park tanzte, wollte der Trainer von Borussia Mönchengladbach vor der Partie gegen Augsburg aber nicht so gerne sprechen. Gewinnt seine Mannschaft auch gegen die Schwaben, wäre das Dutzend Heimsiege in Serie komplett – und der Uralt-Rekord in dieser Rubrik schon mal eingestellt. Für den 35 Jahre alten Bestwert zeichnet der Fußballlehrer Jupp Heynckes aus dem nahe gelegenen Schwalmtal verantwortlich, die entsprechende Demut war Rekordjäger Hecking vor dem Wochenende deutlich anzumerken.

„Heute bedeutet mir das noch nichts – weil wir noch nicht gewonnen haben“, winkte der 54-Jährige höflich ab, dann fügte er vielsagend hinzu: „Nach dem Spiel kann ich hoffentlich darüber sprechen.“ Egal ist dem früheren Wolfsburger Pokalsieger-Coach der historische Kurs, auf dem er mit dem Rautenklub gerade segelt, also definitiv nicht. Ebenso wenig wie der Ausblick, mit einem neuerlichen Heimsieg die Chance auf einen Platz in der Champions League weiter zu unterfüttern.

Gladbach gewann das erste Rückrundenspiel in Leverkusen mit 1:0

Beim Rückrundenstart in Leverkusen (1:0) waren die Niederrheinischen vor allem auf die drei Punkte stolz, weniger auf ihre Leistung. Akteure wie Jonas Hofmann oder Matthias Ginter monierten die defensive Spielweise und die fehlende Entlastung, mit der sich Gladbach speziell nach der Pause das Leben schwer machte. Als großes Plus stand dagegen: die enorme Widerstandskraft der Gäste – die neben dem starken Defensivkern mit Keeper Yann Sommer, Nico Elvedi und Ginter auch wieder auf die überzeugenden Außenverteidiger Michael Lang und Oscar Wendt bauen konnten.

Das schweizerisch-schwedische Duo arbeitet elegant und effektiv zugleich – und ist mitverantwortlich für eine beachtliche Zwischenbilanz: Gegen Bayer hielt Sommer seinen Kasten bereits zum achten Mal in dieser Saison sauber. „Das ist schon eine Hausnummer – gerade, wenn man das mit den letzten Jahren vergleicht“, kommentiert Mittelfeldkraft Hofmann beeindruckt. Während Wendt erklärt: „Wir sind eine Mannschaft, die gerne alles spielerisch lösen möchte. Aber wir haben auch die Mentalität, dagegen zu halten, wenn es schwierig wird.“

In der eigenen Arena pflegte das Fohlen-Ensemble im Herbst zudem seine Geduld und seine Zermürbungsfähigkeit – gegen Kontrahenten wie Nürnberg Stuttgart, Hannover, Düsseldorf und Mainz unentbehrliche Tugenden. Gegen Augsburg, seit dem 2:1 am 27. Oktober in Hannover in neun Partien sieglos, dürfte es ein ähnlich zähes Ringen geben – auch wenn Hecking die bislang mäßige Runde des abstiegsbedrohten FCA (Rang 15) doch überrascht.

FC Augsburg gewann fünf von 15 Spielen gegen Gladbach

„Die Augsburger haben eine Mannschaft, mit der sie mit Fug und Recht Anspruch auf einen Platz im Mittelfeld haben könnten“, findet Borussias Cheftrainer – der nicht erst seit dem 1:1 im Hinspiel die Tücken des Teams von Manuel Baum kennt: 15 Mal traten die beiden Vereine gegeneinander an, nur drei Mal ging Gladbach als Sieger vom Platz, der FCA immerhin in fünf Partien. „Wir sollten uns“, fordert der potenzielle Rekord-Coach Hecking deshalb, „daran orientieren, wie sie gegen uns in der Vergangenheit aufgetreten sind.“

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