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Eberl: Gladbach als Bayern-Jäger „wie ich gegen Usain Bolt“

Max Eberl.

Max Eberl.

Foto: Firo

Mönchengladbach.  Gladbachs Sportdirektor Eberl sieht seinen Klub nicht auf Augenhöhe mit dem FC Bayern. Er spricht sich zudem für eine Kader-Reduzierung aus.

Sportdirektor Max Eberl sieht Borussia Mönchengladbach nicht als den Bayern-Jäger. Trotz Platz vier in der Bundesliga, trotz des Erreichens der Champions League und trotz der Tatsache, dass Gladbach insgesamt achtmal phasenweise auf Platz eins in der abgelaufenen Spielzeit stand. Borussia Mönchengladbach als gleichwertiger Konkurrent der großen Bayern? Das sei für den 46-Jährigen so realistisch wie Usain Bolt zum 100-Meter-Lauf herauszufordern und an den Sieg zu glauben. „Vielleicht bin ich am Start mal vorne. Vielleicht strauchelt er zwischendurch. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Usain Bolt am Ende vor mir einläuft, also Bayern München vor Gladbach, ist doch sehr hoch. Nicht bei hundert Prozent. Aber deutlich im 90-Prozent-Bereich“, sagte Eberl im Kicker. „Dennoch geben wir nicht auf und werfen die Flinte ins Korn.“

In der Diskussion über Sparmaßnahmen und mögliche Gehaltsobergrenzen im Profifußball hat Borussias Sportdirektor derweil einen weiteren Vorschlag ins Gespräch gebracht. „Warum nicht die Kadergröße beschränken? Das könnte die Kostenseite entlassen“, sagte er. Zwar sei Borussia relativ stabil durch die Krise gekommen und auch nicht existenzbedroht. „Corona trifft auch uns bis ins Mark. Die Rücklagen schmelzen wie Eis in der Sonne. Umso wichtiger ist es auch in Zukunft, das große Ganze, nicht allein den Sport im Blick zu haben“, sagte Eberl.

Ginter würde gerne weiter für Gladbach spielen

Weiterhin im Kader der Gladbacher würde Nationalspieler Matthias Ginter gerne stehen, zumindest schließt er eine Zukunft beider Borussia über sein Vertragende 2021 hinaus nicht aus. „Ich kann mir schon vorstellen, die nächsten Jahre in Gladbach zu bleiben. Es gab bisher aber noch keine Gespräche, weil es im Moment durch Corona auch wichtigere Themen gibt“, sagte der 26 Jahre alte Abwehrchef der „Bild“-Zeitung.

Für ihn sei es die bislang „konstanteste Saison“ gewesen, meinte der Innenverteidiger. „Das Feedback von den Verantwortlichen im Klub und der Nationalmannschaft war durchweg positiv. Ich werde wie seit Jahren jeden Tag an mir arbeiten, um diese Entwicklung von mir und des Teams weiter voranzutreiben“, sagte Ginter, der in 36 von 42 Gladbacher Pflichtspielen in dieser Saison auf dem Platz stand.

Klub-Mitarbeiter danken den Profis: "Das sind Ehrenmänner"

Am Sonntag hatte Mönchengladbach haben in einem Video der Mannschaft für den Gehaltsverzicht während der Corona-Zwangspause gedankt. Einige dieser Botschaften veröffentlichte der Klub in einem 25-minütigen Beitrag des vereinseigenen „Fohlen-TV“ mit dem Titel „FohlenInsights“. Kapitän Lars Stindl erklärte darin, dass die Mannschaft sich sofort zusammengesetzt und überlegt habe, wie man verhindern könne, dass Mitarbeitern gekündigt wird oder dass sie auf Geld verzichten müssen. „Wir wollten nicht, dass Mitarbeiter von Borussia zu leiden haben und haben uns entschieden auf Geld zu verzichten, um das auszugleichen“, sagte der 31-Jährige. Bis zu vier Millionen Euro sollen durch den Gehaltsverzicht zusammengekommen sein.

„14 Tage später haben wir ein sehr emotionales Video von den Mitarbeitern bekommen. Da mussten viele von uns schon schlucken, weil uns bewusst geworden ist, was wir da Tolles geleistet haben“, erzählt Stindl in dem Beitrag. In einigen jetzt veröffentlichten Videos sprachen Borussias-Angestellte ihren Dank aus. „Die Entscheidung, die ihr für uns getroffen habt, ist nicht selbstverständlich. Das wissen wir“, sagte eine Mitarbeiterin. Ein Gladbacher Junioren-Trainer fragt in einer anderen Szene seine kleine Tochter. „Weißt du, was meine U14-Jungs dazu sagen würden? „Die würden sagen: Das sind voll die Ehrenmänner.“ (fs/dpa/sid)

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