Borussia Mönchengladbach

Gladbach kommt über ein 1:1 gegen Wolfsburg nicht hinaus

Wolfburgs Xavier Schlager im Duell mit dem Gladbacher Christoph Kramer.

Wolfburgs Xavier Schlager im Duell mit dem Gladbacher Christoph Kramer.

Foto: firo

Mönchengladbach.   Gladbach hat den zweiten Saisonsieg verpasst. Trotz Führung reichte es gegen Wolfsburg nur zu einem 1:1. Am Mittwoch wartet Inter Mailand.

Borussia Mönchengladbach gratulierte dem frischgebackenen Papa Alassane Pléa kurz vor dem Anpfiff. „Doch, es gibt wichtigere Dinge als Fußball“, schrieb der Bundesligist auf Twitter. „Glückwunsch und alles Gute für die Familie.“ Pléa war in der Nacht auf Samstag Vater geworden, sein Trainer Marco Rose verzichtete deshalb auf eine Nominierung des Angreifers für das Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg. Ohne Pléa im Aufgebot mussten sich die Borussen dann im Duell mit den Niedersachsen mit einem 1:1 (0:0) begnügen. Vier Tage vor ihrem Champions-League-Auftaktspiel bei Inter Mailand verpassten sie den zweiten Saisonsieg. „Es ist ein leistungsgerechtes Unentschieden. Aber wir sind nicht zufrieden mit dem Punkt“, ärgerte sich Rose. „Wenn man 1:0 führt, ist es wichtig, dass man es auch zu Ende verteidigt. Trotzdem hat meine Mannschaft heute sehr viel investiert. Die Leistung war in Ordnung.“

Neuhaus und Hofmann setzen Akzente

Pléa durfte also Zeit mit seiner Familie genießen, Breel Embolo kam deshalb zu seinem ersten Startelf-Einsatz in dieser Bundesliga-Saison. Der Ex-Schalker hatte sich am 6. September beim Nations-League-Spiel der Schweiz gegen die deutsche Nationalmannschaft im Duell mit seinem Gladbacher Teamkollegen Matthias Ginter eine Verletzung am Sprunggelenk zugezogen, in der Partie beim 1. FC Köln (3:1) vor zwei Wochen war er in der Schlussphase eingewechselt geworden. Im Vergleich zum rheinischen Derby gab es eine zweite Änderung in der Anfangsformation: Oscar Wendt kam diesmal als Linksverteidiger zum Einsatz, Ramy Bensebaini saß zunächst auf der Bank.

Die Gladbacher versuchten gleich in der Anfangsphase der Partie, den Spielaufbau der Wolfsburger früh zu unterbinden. Allen voran Embolo nahm ohne Ball weite Wege in Kauf, um seine Gegenspieler unter Druck zu setzen. Die erste aussichtsreiche Möglichkeit verzeichnete Gladbachs Marcus Thuram in der elften Spielminute: Der Franzose setzte sich über die linke Seite durch, legte sich den Ball im Duell mit Innenverteidiger Maxence Lacroix auf den rechten Fuß, traf allerdings aus wenigen Metern nur das Außennetz. In der 20. Minute verpasste Florian Neuhaus die Gladbacher Führung nur ganz knapp: Der 23-Jährige köpfte den Ball nach einer gefühlvollen Flanke von Jonas Hofmann an den Pfosten. Neuhaus und Hofmann, die beide am 7. Oktober beim 3:3 gegen die Türkei ihr ersten Spiel im DFB-Team absolviert hatten, setzten in der ersten Hälfte immer wieder Akzente.

Gladbach vergibt gegen Wolfsburg gute Chancen

Roses Mannschaft suchte in erster Linie spielerische Lösungen auf dem Weg zum gegnerischen Tor. Die Gladbacher kombinierten, legten ein hohes Laufpensum an den Tag, wurden aber oftmals von einer über weite Strecken aufmerksamen Wolfsburger Abwehr rechtzeitig gestört. Embolo probierte es in der 33. Minute nach einem Eckstoß von Hofmann mit einem Fallrückzieher, der Ball flog jedoch rund zwei Meter über die Latte. Kurz darauf rauschte der Ball nach einem satten Flachschuss von Hofmann nur etwa einen Meter am linken Pfosten vorbei. Die Borussen dominierten, sie erhöhten die Schlagzahl, trafen trotz guter Gelegenheiten das Tor in der ersten Halbzeit aber nicht.

In der zweiten Hälfte bot sich den 300 Fans im Stadion zunächst allerdings ein anderes Bild. Die Gäste traten nun deutlich mutiger und entschlossener auf. Für Gefahr sorgte insbesondere Maximilian Arnold. In der 63. Minute zog der Mittelfeldspieler mit Wucht von der Strafraumgrenze ab. Torwart Yann Sommer wehrte den Ball nach rechts ab, Ridle Baku setzte den Nachschuss vorbei. Von den Gladbachern war zunächst nicht mehr viel zu sehen.

Pléa in Mailand wieder im Aufgebot

In der 74. Minute jedoch wollte Wolfsburgs Lacroix den Ball zurück auf Torwart Koen Casteels spielen, der Pass geriet zu kurz. Marcus Thuram stürmte mit der Kugel auf das Tor zu, Casteels brachte ihn zu Fall. Hofmann verwandelte den Foulelfmeter – 1:0 für Gladbach. Auf der Gegenseite nutzte Wout Weghorst allerdings eine Unachtsamkeit in der Gladbacher Abwehr. Der Stürmer glich mit einem Schuss aus rund zehn Metern ins linke untere Eck aus (85.). Gladbach musste sich am Ende mit einem Punkt begnügen. „Ich bin sehr enttäuscht“, urteilte Torschütze Jonas Hofmann über das Remis. „Wir haben es leider nicht geschafft, drei Punkte zu holen. Das ist unglücklich. Schon wie gegen Union Berlin haben wir es nicht geschafft, ein 1:0 über die Zeit zu retten.“

Am Mittwoch (21 Uhr/DAZN) steht nun der Gladbacher Auftakt in der Königsklasse auf dem Programm. Im Duell bei Inter, das am Samstag das Stadtderby in der Serie gegen die AC Mailand mit 1:2 verlor, soll auch Pléa wieder zum Aufgebot gehören.

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