Gladbach

Gladbach muss sich wohl auf Platz sieben konzentrieren

Musste verletzt raus: Gladbachs Mittelfeldspieler Christoph Kramer.

Musste verletzt raus: Gladbachs Mittelfeldspieler Christoph Kramer.

Foto: imago

Mönchengladbach.  Borussia Mönchengladbach kam gegen Werder Bremen nicht über ein 2:2 hinaus - ein Grund: Christoph Kramer musste verletzt ausgewechselt werden.

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Es war eigentlich schon frustrierend genug, das Heimspiel gegen Werder Bremen am Freitagabend nicht gewonnen zu haben. Borussia Mönchengladbach hatte einen 2:0-Vorsprung verspielt, einen klaren Handelfmeter nicht zugesprochen bekommen und danach noch zwei Gegentore kassiert. Obendrauf fiel in der Schlussphase Weltmeister Christoph Kramer verletzungsbedingt aus.

Der defensive Mittelfeldspieler musste 18 Minuten vor dem Ende wegen eines eingeklemmten Nervs im Schienbeinbereich ausgewechselt werden. Wie schwer die Verletzung ist und ob ein Start am kommenden Samstag (18.30 Uhr/Sky) bei seinem ehemaligen Klub Bayer 04 Leverkusen in Frage kommt, dürfte erst am Montag geklärt sein. Auch Außenverteidiger Reece Oxford hatte Probleme. Der 19-jährige Engländer von West Ham United musste wegen Muskelverhärtungen in beiden Waden ebenfalls kurz vor dem Spielende vom Feld.

Christoph Kramers Aus wirkte gegen Bremen schmerzhafter nach. Mit Denis Zakaria war sein Positionskollege im defensiven Mittelfeld schließlich bereits bei Halbzeit aus dem Verkehr gezogen worden. Vorsichtshalber, weil der Schweizer nicht weit von einem Platzverweis entfernt gewesen war. Trainer Hecking ließ bei einem 2:0 nach 45 Spielminuten Vorsicht walten, brachte den 19-jährigen Franzosen Mickael Cuisance für Zakaria. Eigentlich ein richtiger Zug, obwohl der im Vorwärtsgang dynamische Zakaria an beiden Treffern als Torschütze und Vorbereiter maßgeblichen Anteil hatte.

Doch mit den Wechseln im defensiven Mittelfeld entglitt Gladbach nach einem nicht gegebenen Handelfmeter, den Maximilian Eggestein gegen einen Kopfball von Jonas Hofmann im Bremer Strafraum eigentlich produziert hatte, die Partie. Und damit der sicher geglaubte Sieg.

“Unsere Doppel-Sechs ist eine enorm wichtige Achse”, hob Borussias Sportdirektor Max Eberl hervor, “es ist schon ein Unterschied, ob da Kramer und Zakaria oder Cuisance und Jantschke spielen.” Auch Trainer Hecking sah das so: “Wir hatten hier bittere Wechsel zu schlucken. Deshalb haben wir in der zweiten Halbzeit auch unsere Stabilität verloren.”

Neun Spieltage vor dem Saisonende spricht vieles dafür, dass sich die Gladbacher wohl auf den siebten Tabellenplatz konzentrieren müssen, sollte es mit Europa in der kommenden Saison noch etwas werden. Rang sieben dürfte für den internationalen Startplatz deswegen reichen, weil der DFB-Pokalsieger, dem ein Startrecht in der Gruppenphase der Europa League zusteht, sich aus den Teams auf den Plätzen eins bis sechs rekrutieren wird: Bayern München, Schalke 04, Eintracht Frankfurt, Bayer 04 Leverkusen. Allerdings würde Gladbach dann bereits in der zweiten Qualifikationsrunde einsteigen, müsste bis zur Gruppenphase auch noch die dritte Runde plus Play-offs spielen. Ein weiter Weg bei dann sechs Donnerstag-Spielterminen ab 26. Juli in Serie. Und die Erholungsphase im Sommer würde trotz der anstehenden Weltmeisterschaft, die bis zum 15. Juli in Russland läuft, auch eher kurz ausfallen.

Sportdirektor Max Eberl würde das allerdings gern in Kauf nehmen. “Mein Wunsch ist es, wieder in Europa mitzuspielen”, erklärte Eberl in der Winterpause. Das ist trotz der Misserfolge der vergangenen Wochen für Gladbach immer noch machbar.

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