Gladbach

Gladbach-Sportdirektor Eberl schließt Wintertransfers aus

Gladbachs Sportdirektor Max Eberl im Trainingslager.

Gladbachs Sportdirektor Max Eberl im Trainingslager.

Foto: imago

Jerez.  Im Trainingslager arbeitet Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl an seiner Strategie, damit die Borussia eine erfolgreiche Rückrunde hinlegt.

Immerhin scheint die Sonne, als Max Eberl das tut, was er nun mal wieder hauptsächlich macht: Telefonieren. Das Wintertransfer-Fenster hat geöffnet. Das sorgt für Redebedarf. Mit Beratern. Manager-Kollegen. Klub-Bossen. So lehnt der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach am Sonntag lässig an einem Zaun, das Smartphone am Ohr, während im Hintergrund die Gladbacher Profis auf dem Fußballplatz im spanischen Jerez de la Frontera ackern.

Borussia hat als Tabellendritter bereits 33 Punkte gesammelt

Hier bereitet sich der Verein auf die kommende Rückrunde vor, die ähnlich großartig werden soll wie die ersten 17 Bundesliga-Partien. Die Borussia ist Tabellendritter, hat bereits 33 Punkte gesammelt. Alle im Verein spüren, dass die Qualifikation für die Champions League möglich ist. Allerdings: Schon häufiger vermasselten die Fohlen eine Rückrunde, verspielten ihre Ziele. Um dem entgegenzuwirken, haben die Verantwortlichen einige Maßnahmen eingeleitet.

Zunächst wäre da Ruhe. Die will Eberl – trotz der ganzen Telefoniererei – auf dem Transfermarkt bewahren. „Ich bin froh über unseren Kader“, meint er und schließt Wintertransfers derzeit aus. Auch „weil die Summen Dimensionen erreicht haben, die für uns nicht mehr möglich sind“. So seien die gehandelten Innenverteidiger Andreas Christensen (FC Chelsea) und Reece Oxford (West Ham United) zu teuer. Außerdem müsse man bei einem Wintertransfer immer beachten, dass dieser das Mannschaftsgefüge durcheinanderbringen könne.

Dafür soll es im Januar keine schmerzhaften Abgänge geben. Offensivspieler Thorgan Hazard wirbelt mindestens bis zum Sommer am Niederrhein. Was dann passiert, ist allerdings offen. Sein Vertrag gilt noch bis zum Juni 2020. Eberl kämpft um eine Verlängerung. „Gladbach und er sind eine Erfolgsgeschichte, die hoffentlich noch lange andauert. Ich habe ihn noch nicht aufgegeben“, erklärt der Sportdirektor. Auch Fanliebling Patrick Herrmann soll bleiben, obwohl sich dieser nach mehr Einsatzzeiten sehnt. „Er ist ein wichtiger Spieler“, meint Eberl, „die Chance, dass er auch in der Rückrunde noch bei uns ist, schätze ich zwischen 80 und 90 Prozent ein“.

Gladbach-Konkurrenzkampf soll angefacht werden

Dann wäre da die taktische Flexibilität. Die will Trainer Dieter Hecking noch mal erhöhen. Im Sommer impfte er seiner Mannschaft zusätzlich zum 4-2-2 das neue 4-3-3-System ein. Nun soll die Dreierkette als weitere Option optimiert werden. Hier liegt der Hauptfokus im siebentägigen Trainingslager in Andalusien. Der Trainer hat erkannt, dass sich die Gegner mittlerweile auf das 4-3-3 besser eingestellt haben, die Fohlen-Offensive besser in Schach halten. Die Borussia benötigt mehr Möglichkeiten, um überraschen zu können.

Außerdem soll der Konkurrenzkampf weiter angefacht werden. Gerade im Mittelfeld. Da haben in der Hinrunde vor allem Jonas Hofmann und Florian Neuhaus auf sich aufmerksam gemacht. Dafür wollen sich nun anderen Profis wieder in Position bringen. Denis Zakaria etwa. Oder Michael Cuisance. Christoph Kramer versucht, Tobias Strobl auf der Sechs zu verdrängen. Fabian Johnson macht Michael Lang als Rechtsverteidiger Konkurrenz. „Es gibt Positionen, auf denen wir schauen müssen, was da passiert“, stellt Eberl fest.

Zusätzlich hoffen die Fohlen auf die Rückkehr ihrer Führungsspieler. Lars Stindl testet gerade noch, wie sein verletztes Sprunggelenk auf die Belastung reagiert. Matthias Ginter rennt nach seinem Kiefer- und Augenhöhlenbruch mit einer Maske über den Rasen. Aber: „Wenn alles gut geht, steht einem Einsatz in Leverkusen nichts mehr im Wege“, sagt er. Auch Jonas Hofmann mischt nach seiner Muskelverletzung im Hüftbeuger wieder mit. „Ich bin voll da“, erklärt der Mittelfeldspieler.

Am 19. Januar reist Gladbach nach Leverkusen

Deswegen wird er vermutlich dabei sein, wenn die Gladbacher am ersten Rückrunden-Spieltag (19. Januar, 15.30 Uhr) zu Bayer Leverkusen reisen. „Das Spiel ist für mich das aller wichtigste“, sagt Max Eberl. Schon in der vergangenen Spielzeit absolvierte die Borussia eine gelungene Hinrunde, hatte Kontakt zu den Champions-League-Plätzen. Damals verzichtete sie auf ein Wintertrainingslager, verlor prompt die erste Rückrunden-Partie gegen den 1. FC Köln (1:2), enttäuschte in der Rückrunde. Das soll diesmal nicht passieren. Weswegen Eberl nun in der Sonne über Spanien telefoniert.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben