Gladbach

Gladbach-Trainer Hecking geht geschwächt in die Saison

Foto: dpa

Mönchengladbach.  Gladbachs Trainer Dieter Hecking bremst die Erwartungshaltung. Trotzdem muss seine Mannschaft besser spielen, will er seinen Job behalten.

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Eine Sache wollte Dieter Hecking unbedingt loswerden, das sah man dem Trainer von Borussia Mönchengladbach an. Gerade noch hatte er entspannt über die Eindrücke der ersten Einheit der Saison gesprochen, die vor rund 4000 Fans im Stadion stattfand, doch als es um die Zielsetzung ging, verfinsterten sich seine Augen.

„Ich denke, ganz Deutschland hat erfahren, wie es mit Erwartungen sein kann“, meinte der 53-Jährige in Anlehnung an das deutsche WM-Aus. „Wir sollten alle mal ein bisschen runterkommen“, so Hecking weiter, um dann seinen Appell ans eigene Umfeld zu richten: „Wir sollten kleine Brötchen backen.“

Nur, in Gladbach ist die Erwartungshaltung traditionell hoch. Schließlich hat der Klub früher ziemlich grandiose Brötchen gebacken. In den 70er-Jahren stürmten die Fohlen zu acht Titeln. Das bleibt unvergessen, warum auch das Trikot des neuen Ausrüsters Puma an genau diese Zeit erinnern soll. Der Verein wird dadurch natürlich nicht zu einem Meister-Kandidaten, aber auch Manager Max Eberl hat die Erwartung an seinen Trainer, dass die kommende Saison deutlich besser verläuft als die letzte.

Heckings Gladbach-Vertrag läuft aus

Gladbach wurde am Ende nur Tabellenneunter, verpasste die Qualifikation für Europa. Das muss besser werden, wenn Hecking seinen Job behalten will. Sein Vertrag läuft am Ende der Saison aus. Gespräche über eine Verlängerung wurden überraschend vertagt, was man durchaus als Misstrauensvotum verstehen kann. Hecking geht also geschwächt in die Saison.

Seine Arbeit wird zusätzlich erschwert, da die acht Gladbacher WM-Teilnehmer (darunter auch der Schweizer Neuzugang Michael Lang) verspätet in die Saison starten werden. Immerhin wird Matthias Ginter durch das deutsche Aus wohl am 22. Juli mit der Mannschaft ins Trainingslager am Tegernsee reisen.

Bis dahin würden die Gladbacher gerne noch einen Mittelstürmer verpflichten, nachdem Hannovers Niclas Füllkrug abgesagt hat. Außerdem könnte bei einem lukrativen Angebot Thorgan Hazard, der derzeit mit Belgien bei der WM wirbelt, verkauft werden. „Lassen Sie sich überraschen“, meinte Eberl nur, um erst gar keine Erwartungen zu wecken.

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