Gladbach

0:1-Niederlage gegen den BVB: Gladbacher Torflaute dauert an

Nico Elvedi sitzt auf dem Boden, Matthias Ginter will ihm aufhelfen.

Foto: firo

Nico Elvedi sitzt auf dem Boden, Matthias Ginter will ihm aufhelfen.

Mönchengladbach.   Die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking verliert 0:1 gegen Borussia Dortmund. Vestergaards vermeintlicher Ausgleichstreffer zählt nicht.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Vom Torflautenfrust, der die Bundesliga-Fußballer von Borussia Mönchengladbach wie eine hartnäckige Erkältung befallen zu haben scheint, wollte Max Eberl am Sonntagabend gar nichts hören. „Klar sind die Jungs in der Kabine jetzt tief deprimiert“, erklärte der Sportdirektor nach der unglücklichen 0:1 (0:1)-Heimniederlage gegen Borussia Dortmund - dem vierten Bundesligaspiel in Serie ohne Tor und ohne Punkt.

Und dennoch mahnte Eberl an, die rechte Einstellung an den Tag zu legen: „Am Montag wachen wir auf und bereiten uns auf Hannover vor. Punkt.“ Samstag (15.30 Uhr/Sky) gibt es die nächste Gelegenheit, den Torflautenfrust loszuwerden. Und Tabellenplatz zehn.

Das wird langsam nötig, um nicht plötzlich aus dem Tableau eine andere Zielrichtung herauszulesen. Bis zur Champions League sind es derzeit sieben Pluspunkte, bis zum Relegationsrang nur noch acht.

Etliche Gladbach-Chancen

Die Entscheidung eines spannenden Fußballabends im Borussia-Park lieferte jenes kolossale BVB-Trio, das erstmals seit mehr als einem Jahr wieder zusammen im gelben Dress unterwegs war. Mario Götze passte in der 22. Minute auf André Schürrle. Dessen Linksflanke landete auf dem rechten Schuh von Marco Reus. Und der personifizierte Verletzungspechvogel der vergangenen Jahre zog die Kugel klasse unter die Gladbacher Querlatte zur frühen Spielentscheidung. Dass die Fohlen genau in dieser Szene defensiv unaufgeräumt wirkten, verwässert die gute Gesamtleistung auch der Abwehr. Jannik Vestergaard hatte beispielsweise BVB-Torjäger Michy Batshuayi abgemeldet. Die Chelsea-Leihgabe kam erst in der Nachspielzeit zur einzigen guten Aktion.

Vorn bot sich für Gladbach Möglichkeit um Möglichkeit. Lars Stindl weitete seine Torblockade trotz zweier erstklassiger Chancen auf 1075 Spielminuten aus. Der Belgier Thorgan Hazard, einer der laufstärksten Bundesligaspieler überhaupt, stellte in vielen Szenen erneut den Eigensinn in den Vordergrund.

Einen Treffer schafften die Gastgeber tatsächlich. Doch Jannik Vestergaards vermeintliches 1:1 kurz vor der Halbzeit pfiff Schiedsrichter Bastian Dankert zurück. Der dänische Abwehrturm hatte im Abseits gestanden. Das prüfte Dankert per Videobeweis. Die Szene in der Schlussminute, als Vestergaard im Dortmunder Strafraum von Sokratis zu Boden gerissen wurde, indes nicht: kein Elfmeter!

Das regte Mönchengladbachs Trainer Dieter Hecking auf: „Der Schiedsrichter hat es in Köln überprüfen lassen, so hat er mir versichert. Wer sich allerdings die Szene ansieht, kann leicht zu einer anderen Meinung gelangen, als da weiterspielen zu lassen.“

Halbzeit zwei war richtig gut

Auf diese Schlüsselszene hätte Gladbach es gar nicht ankommen lassen müssen. Halbzeit zwei war richtig gut, auch im Vortrag nach vorn. Es gab beste Chancen zum Ausgleich. Doch BVB-Torsteher Roman Bürki wuchs mit waghalsigen Aktionen über sich hinaus. Gegen Raúl Bobadilla, der bei seinem ersten Saisoneinsatz von Beginn an ein großes Laufpensum hinlegte, am Ende aber über seine leicht lädierte Wade klagte, kam im Nachschuss gegen Bürki einen halben Schritt zu spät (55. Min.).

Thorgan Hazard (58.) packte im Dortmunder Strafraum der Übermut – Schuss in die zweite Etage! Lars Stindls rechter Fuß schien von Schwermut befallen – und zu schwach für einen Treffer von der Strafraumgrenze (64.). Dann schien Außenverteidiger Nico Elvedi per Kopf die Kugel ins BVB-Netz zu drücken – wieder brachte Bürki einen Handschuh in Stellung, um den Einschlag zu vereiteln (70.). Dass Elvedi am Ende verletzt vom Feld humpelte, war ein Gladbacher Sinnbild für die vergangenen Wochen: viele Chancen, gute Leistung, kein Lohn.

„Wir haben alles getan, was möglich war. Das Glück ist im Moment nicht bei uns“, sagte Raúl Bobadilla. „Im Fußball gewinnt nicht immer die bessere Mannschaft“, stellte Weltmeister Matthias Ginter fest. Und da pflichtete ihm sein früherer Dortmunder Kabinennachbar Mario Götze bei: „In der zweiten Halbzeit hatten wir auch etwas Glück.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik