Kommentar

Gladbachs Alassane Pléa sieht Gelb-Rot - und das ist richtig

Schiedsrichter Stieler zeigt Alassane Pléa erst Gelb, dann Rot.

Schiedsrichter Stieler zeigt Alassane Pléa erst Gelb, dann Rot.

Foto: Getty

Mönchengladbach.  Der Platzverweis von Gladbachs Pléa war ein spielentscheidender gegen Leipzig. Hätte Schiedsrichter Stieler etwas feinfühliger sein müssen? Nein.

Gelb oder Gelb-Rot? Das ist die Frage, die am Samstagabend die Gemüter im Spiel zwischen RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach erhitzte. Gladbachs Alassane Pléa hatte binnen weniger Sekunden erst die Gelbe Karte gesehen und dann Gelb-Rot. Als Schiedsrichter Tobias Stieler in der 61. Minute die Karten zog, war das eine entscheidende Szene in dieser Partie, in der Gladbach in Unterzahl noch den Ausgleich kassieren sollte. Es war eine umstrittene Entscheidung – aber auch die richtige Lösung.

Pléa hatte sich beklagt, weil Stieler nach einem angeblichen Foul gegen den Franzosen nicht auf Freistoß entschieden hatte. Für seine wilden Gesten und Worte wurde er verwarnt. Statt zu schweigen, wurden die Gesten noch abfälliger. Was also blieb Stieler anderes übrig, als die zweite Gelbe Karte zu ziehen?

Pléa sollte die strengere Regelauslegung kennen

Die Schiedsrichter sind nach der Winterpause angehalten, Unsportlichkeiten konsequenter zu ahnden. Denn unter den Tausenden Zuschauern sind auch viele Kinder und Amateurkicker, die das Verhalten der Profis nachahmen. Es mag sich oberlehrerhaft anhören, aber die Bundesliga hat als Fußball-Oberhaus nun mal eine Vorbildfunktion, und der wird sie nur gerecht, wenn Vergehen auch entsprechend bestraft werden.

Viele Gladbacher und auch einige Leipziger Spieler verurteilten Gelb-Rot als zu harte Entscheidung. Sie sprachen von Fingerspitzengefühl, das man als Schiedsrichter haben müsse in einem Spitzenspiel voller Emotionen. Es ist richtig, dass ein Schiedsrichter auch feine Abwägungen treffen sollte, dass er in bestimmten Situationen auch mal ein Auge zudrücken muss. Aber zur Wahrheit gehört auch, dass der Kopf ebenfalls mitspielt. Die härtere Regelauslegung ist bekannt - ob sie dem Fußball schadet oder hilft, ist eine ganz andere Diskussion. Sie ist da, und so sollte man als Spieler den Kopf einschalten und nach einer Verwarnung nicht noch wütender reagieren, selbst wenn diese als falsch empfunden wird.

Schiedsrichter Stielers Einschätzung

Tobias Stieler hatte die Szenen mit Pléa nach dem Spiel treffend einsortiert: „Er hat wiederholt abfällig gestenreich keinen Respekt gezeigt. Ich kann es nicht nachvollziehen, dass ein Spieler, wenn er Gelb bekommt, immer noch abfällige Gesten macht.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Leserkommentare (2) Kommentar schreiben