Mönchengladbach.

Gladbach ist nach der Niederlage gegen Frankfurt ernüchtert

Raul Bobadilla.

Foto: dpa

Raul Bobadilla. Foto: dpa

Mönchengladbach.   Borussia Mönchengladbach fehlt beim 0:1 gegen Frankfurt das Feuer. Spieler und Trainer reagieren nach der Heimpleite hörbar ernüchtert.

Selbst eine rekordverdächtige Nachspielzeit von fast acht Minuten hat Borussia Mönchengladbach am Samstagnachmittag nicht mehr vor der ersten Niederlage im vierten Pflichtspiel der noch jungen Bundesliga-Saison bewahrt. Nach einer dürftigen Vorstellung gegen Eintracht Frankfurt verlor das Team von Cheftrainer Dieter Hecking verdient mit 0:1 (0:1).

Für die Gäste traf der hoch motivierte Ex-Schalker Kevin-Prince Boateng. Dazu verweigerte Schiedsrichter Robert Kampka in der ersten Halbzeit zwei weiteren Frankfurter Toren durch Boateng und den französischen Neuzugang Sébastien Haller vom Niederländichen Klub FC Utrecht wegen Abseits die Anerkennung.

Die Gäste waren bissiger

Wie schon beim 2:2 in Augsburg vor der Länderspielpause startete Gladbach schlecht in die Partie gegen viel bissigere Gäste. „Das hat mir überhaupt nicht gepasst. Zumal wir in der Besprechung genau jene Dinge vorher angesprochen hatten, die dann auch eingetroffen sind“, sagte Trainer Hecking nach dem Spiel.

Die Eintracht operierte mit hohen Bällen auf das Angriffsduo Boateng und Haller, setzte mit ihren flinken Nachrückern dann die Gladbacher Defensive schwer unter Druck. Der Treffer des Deutsch-Ghanaers Boateng, der seine Mitspieler bis zur Auswechslung in der 51. Minute geradezu mitgerissen hatte, war eingebettet in zahlreiche gute Torchancen der Eintracht.

„Wir haben Frankfurt brutal in die Karten gespielt“, sagte Weltmeister Christoph Kramer hinterher über die ersten 30 Spielminuten.

Die Fohlenelf war bis zur Halbzeit mit dem 0:1 gut bedient. „Danach hätten wir einen Brustlöser gebraucht. Doch in unserem Spiel waren einfach zu viele Schnörkel“, kritisierte Gladbachs Trainer Hecking. Man hätte auch sagen können: Die Borussia operierte offensiv ohne das nötige Feuer, um die Frankfurter Fünferkette auseinanderreißen zu können. Da halfen die Einwechslungen von Rückkehrer Raúl Bobadilla und vom 18-jährigen Paraguayer Julio Villalba letztlich nichts. Trainer Hecking hatte in den letzten sieben Spielminuten plus Nachspielzeit seine komplette Offensive auf dem Rasen. Doch selbst da kreierte der Gastgeber keine klare Torchance, um zumindest eine Punkteteilung rechtfertigen zu können.

Eine verdiente Niederlage

„Das war eine verdiente Niederlage für uns. Wir haben nach dem Rückstand einfach nicht genug gemacht“, stellte Innenverteidiger Jannik Vestergaard fest.

Der bisher ordentliche Saisonstart mit dem Derbysieg gegen Köln, dem Pokalerfolg in Essen und einem 2:2 in Augsburg ist damit verwässert. Insgeheim hatten sich die Borussen ausgerechnet, mit einem Heimsieg über Frankfurt und aus einer Spitzenposition in der Bundesliga-Tabelle im Rücken am kommenden Samstag (18.30 Uhr/Sky) zu RB Leipzig zu fahren. „Wir wollen da gewinnen. Nach dem Auftritt heute kann ich aber nicht viele Argumente dafür nennen, warum wir dort drei Punkte mitnehmen. Wir haben verdammt viel zu arbeiten“, sagte Thorgan Hazard. Der belgische Nationalspieler kam vorn ebenso wenig in die Strümpfe wie Raffael oder Patrick Herrmann. Vorn hatte Gladbach zu viele Ausfälle zu beklagen.

In drei Bundesliga-Spielen hat die Borussia noch kein Stürmertor erzielt. Lediglich beim 2:1 in Essen im DFB-Pokal trug sich Raffael in die Trefferliste ein.

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