Fußball-Bundesliga

Helmes klagt nicht über seinen Kreuzbandriss

Foto: firo

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Köln. Leverkusens Torjäger Patrick Helmes schuftet momentan in der Reha an seinem Comeback. Im Oktober will er wieder mit der Mannschaft trainieren, im November möchte er zurück auf die Bundesliga-Bühne. Das jüngste Interesse des VfB Stuttgart ehrte ihn, die WM 2010 bleibt sein Ziel.

Bei seiner letzten Partie, dem Pokalfinale in Berlin Ende Mai, waren über 70 000 Zuschauer dabei – bei seiner Verletzung in Siegen kein einziger: Nationalstürmer Patrick Helmes (25) spielt nach einem Kreuzbandriss, den er sich vor zwei Monaten im Urlaub bei einem Freizeitkick mit Freunden zuzog, im Moment keine Rolle. Weder bei seinem Verein Bayer Leverkusen noch in der deutschen Auswahl. Mit der NRZ sprach er über seine aktuelle Situation, sein Comeback, über Chips und Cola und seine Pläne.

Herr Helmes, haben Sie sich schon mit Chips und Cola eingedeckt, um für die vielen Fußballspiele im TV gerüstet zu sein?

Cola habe ich mir nicht besorgt, ich trinke vor allem Wasser und Eistee. Aber ich gucke mir gar nicht so viel an: Nur unsere und die FC-Spiele. Bei unseren Heimspielen werde ich in Leverkusen im Stadion sein.

Wie sieht momentan ihr Alltag aus?

Ich bin täglich vier Stunden in der Reha in der Mediapark Klinik in Köln. Da mache ich vor allem Schnellkraft- und Stabilisationsübungen für meinen Oberschenkel. Auf einem Trampolin beispielsweise. Dann mache ich Aqua-Jogging und fahre viel Fahrrad.

Bereitet das Knie noch Schmerzen?

Nein. Das Knie macht keine Probleme, die große Schiene ist inzwischen ab. Ich mache super Fortschritte, auch am Oberkörper. Mir geht's gut. Hier in der Reha kenne ich auch ein paar Leute: Rainer Plaßhenrich von Alemannia Aachen oder Basketballnationalspieler Guido Grünheid. Abends treffe ich mich regelmäßig mit einigen Mitspielern: Stefan Kießling, Gonzalo Castro, Daniel Schwaab, Renato Augusto, Eren Derdiyok. Ich fühle mich sauwohl.

Noch besser würden Sie sich nur auf dem Fußballplatz fühlen.

Na klar. Aber ich habe jetzt bereits zwei Monate nach der Operation hinter mir – die Hälfte also habe ich schon geschafft.

Mitte Oktober wollen Sie schon wieder trainieren?

Genau. Und Mitte/Ende November möchte ich wieder in der Bundesliga spielen. Das ist mein Ziel. Ich achte im Moment nur auf mein Knie.

Werden Sie jemals wieder mit Ihren Siegener Freunden kicken?

Ja sicher! Das werde ich auch weiterhin tun. In vier Wochen Sommerpause kann ich den Ball nicht in Ruhe lassen. Damit komme ich nicht klar. Wäre es anders, hätte ich den falschen Beruf gewählt.

Empfinden Sie den Kreuzbandriss als großen Rückschritt in einer jungen Karriere?

Sowas kommt aber vor. Ich war in diesem einen Moment eben unkonzentriert. Es war aber eine stinknormale Szene: Ich wollte bloß den Ball mitnehmen und dann habe ich sofort gemerkt, dass mir das Knie irgendwie rausgesprungen ist. Das hätte mir auch in „Movie World” oder sonstwo passieren können, einfach überall.

Morgen spielt die Nationalmannschaft in Aserbaidschan – ohne Sie, dafür wieder mit Cacau? Schmerzt das?

Meine Verletzung ist sicherlich nicht optimal. Aber die Weltmeisterschaft 2010 bleibt mein Ziel. Im November bin ich wieder zurück, dann habe ich noch sieben Monate, um mich zu zeigen. Dann will ich richtig für mich werben.

Wann hatte Sie das letzte Mal Kontakt zu Joachim Löw?

Ein paar Tage nach der Operation haben wir miteinander telefoniert. Aber: Ich trauere nichts und niemandem hinterher. Ich bin kein Kind von Traurigkeit, ich denke positiv und werde mein Ding spielen. Dann geht's auch wieder aufwärts. Und die Nationalmannschaft wäre das Bonbon.

In der Fußballszene geraten Spieler schnell in Vergessenheit. Ihr Name fiel zuletzt, als der VfB Stuttgart einen Gomez-Nachfolger suchte. Hatten Sie Interesse?

Dazu kann ich nichts sagen, da müssen Sie meinen Berater fragen. Aber natürlich ist es immer toll, wenn man Angebote von anderen Vereinen bekommt. Der VfB spielt in der Champions League, das ist sicherlich ein Anreiz. Aber ich bin bei Bayer 04 Leverkusen und habe hier einen Vertrag bis 2013. Das sind ja noch ein paar Jährchen...

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