MSV - Fortuna

Ärger beim MSV Duisburg um einen verweigerten Elfmeter

Enttäuschte Zebras: Enis Hajri, Kingsley Onuegbu und Lukas Fröde (von links).

Foto: Fabian Strauch / FUNKE Foto Services

Enttäuschte Zebras: Enis Hajri, Kingsley Onuegbu und Lukas Fröde (von links). Foto: Fabian Strauch / FUNKE Foto Services

Duisburg.   Bei der 1:2-Niederlage des MSV Duisburg gegen Fortuna Düsseldorf gaben Nuancen den Ausschlag. Der MSV beklagte sich über den Schiedsrichter.

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Die Duisburger Polizei sprach am Sonntag von einem „friedlichen Fußball-Nachmittag“. Kevin Wolze, Kapitän des Zweitligisten MSV Duisburg, teilte diese Sicht nach der 1:2 (0:1)-Niederlage gegen den Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf nicht. Aus gutem Grund: Er hatte in der 58. Minute einen bösen Tritt kassiert. Fortunas Außenverteidiger Julian Schauerte hatte ihn im Strafraum weggegrätscht. Der Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Sascha Stegemann blieb jedoch aus.

Fortuna Düsseldorf führte zu diesem Zeitpunkt mit 1:0, mit einem verwandelten Elfmeter hätten die Zebras dem Spiel eine Wende geben können. Kevin Wolze war nach der Partie sichtlich angefressen. „Der Schiedsrichter hat mir gesagt, dass es eine Berührung gab und dass das aber nicht für einen Elfmeter ausreiche“, so Wolze. Trainer Ilia Gruev nahm seinen bereits gelbbelasteten Außenverteidiger später aus dem Spiel, weil der Schiedsrichter signalisiert hatte, dass beim nächsten Vergehen des Kapitäns ein Platzverweis folgen werde.

„Wir hätten uns über einen Elfmeter nicht beklagen dürfen“, gab Fortunas Trainer Friedhelm Funkel später zu. Der ehemalige MSV-Coach war heilfroh, die drei Punkte an alter Wirkungsstätte eingesammelt zu haben. Funkel: „Es war wirklich eine schwierige Aufgabe. Der MSV steht nicht ohne Grund oben in der Tabelle.“

Naubers Patzer vor dem 0:1

Die Fortuna hatte das Glück auf ihrer Seite, war am Ende aber auch um die Nuancen, die am Ende den Ausschlag gaben, besser und cleverer. Die Duisburger trauerten hinterher nicht nur dem verweigerten Elfmeter nach, sondern auch einer Großchance unmittelbar vor dem Führungstreffer der Gäste. In der 40. Minute setzte sich Ahmet Engin zunächst auf der rechten Seite durch, blieb aber beim finalen Pass an einem Düsseldorfer Bein hängen. MSV-Stürmer Stanislav Iljutcenko stand frei vor dem Düsseldorfer Tor zum Einschuss bereit.

Stattdessen gab es nur einen Eckstoß für den MSV. Ein Eckball mit Folgen. Denn die Fortuna schaltete blitzschnell um. Für MSV-Innenverteidiger Gerrit Nauber war das zu schnell, um den Überblick zu behalten. Einen langen Ball der Gäste unterschätzte Nauber komplett. Zwar konnte er zunächst klären, Düsseldorf eroberte aber den Ball zurück, und Rouwen Hennings erzielte mit einem satten Linksschuss das 0:1.

Onuegbu vergab Ausgleich

Nach dem Seitenwechsel fand der MSV zunächst kein Mittel, um die Fortuna unter Druck zu setzen. Die Gäste bemühten sich, das Spiel zu kontrollieren. Rouwen Hennings verpasste mit einem Schlenzer an die Latte die Vorentscheidung (65.). Ilia Gruev brachte wenig später Kingsley Onuegbu für Stanislav Iljutcenko als frischen Stürmer. Der Nigerianer belebte das Angriffsspiel der Zebras. In der 72. Minute verfehlte der King das Düsseldorfer Tor mit einem Drehschuss aus kurzer Distanz. Auf der Gegenseite verpasste Hennings per Kopf (84.).

In der Schlussphase erhöhte Gruev das Risiko. Er brachte Lukas Daschner für Gerrit Nauber und löste damit die Vierer-Abwehrkette auf. In der 88. Minute nutzte Taka­shi Usami die frei gewordenen Räume und erhöhte auf 0:2.

In der 90. Minute brachte Borys Tashchy den MSV mit seinem Anschlusstreffer zum 1:2 doch noch einmal ins Geschäft. Kingsley Onuegbu hatte in der vierminütigen Nachspielzeit noch zwei Chancen zum Ausgleich. Die Düsseldorfer verteidigten die Situationen jedoch mit Mann und Maus und sicherten damit ihren Auswärtssieg, der sie ein großes Stück weiter Richtung Bundesliga-Aufstieg brachte.

Der MSV verpasste es mit der zweiten Niederlage in Folge zum zweiten Mal, die 40-Punkte-Marke zu erreichen, und rutschte auf den sechsten Tabellenplatz ab. Kapitän Kevin Wolze sieht sein Team weiterhin im Soll: „Wir haben noch nie nach oben geschaut. Es geht für uns weiterhin um den Klassenerhalt.“

Fröde und Iljutcenko gesperrt

Nun wollen die Zebras am nächsten Sonntag in Braunschweig den nächsten Versuch unternehmen, dem Ziel näher zu kommen. Zwei Spieler werden dann aber gesperrt fehlen. Stanislav Iljutcenko kassierte gestern seine fünfte gelbe Karte, Lukas Fröde erhielt seine zehnte Verwarnung im Laufe der Saison.

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