Duisburg. Kapitän Sebastian Mai wertet das 0:0 in Saarbrücken als Fortschritt. Gegen Lübeck ist für den MSV Duisburg nun aber ein Sieg Pflicht.

Sebastian Mai ist ein Mann der klaren Worte. „Der Wind haut uns gerade frontal in die Fresse“, sagte der Kapitän des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg am Mittwochabend nach dem 0:0 beim 1. FC Saarbrücken im Interview mit Magenta. Saarbrückens Torhüter Tim Schreiber musste deutlich mehr als einen kräftigen Luftzug in seinem Gesicht ertragen. Der Keeper verließ den Platz im Ludwigsparkstadion wie ein verprügelter Boxer. Mit dem Gesicht hatte er kurz vor dem Spielende die Duisburger Großchance von Jonas Michelbrink abgewehrt.

Mit Tampons in den Nasenlöchern und einem angeschwollenen blauen Auge präsentierte sich der 21-Jährige nach der Partie in der Interviewzone. Schreiber ist ein Mann, der viel einstecken kann. Schon beim 1:0-Sieg gegen Dynamo Dresden zehn Tage zuvor hatte er sich eine Platzwunde zugezogen, weil er mit dem Kopf gegen den Pfosten geknallt war. Er spielte dann mit einem Turban weiter. „Es gehört ab und an dazu, dass man mit allem, was man hat, das Gegentor verhindert“, sagte der Torwart nach der Partie.

Sebastian Mai bewertete das 0:0 des MSV Duisburg in Saarbrücken als Fortschritt.
Sebastian Mai bewertete das 0:0 des MSV Duisburg in Saarbrücken als Fortschritt. © firo Sportphoto | Andreas Schlichter

Heimspiel gegen Lübeck am Samstag

Schreibers Gesichtsparade führte letztlich dazu, dass der MSV ein weiteres Spiel ohne eigenes Tor beendete. Auswärts blieben die Zebras nun zum fünften Mal in Folge ohne Torerfolg. Zuletzt traf Niclas Stierlin am 3. September bei der 1:2-Niederlage beim SSV Jahn Regensburg in der Fremde. Die Zebras lieferten in der Defensive eine starke kämpferische Leistung ab, nach vorne ging kaum etwas.

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Ein 0:0 bei Bayern-München-Besieger 1. FC Saarbrücken ist grundsätzlich ein gutes Ergebnis. Wenn ein Team auf Platz neun steht, machen Spieler und Trainer einen Haken darunter. Aber der MSV war als Tabellenschlusslicht mit neun Punkten Rückstand zum rettenden Ufer an die Saar gereist. Da schmerzt Schreibers Rettungstat auch das Zebras. Beim Heimspiel gegen den VfB Lübeck am Samstag (14 Uhr, Schauinslandreisen-Arena) steht der MSV, der immerhin auf den vorletzten Platz geklettert ist, unter Druck, gewinnen zu müssen.

MSV-Coach Schommers erklärt, warum Jander fehlte

„Du musst die Tabelle ausblenden. Die Spiele der anderen Teams müssen dir jetzt egal sein. Wir müssen auf uns selbst schauen“, sagt Sebastian Mai zur aktuellen Konstellation im Tabellenkeller. Den Auftritt in Saarbrücken bewertete der Kapitän als Fortschritt. „Wir haben viel Leidenschaft gezeigt und stark gekämpft.“ Und Mai ist sich sicher: „Der Wind wird auch wieder drehen.“

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Ob Mittelfeldspieler Caspar Jander (Adduktorenbeschwerden) und Baran Mogultay (Rückenschmerzen) am Samstag wieder zur Verfügung stehen, ist offen. MSV-Trainer Boris Schommers hofft, dass die Spielpause beiden Spielern gutgetan hat. Jander klagte schon vor seiner Länderspielreise über Leistenbeschwerden, wie Schommers berichtete. Der Youngster musste offenbar den Belastungen in den letzten Wochen Tribut zollen. „Ich musste den Spieler nun schützen“, erklärte der Trainer, warum er Jander nicht mit ins Saarland genommen hatte.