Euphorie

Lukas Daschner bekennt sich erneut zum MSV Duisburg

Der Mann des Abends: Lukas Daschner (Mitte) feiert sein Tor für den MSV mit Joshua Bitter (links) und Yassin Ben Balla.

Der Mann des Abends: Lukas Daschner (Mitte) feiert sein Tor für den MSV mit Joshua Bitter (links) und Yassin Ben Balla.

Foto: nordphoto / Freundvia www.imago-images.de / imago images

Duisburg.  Der Höhenflug des MSV Duisburg hält mit dem Pokaltriumph über Greuther Fürth weiter an. Für Torwart Leo Weinkauf ist die Entwicklung kein Zufall.

Für Lukas Daschner geht es in diesen Wochen Schlag auf Schlag. Am Sonntag nahm der Mittelfeldspieler des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg die erste persönliche Trophäe seiner noch jungen Profi-Laufbahn mit nach Hause. Der 20-Jährige wurde beim 2:0-Pokalsieg über Zweitligisten FC Greuther Fürth „Man of the Match“ – also zum Mann des Spiels.

Diese Auszeichnung, die es nur im Pokal und somit nicht im Liga-Spielbetrieb gibt, ist ein weiteres Mosaiksteinchen in einem MSV-Bild, das nach einer Saison der Unzulänglichkeiten und Zumutungen so unwirklich erscheint. Die Dinge, die sich derzeit im Zebra-Stall abspielen, sind schwer zu fassen.

MSV erarbeitete sich 11:2 Ecken gegen Zweitligist Fürth

In der Liga beherrschten die Zebras Großaspach, Münster und zuletzt Ex-Spitzenreiter Braunschweig – und nun mit der Spielvereinigung Greuther Fürth auch einen Zweitligisten. Am Ende standen allein 11:2 Ecken für den MSV zu Buche. Trainer Torsten Lieberknecht merkte an, dass sein Team noch konsequenter auf das dritte Tor hätte gehen können. „Das ist allerdings Kritik auf hohem Niveau“, gab der 46-Jährige im selben Atemzug zu.

„Wir wollten zeigen, dass wir auch dahingehören“, sagte Daschner nach der Galavorstellung und meinte damit die 2. Bundesliga. Er erklärte den Höhenflug des Absteigers so: „Alle haben wieder Lust auf Fußball.“ Hätten sie diese Lust nur schon in der vergangenen Saison verspürt.

Daschner spricht ruhig und reflektiert. So fällt auch sein Bekenntnis zum MSV aus. „Ich bin nicht der Typ, der abhebt. Ich fühle mich hier wohl und will einfach mein Bestes geben.“ Er sei Duisburger und spiele für Duisburg. Auch MSV-Präsident Ingo Wald bekräftigte am Sonntag, dass Spekulationen um einen Vereinswechsel des Talents unbegründet seien. Dennoch: Die MSV-Anhänger werden froh sein, wenn das Transferfenster am 2. September endlich verriegelt ist.

Die Dominanz überraschte umso mehr, da die Meidericher vor dem Anpfiff neue Hiobsbotschaften erhielten. Nach Petar Sliskovic hatte sich auch der zweite Stürmer, Vincent Vermeij, verletzt abgemeldet. Auch Ahmet Engin, der am Vormittag umgeknickt war, stand nicht zur Verfügung. Die MRT-Untersuchung am Montag ergab, dass Engin Glück im Unglück hat. Er zog sich „nur“ einem Kapselriss im Sprunggelenk zu. Für das nächste Heimspiel gegen den FSV Zwickau wird es nicht reichen, eine längere Pause wird ihm aber erspart bleiben.

In die Bresche sprang Neuzugang Leroy-Jacques Mickels, der unbekümmert ohne Hemmungen im Angriff wirbelte. Der Mann, der aus der Oberliga kam, versuchte es in der zweiten Halbzeit sogar frech mit einem 40-Meter-Schuss und brachte damit den Fürther Keeper Marius Funk in Verlegenheit.

Arbeitsintensivster Tag für MSV-Torwart Leo Weinkauf

Auf der Gegenseite stand ein Torhüter, der zu keinem Zeitpunkt in Verlegenheit geriet – selbst dann nicht, wenn er sich im Strafraum zum Kurzpassspiel mit seinen Kollegen hinreißen ließ. MSV-Torwart Leo Weinkauf blickte am Ende auf den arbeitsintensivsten Tag seines bisherigen Engagements in Duisburg – Weinkauf: „Das war auch dem Gegner geschuldet.“ – zurück. Der 23-Jährige hütete zum ersten Mal in seiner Laufbahn sein Tor in einem Spiel gegen einen Zweitligisten. Der Hannoveraner Leihspieler bestand seine Feuerprobe.

Den Erfolg der Zebras betrachtet Weinkauf nicht als Zufallsprodukt. Der Torwart demonstriert Selbstbewusstsein: „Wir sind überzeugt von unserer Leistung. Wir haben Qualität in unserem Kader – auch in der Tiefe.“

Der zuletzt am Knie verletzte Innenverteidiger Sebastian Neumann, der aus der Not heraus am Sonntag dem Kader angehörte, stieg am Montag wieder ins Mannschaftstraining ein. Lieberknecht hofft, dass sich zumindest ein Stürmer im Laufe der Woche wieder zurückmelden wird.

Nach dem Pokal-Fest liegt der Fokus nun wieder auf dem Liga-Betrieb. Am Samstag geht es an der Wedau gegen den FSV Zwickau wieder um Drittliga-Punkte. Torsten Lieberknecht: „Das ist die große Kunst, nach so einem Pokalsieg das nächste Spiel anzugehen.“

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