Dritte Liga

MSV Duisburg startet nach Chaos-Sommer in die neue Saison

Neu beim MSV Duisburg: Trainer Karsten Baumann.

Neu beim MSV Duisburg: Trainer Karsten Baumann.

Foto: Udo Milbret / WAZ FotoPool

Duisburg.   Der MSV Duisburg startet mit einer neuen Mannschaft und einem neuen Trainer in die Dritte Liga. Nach einer ganz kurzen Vorbereitung trifft der MSV am Samstag im ersten Spiel direkt auf den Mitfavoriten 1. FC Heidenheim. "Einfach kann jeder", sagt Trainer Karsten Baumann.

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Elf Tage Vorbereitung, ein Kurztrainingslager im idyllischen Westerwald, zwei Testspiele innerhalb der eigenen Stadtmauern: Der MSV Duisburg hat vor seinem ersten Meisterschaftsspiel gegen den 1. FC Heidenheim am Samstag zweifellos einen Rekord aufgestellt. Erst am 8. Juli erhielt der Traditionsklub, der sang- und klanglos wegen stümperhafter Unterlagen und Rechenfehler aus der 2. Fußball-Bundesliga zwangsabsteigen musste, die Starterlaubnis für die 3. Liga.

„Wenn wir mit diesem Kurzprogramm Erfolg haben, dann müssen wir darüber ein Buch schreiben und es patentieren lassen. Nicht auszudenken, was man da künftig an Kosten einsparen könnte“, schmunzelt MSV-Co-Trainer Ilia Gruev (43).

MSV-Kommandobrücke erhielt mit Jürgen Marbach ein neues Gesicht

Zum Lachen war Gruev lange nicht zumute. Und auch den Männern auf der Kommandobrücke nicht, die mit Aufsichtsratschef Jürgen Marbach (54) ein neues Gesicht erhielt. Wochenlang hing der Traditionsklub in den Seilen, konnte nur für die eigene Schreibtischschublade planen.

Coach Kosta Runjaic, der den MSV in der Zweitliga-Rückrunde vom Abstiegskandidaten zum Mittelfeldteam formte, wurde die Situation zu prekär, weil sich die Drittligazulassung wie Kaugummi hinzog. Runjaic warf am 30. Juni das Handtuch. Einen Tag später griff Karsten Baumann (43) zum Telefonhörer. „Ich habe Manager Ivica Grlic angerufen und ihm gesagt, dass ich die Herausforderung in Duisburg spannend finde. Einfach kann jeder. Genau darin liegt der Reiz.“

Baumann betreute bisher Rot-Weiß Erfurt, den VfL Osnabrück und Erzgebirge Aue. Dort musste er Ende April ausgerechnet nach einem 0:0 gegen den MSV seinen Hut nehmen.

Doch Aue ist abgehakt. Jetzt zählt Duisburg. Baumann: „Der MSV ist bisher meine größte Trainerstation. „Mit einem Etat von drei Millionen Euro und einer Mini-Vorbereitungszeit ohne Einspielmöglichkeit nicht in den Abstiegssog zu geraten, würde sich in der Vita von Baumann zweifellos positiv machen.

Baumanns Vertrag läuft bis Juni 2014

Lange aufhalten kann sich der MSV zwischen Vereinen wie Elversberg, VfB Stuttgart II und Burghausen nicht. „Fünf Jahre“, sagt Klubchef Udo Kirmse (52) ohne Umschweife, „fünf Jahre kriegen wir das nicht hin. In den nächsten zwei Spielzeiten müssen wir wieder hoch.“ So lange gilt der Trainervertrag von Karsten Baumann allerdings nicht. „Wir haben eine Zusammenarbeit bis Juni 2014 vereinbart und wollen uns erstmal beschnuppern“, erklärt der Coach. Ob die Fährte für Baumann und den MSV stimmt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Möglicherweise meldet Ilia Gruev auch ein Patent an. Titel: „Erfolgreich in elf Tagen.“

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