Regionalliga

So reagiert der DFB auf den NRW-Plan von Türkgücü München

Die Spieler von Türkgücü München klatschen mit ihren Fans ab. Im Fall eines Aufstiegs in die 3. Liga will der Verein seine Heimspiele womöglich im Westen Deutschlands austragen.

Die Spieler von Türkgücü München klatschen mit ihren Fans ab. Im Fall eines Aufstiegs in die 3. Liga will der Verein seine Heimspiele womöglich im Westen Deutschlands austragen.

Foto: dpa

München.  Die Idee von Türkgücü München, die Heimspiele in der 3. Liga in NRW auszutragen, hat hohe Wellen geschlagen. Der DFB hat nun Stellung bezogen.

Türkgücü München wird seine Heimspiele in der 3. Liga nicht in Nordrhein-Westfalen ausrichten dürfen. Das hat der DFB in einer Stellungnahme am Dienstag klargestellt. Hasan Kivran, Präsident des Spitzenreiters der Regionalliga Bayern, hatte dieses Gedankenspiel für den Fall vorgebracht, dass in München keine Lösung für die komplizierte Stadionfrage gefunden werden kann.

Demnach habe der DFB "mit Verwunderung" die öffentlich geäußerte Idee des Tabellenführers zur Kenntnis genommen. "Ein solcher Umzug von Türkgücü München zum Beispiel nach Nordrhein-Westfalen ist nicht möglich", sagt Heike Ullrich, zuständige Direktorin Vereine, Verbände und Ligen beim DFB. "Die Regularien beinhalten zwar, dass Aufnahmen vom Ausschuss 3. Liga genehmigt werden können. Hier muss aber eine räumliche Nähe zum Sitz des Klubs gewährleistet sein."

KFC Uerdingen als Präzedenzfall

Als Präzedenzfall beruft sich der DFB auf den KFC Uerdingen, der nicht in Krefeld, sondern erst in Duisburg und mittlerweile in Düsseldorf in der 3. Liga spielt. "Im Fall von Türkgücü München ist Nordrhein-Westfalen sicher nicht in räumlicher Nähe", so Ullrich. Für den Falle eines derartigen Antrags des Vereins würde die Entscheidung formell beim Ausschuss 3. Liga liegen.

In München stellt sich die Situation im kommenden Jahr womöglich als kompliziert dar, weil im TSV 1860 München, dem FC Bayern München II und eben Türkgücü drei Vereine im Grünwalder Stadion spielen müssten. Die DFB-Statuten schließen das Szenario zwar für die 3. Liga nicht grundsätzlich aus, es wird allerdings für nicht umsetzbar gehalten. "Mehr als zwei Drittligisten in einem Stadion sind kaum realisierbar, es macht auch für die betreffenden Vereine keinen Sinn", sagt Ullrich. Organisation, Vermarktung und Sicherheitsaspekte würden strukturierte Abläufe und einen reibungslosen Spielbetrieb verlangen.

"Es ist im Sinne aller Beteiligten, in München gemeinsam eine vernünftige und gangbare Lösung zu finden", so Ullrich. In München sind derzeit lediglich die Allianz-Arena und das Grünwalder Stadion drittligatauglich. Nicht aber das Olympiastadion oder das Dantestadion. Eine neue Variante muss also überlegt werden.

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