RWE-Test

Abwehrschnitzer bescheren Rot-Weiss Essen erste Niederlage

RWE-Torjäger Marcel Platzek (r.) erzielte gegen Homburg drei der vier Essener Tore.

RWE-Torjäger Marcel Platzek (r.) erzielte gegen Homburg drei der vier Essener Tore.

Foto: Michael Gohl

Bitburg.  Essener verlieren Test gegen Südwest-Regionalligisten Homburg mit 4:6. RWE hat Chancenplus, aber die Abwehr zeigt eine schwache Leistung.

1:4 zur Pause - mein lieber Mann, darüber war wohl so mancher Rot-Weiss-Fan in der Heimat entsetzt. Einen Rückstand in dieser Deutlichkeit hatte niemand erwartet. Am Ende stand gegen den ambitionierten Südwest-Regionalligisten FC Homburg ein 4:6. Allerdings konnten die Essener erst in der Schlussphase das Ergebnis ein wenig erträglicher gestalten.

Ein kurioses Spiel, wie man es als Trainer nicht haben will

„Sechs Gegentore sind natürlich deutlich zu viel“, meinte natürlich auch RWE-Trainer Christian Titz, relativierte aber: „Es war schon ein kurioses Spiel, wie du es als Trainer nicht haben willst. An diesem Tag kam alles zusammen.“ Dabei hatte der Fußballlehrer vor allem die haarsträubenden Schnitzer seiner Spieler vor Augen, die dem Gegner vier Tore praktisch selbst aufgelegt hatten. „Dadurch haben wir uns selbst um das Spiel gebracht.“

Dabei begannen die Essener auf dem Rasen der Sportschule Bitburg gut und hatten gleich zwei dicke Chancen durch Marcel Platzek und Marco Kehl-Gomez, der an die Latte köpfte (8.). Wenig später trafen die Gäste erneut das Aluminium (12.), doch zu diesem Zeitpunkt hatten sie bereits mit 0:1 hinten gelegen. Schon bei diesem ersten Gegentreffer sah die Essener Defensive nicht gut aus. Niemand attackierte den Homburger Dulleck, der sich für diese Großzügigkeit bedankte und unbedrängt aus 18 Metern zur Führung traf (10.).

Drei Tore von RWE-Torjäger Marcel Platzek

Marcel Platzek gelang immerhin der Ausgleich (23.). Der Torjäger legte in der Schlussphase zwei weitere Tor (79./ 90.) nach, doch da war das Spiel längst entschieden. Nach weiteren individuellen Schnitzern in Hälfte zwei lagen die Rot-Weissen zwischenzeitlich mit 1:5 (71.) hinten.

„Wir hatten zwar ein Chancenplus, aber wir haben insgesamt nicht gut verteidigt“, gab Titz zu, nicht individuell und nicht im Verbund. „Homburg hatte sieben Möglichkeiten, davon waren drei herausgespielt. Das ist normalerweise ein vernünftiger Wert.“ Allein, das Ergebnis besagt etwas anderes. Das Defensivverhalten dürfte in dieser Woche sicherlich ein Schwerpunkt in der Trainingsarbeit sein, damit sich so etwas bei der Generalprobe am nächsten Samstag gegen Kickers Offenbach (16 Uhr, Hafenstraße) nicht wiederholt.

„Die Niederlage hat uns jetzt aber nicht umgehauen“, beschwichtigt Titz. Man wisse ja genau, weshalb und warum dieses Ergebnis zustande gekommen sei. Und positiv sei immerhin, dass es die Mannschaft trotz Rückstandes immer wieder versucht habe. In der vergangenen Woche hatte der Cheftrainer noch Geduld eingefordert. Es brauche seine Zeit, die neue Spielidee mit der stark veränderten Mannschaft umzusetzen. Erst nach drei bis sechs Monaten, so kalkuliert der Essener Trainer, werde die Mannschaft gefestigt sein.

Gastgeber FC Homburg war mit sich zufrieden

Der FC Homburg indes war zufrieden. „Das war ein guter Test gegen einen guten Gegner. In der letzten Viertelstunde war es etwas ungeordnet, aber das ist auch den vielen Wechseln geschuldet“, meinte Trainer Jürgen Luginger.

RWE: Golz – Kehl-Gomez, Grote, Grund, Platzek, Dorow (43. Endres/82. Adetula), Heber, Condé (76. Bichler), Hahn, Erwig-Drüppel (63. Dahmani), Kefkir. Tore: 0:1 (10.), 1:1 Platzek (23.), 1:2 (27.), 1:3 (35.), 1:4 (42.), 1:5 (71.), 2:5 Platzek (79.), 2:6 (84.), 3:6 Kefkir (85.), 4:6 Platzek (90.).

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