Regionalliga-Derby

Das RWE-Derby gegen RWO erhält zusätzliche Brisanz

Enzo Wirtz (am Ball) war nach seiner Einwechselung der Mann des Hinspiels, ob er auch daheim beim Rückspiel erste Wahl ist, scheint noch längst nicht ausgemacht.

Enzo Wirtz (am Ball) war nach seiner Einwechselung der Mann des Hinspiels, ob er auch daheim beim Rückspiel erste Wahl ist, scheint noch längst nicht ausgemacht.

Foto: Foto: Thorsten Tillmann

Essen.  Nach dem Verzicht des SV Rödinghausen auf mögliche Relegationsspiele ist der Kampf um den Platz an der Sonne neu entbrannt. Hahn ist zu ersetzen.

„Und wenn Du meinst, es geht nichts mehr, dann….“ Das Lichtlein, es schien in dieser Woche überraschend aus Rödinghausen hinüber ins Ruhrgebiet an die Hafenstraße. Der dann doch überraschende mögliche Aufstiegsverzicht des souveränen Tabellenführers SV Rödinghausen hat das ohnehin mit Spannung erwartete Derby zwischen Rot-Weiss Essen und Rot-Weiß Oberhausen (Sonntag, 14 Uhr, Stadion Essen) noch einmal mit einem Brandbeschleuniger unter der Glut versehen.

Verlieren verboten gilt wohl für RWE

Dabei hat sich die Ausgangslage für die Gastgeber nicht wesentlich verändert: „Verlieren verboten“, heißt es nach wie vor für das Team von Trainer Christian Titz. Bei fünf Punkten Rückstand auf die Pokalhelden des SC Verl, die noch ein Spiel in der Hinterhand haben, verbietet sich ansonsten für die nächsten Partien jegliche Rechenspielerei. Mit einem Heimsieg – was nach den letzten Erfahrungen in der wackeligen Festung Hafenstraße nicht gerade selbstverständlich ist – würde RWE zumindest mit den Kleeblättern erst einmal gleichziehen. Was der freiwillige Rückzug des Spitzenreiters über den sportlichen Stellenwert dieser vierten Liga aussagt, sei mal dahingestellt.

RWE-Coach Titz kann zumindest als Sportler mit den Betroffenen mitfühlen: „Es tut mir leid für den Trainer und die Spieler, und ich hoffe, dass das für uns keine Auswirkungen hat.“ Das Wort Wettbewerbsverzerrung nahm er dabei nicht in den Mund, gleichwohl die Rödinghausener gegen beide RWE-Konkurrenten noch anzutreten haben, gegen Verl sogar im letzten Saisonspiel, da wird nun natürlich ein Spannungsabfall befürchtet.

3:0-Sieg im Hinspiel ist kein Maßstab mehr

Aber die Essener tun in dieser Situation gut daran, eine alte Fußballer-Phrase zu bedienen und nur von Spiel zu Spiel zu denken, die Aufgabe gegen RWO wird schwierig genug, da lässt sich das RWE-Trainerteam auch nicht vom scheinbar deutlichen 3:0-Hinspielsieg blenden. „Zu RWO habe ich eine klare Meinung: Das ist eine gewachsene Mannschaft, die sich über Jahre entwickelt hat und in der letzten Saison Vizemeister wurde. Eine unangenehme Truppe, sehr zweikampfstark, physisch stark, mit echter Wucht in der Luft“, bemerkt Titz.

Sein Team hingegen wird sich zwangsläufig an wichtiger Stelle neu formieren müssen: Alexander Hahn hatte gegen Rödinghausen seine fünfte Gelbe Karte gesehen und wird die Innenverteidigung sprengen. Ob hierfür gleich Neuzugang Jose Matuwila, Leihgabe von Kaiserslautern, direkt zu seinem Startelf-Debüt kommen wird, da wollte sich der RWE-Trainer noch nicht festlegen, ebensowenig, ob im Sturm Maximilian Pronichev die eklatant schwache Chancenverwertung versuchen soll zu beheben. Titz: „Wir dürfen nicht den Fehler machen und sie gleich mit unseren Erwartungen zu überhäufen, sie haben keine Vorbereitung bei uns mitgemacht. Wir werden ihnen alle Zeit geben, um sich bei uns ins Team zu integrieren.“ So gesehen kam den Essenern die zweiwöchige Spielpause ganz recht, die vor allem fürs Teambuildung genutzt werden konnten.

Die Fans waren bisher der zwölfte Mann

Ein Phänomen bleibt weiterhin der Zuschauerzuspruch an der Hafenstraße; ein Faustpfand, mit dem die Verantwortlichen weiterhin sensibel umgehen wollen. „Da haben die Fans bisher ein gutes Gespür gehabt. Bei Siegen zusammen zu stehen, das kann jeder. Aber da können unsere Fans zum Glück differenzieren und haben bislang immer anerkannt, wenn die Mannschaft alles gegeben hat.“ Dass dies auch so bleibt, dafür wäre ein Derbysieg sicherlich nicht hinderlich...

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