RWE

Für Unruhe sorgt bei RWE nur die Wahl des Trainingslagers

Hamdi Dahmani trifft gegen Fortuna Köln seinen ehemaligen Verein wieder. Dort war er in der vergangenen Saison noch Kapitän.

Hamdi Dahmani trifft gegen Fortuna Köln seinen ehemaligen Verein wieder. Dort war er in der vergangenen Saison noch Kapitän.

Foto: Thorsten Tillmann

Essen.  Rot-Weiss Essen will im Winter in die Türkei und verärgert damit Fans. Beim Heimspiel gegen Fortuna Köln braucht man wieder ein Erfolgserlebnis.

Noch ist nichts passiert, aber es muss etwas passieren. Nach zwei Niederlagen in Folge hat sich die Euphorie beim Fußball-Regionalligisten Rot-Weiss Essen etwas verflüchtigt. Nein, ihren Kredit haben die Fußballer bei den Fans noch längst nicht verspielt, dafür war der Start zu überzeugend. Und in der Tabelle mischen die Roten ja nach wie vor oben mit. Aber an diesem Freitag sollte man gegen den Drittliga-Absteiger Fortuna Köln (19.30 Uhr, Hafenstraße) schon punkten, um nicht tatsächlich einen Herbstblues heraufzubeschwören.

Aber ruhig ist es derzeit im Umfeld keineswegs. Einige Fans sind empört, begehren auf, wollen gar ihre Mitgliedschaft kündigen. Eine simple, kleine Meldung hat Zorn und Unverständnis ausgelöst: Der Regionalligist will in der Wintervorbereitung (13.-19. Januar) ins Trainingslager nach Belek in die Türkei fliegen. Und zu allem Überfluss, sozusagen als Katalysator für den Ärger, kam fast zeitgleich die Nachricht, dass das türkische Militär eine weltweit verurteilte Militäroffensive in Nordsyrien gestartet hat.

Uhlig: „Das ist eine unglückliche Duplizität der Ereignisse“

Fehlendes Fingerspitzengefühl werfen nun einige Fans den RWE-Verantwortlichen vor oder Ignoranz gegenüber den Verstößen gegen die Menschenrechte. „Das ist eine unglückliche Duplizität der Ereignisse“, sagte RWE-Chef Marcus Uhlig dem Reviersport. Man habe das Trainingslager über längere Zeit geplant.

Fakt ist, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis in der Türkei stimmt, dass die äußeren Bedingungen eine professionelle Vorbereitung zu einem relativ günstigen Preis ermöglichen. Die Moral wiederum ist die andere Seite. Dass man konträr über Belek diskutiert habe, verneint Cheftrainer Christian Titz. Er sei erst einmal froh darüber, dass überhaupt ein Trainingslager möglich sei. Gleichwohl räumen Uhlig und der Sportliche Leiter Jörn Nowak gegenüber Reviersport ein, dass ihnen die neusten Entwicklungen Sorgen bereiten. „Das zwingt uns, unseren gesamten Plan noch einmal neu zu denken“, so Uhlig.

Fortuna Köln hat noch nicht die Erwartungen erfüllt

Dieses Problem wird am Freitag keine Rolle spielen. Da geht es um Punkte. Sechs Zähler rangiert RWE (22) hinter Spitzenreiter Rödinghausen (28), hat aber zwei Spiele weniger ausgetragen, was, wie wir gesehen haben, nicht zwingend ein Vorteil ist. Und sollte sich die SG Wattenscheid 09 tatsächlich insolvent aus dem Spielbetrieb verabschieden, wie befürchtet wird, müssten die Essener sogar die drei Punkte für den Sieg gegen die SG 09 vom Konto abbuchen.

Den Fortunen hatten die Experten vor dem Saisonstart eine gute Rolle zugetraut, jedenfalls sahen sie die Kölner besser als auf Platz zwölf, den sie aktuell belegen. Christian Titz hatte den Gegner ebenfalls höher eingestuft: „Ich hatte schon gedacht, dass sie den einen oder anderen Punkt mehr holen“, sagt Titz. „Wenn ich mir die Mannschaft anschaue, sie haben gute Spieler in ihren Reihen und auch bei Niederlagen schon gute Leistungen gezeigt.“ Was die Gäste und RWE eint: Bei haben Punkte nötig, um den Anschluss zu halten: RWE an die Tabellenspitze, Fortuna an die obere Hälfte.

Fortuna Köln besitzt schwache Offensive und eine kompakte Abwehr

Auf dem Papier sollten die Gäste von Rhein ein dankbarer Gegner sein, denn mit zehn erzielten Toren stellen sie die zweitschlechteste Offensive der Liga nach Schlusslicht Bergisch Gladbach (6). Und die Rot-Weissen haben zuletzt in der Abwehr ja reichlich gepatzt. Vielleicht bietet sich nun eine Möglichkeit, sich etwas zu sammeln und weiter abzustimmen. Hinten wiederum stehen die Kölner mit 15 Gegentoren kompakt, also eine Herausforderung für die Offensivabteilung der Gastgeber.

Egal wie, RWE muss sich in jedem Fall vorsehen, denn der Widersacher ist im Aufwind: Aus den letzten vier Spielen hat Köln sieben Punkte geholt und unter anderem in Mönchengladbach II mit 2:0 gewonnen, was RWE bekanntlich nicht geschafft hat.

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