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Jürgen Lucas macht bei RWE Platz für einen Nachfolger

Geht hoch erhobenen Hauptes durch den Vordereingang: Jürgen Lucas macht Platz auf dem Sportdirektoren-Sessel für einen Nachfolger.

Geht hoch erhobenen Hauptes durch den Vordereingang: Jürgen Lucas macht Platz auf dem Sportdirektoren-Sessel für einen Nachfolger.

Foto: Thorsten Tillmann

essen.   Sportdirektor verlässt Rot-Weiss zum Saisonende auf eigenen Wunsch. Verein sucht jetzt wohl einen Nachfolger, der Vollzeit beschäftigt wird

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Fußball-Regionalligist Rot-Weiss Essen arbeitet hinter den Kulissen fieberhaft daran, dass die kommende Saison endlich eine große wird. Und dafür sind offensichtlich einige bereit, persönliche Opfer zu bringen. Erstes Ergebnis: RWE-Sportdirektor Jürgen Lucas verlässt Rot-Weiss zum Saisonende auf eigenen Wunsch!

Dies teilte der 49-Jährige am Montagmittag der Mannschaft mit. Keine Ad-Hoc-Entscheidung des immer Engagierten, sondern wohlweislich überlegt: Bereits in der vergangenen Woche erfuhren Aufsichtsratschef Andre Helf und Vorsitzender Marcus Uhlig von den unumstößlichen Plänen des sportlichen Leiters.

In gewisser Weise auch selbstlos

Klar und in gewisser Weise selbstlos äußerte sich Jürgen Lucas zu seiner Entscheidung, die ihm als „100 Prozent“ Rot-Weissem sicherlich nicht leicht gefallen ist: „Ich bin davon überzeugt, dass die anstehende Saison für den Verein eine große Chance darstellt, für die wir mit den zurückliegenden Entscheidungen im sportlichen Bereich eine gute Basis geschaffen haben. Meine persönliche Einschätzung ist aber auch, dass für diese Chance eine noch höhere Intensität vonnöten ist, als ich sie im dann vierten Jahr parallel zu meinem Hauptberuf aufbringen kann. Hier möchte ich der sportlichen Weiterentwicklung des Vereins nicht im Wege stehen“, lautet sein offizielles Statement.

Dank ging auch an Michael Welling

Lucas dankte auch dem Ex-Vorsitzenden Michael Welling für das „Privileg, diese Position bei meinem Herzensverein ausüben zu dürfen.“ Und ein besonderer Gruß ging an die, denen er sich immer besonders verpflichtet fühlt: „Als Kind der Kurve geht ein großes Dankeschön außerdem an die RWE-Fans, denen Rot-Weiss wirklich am Herzen liegt und zu denen ich ab Sommer auch wieder zählen werde.“ Aus jener Kurve, aber vor allen Dingen von den Tribünen, kamen zuletzt aber auch kritische Stimmen, die sich auf diesem verantwortlichen Posten lieber einen Mann im Vollzeitberuf wünschen – auch deshalb zieht Lucas jetzt wohl die Konsequenzen. Der Familienvater und im Außendienst eines Medizintechnikers Beschäftigte hört aber wohl nun auch auf seine persönlichen Bedürfnisse. Drei Jahre ohne Urlaub und sieben Tage die Woche im Einsatz für seinen Lieblingsklub erforderten auch ein Höchstmaß an Energie.

Auch wenn der Verein letztendlich während seiner Amtszeit das Ziel klar verfehlte, oben im Kampf um den Aufstieg entscheidend und über einen längeren Zeitraum mitzuspielen, kann sich seine persönliche Bilanz im Vergleich mit seinen Vorgängern durchaus sehen lassen: Mit Kai Pröger – der inzwischen beim Zweitligisten SC Paderborn für Furore sorgt – , mit Lukas Scepanik, Florian Bichler, Daniel Heber und Kevin Freiberger gelangen ihm bei den Neuverpflichtungen Volltreffer, wie man sie an der Hafenstraße schon lange nicht mehr gesehen hat.

„Jürgen Lucas verkörpert Rot-Weiss Essen zu 100 Prozent und ich weiß, dass er sich seine Entscheidung alles andere als leicht gemacht hat. Unsere Zusammenarbeit war und ist ausgesprochen positiv und vertrauensvoll, und ich gehe davon aus, dass das auch so bleibt. Mit Blick auf unsere Ziele in Liga und Pokal hoffe und erwarte ich, dass wir uns alle schnell wieder fokussieren“, so RWE-Vorsitzender Marcus Uhlig.

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