Fußball

Rot-Weiss Essen hat Haltern abgehakt und blickt nach Bonn

Kevin Grund steht Rot-Weiss am Sonntag in Bonn wieder zur Verfügung.

Kevin Grund steht Rot-Weiss am Sonntag in Bonn wieder zur Verfügung.

Foto: Thorsten Tillmann

Essen.  Rot-Weiss Essen hat die zuletzt schwache Vorstellung zu den Akten gelegt. Beim Bonner SC will sich das Team von Trainer Titz rehabilitieren.

Der Kater dürfte noch nicht ganz verflogen sein und leider stammen die Kopfschmerzen auch nicht von einem berauschenden Auftritt. Das 1:1 unter der Woche gegen den Abstiegskandidaten TuS Haltern erfüllt in keiner Weise die Ansprüche der Essener, doch noch viel schlimmer war der Auftritt an sich im Wattenscheider Lohrheidestadion. Es war wohl die schwächste Leistung des Tabellendritten in dieser Saison.

„Wir hatten einen ganz schlechten Tag“, redet RWE-Trainer Christian Titz auch nicht herum. „Wir hatten mehrheitlichen Spieler auf dem Platz, denen es nicht gelungen ist, ihre Leistung zu bringen. Das ist nicht schön und angesichts des Spielverlaufs haben wir sogar einen Punkt gewonnen.“ Das muss man so sehen, denn der Außenseiter hatte die weitaus besseren Chancen. Aber RWE ist es immerhin gelungen, den Ausgleich zu erzwingen. Grundsätzlich lasse man sich durch diese Leistung auch nicht gleich alles kaputtreden. „Viele Dinge haben wir zuvor auch gut gemacht“, sagt Christian Titz.

„RWE hat die beste Mannschaft der Liga"

Natürlich wurden die bitteren 90 Minuten sorgfältig analysiert, das ist Routine, obwohl die Mannschaftssitzung diesmal sehr ernüchternd gewesen sein dürfte. Und klar ist auch: Man zieht seine Schlüsse daraus und weiter geht’s. „Das Spiel ist abgehakt“, betont Titz, und es ist die einzig richtige Reaktion. Der Blick richtet sich schon ganz auf Sonntag, wenn die Rot-Weissen beim Bonner SC zu Gast sind, der auch nur um zwei Punkte besser dasteht als Haltern (14 Uhr, Sportpark Nord/Hinspiel 4:1).

„RWE hat die beste Mannschaft der Liga - vor allem spielerisch“, sagte Bonns Trainer Thorsten Nehrbauer dem Reviersport. Man mag es schon gar nicht mehr hören. Ständig lobt die Konkurrenz die Rot-Weissen über den grünen Klee, meint, dass dieser Traditionsverein doch (mindestens) 3. Liga spielen müsste. Doch die Realität ist eine andere. Die Klub von der Hafenstraße hat es in den vergangenen Jahren einfach nicht gebacken bekommen - aus welchen Gründen auch immer.

RWE-Konkurrenz zeigt sich sehr stabil

Und in dieser Saison wird’s nach Stand der Dinge trotz massiver Aufstockung des Etats auch wieder schwierig, den Sprung in die Relegation zu schaffen. Zu konstant präsentierte sich bisher die Konkurrenz. Spitzenreiter Rödinghausen ist nach dem Verzicht auf die Drittliga-Lizenz bekanntlich schon aus dem Rennen, doch auch der Tabellenzweite SC Verl hat nur allzu selten gewackelt. Der Lohn sind fünf Punkte Vorsprung auf RWE, bei einem Spiel weniger und einer weitaus besseren Tordifferenz.

Das alles darf die Roten nicht interessieren, sie müssen zunächst den eigenen Weg erfolgreich gehen, das heißt aktuell, in Bonn punkten. Mit welcher Mannschaft? Die Diskussionen um das Personal, wer spielt und wer nicht, tauchen meist auf, wenn es nicht rund läuft. Gegen Haltern standen Philipp Zeiger und Jonas Erwig-Drüppel in der Startelf, die bislang keine große Rolle gespielt haben. Amara Condé und Wintereinkauf José Matuwila saßen nur auf der Bank. Ein Experiment? „Wir machen hier keine Experimente“, erwidert Titz energisch, „wir stellen Spieler auf, die bei uns im Kader stehen.“

Titz hat Startelf schon häufiger gewechselt

Und erklären kann es der Chefcoach auch. In Zeiger wollte man einen guten Kopfballspieler aufbieten, und Angreifer Maximilian Pronichev sei körperlich nicht hundertprozentig fit gewesen, als man ihn im Winter verpflichtete und saß deshalb anfangs auch auf der Bank. Das Stammpersonal in dem Sinn ist überschaubar, Titz hat seine Startelf häufig verändert. Und man darf davon ausgehen, dass er es gegen Bonn auch wieder tut. Zumal Kevin Grund und Daniel Heber wieder am Mannschaftstraining teilnehmen. Und die waren bisher eigentlich immer erste Wahl.

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