Fußball-Regionalliga

RWE verzichtet gern auf ein Wiedersehen beim 1. FC Köln

Sorgte nach der Pause für viel frischen Wind im Angriff und hatte auch eine Riesen-Möglichkeit:  Joshua Endres (rechts).

Sorgte nach der Pause für viel frischen Wind im Angriff und hatte auch eine Riesen-Möglichkeit: Joshua Endres (rechts).

Foto: Thorsten Tillmann/FFS / ffs

Köln.  Der geglückte Restrundenauftakt nährt die Hoffnung auf ein optimales Saisonende. RWE-Trainer Christian Titz freute sich über die Defensive.

Der Moderator der Pressekonferenz nach dem Regionalliga-Auftakt der Kölner U21 gegen Rot-Weiss Essen (0:1) wollte nur gastfreundlich sein: „Kommen Sie gut durch die Saison, dann sehen wir uns in der nächsten Saison hier wieder“, meinte er. Um sich beim Blick in die irritierten Gesichter seiner Gäste schnell zu korrigieren: „Wenn Sie Glück haben, dann nicht“, lachte er. Denn der gelungene Auftakt der Essener hatte die Hoffnungen auf den optimalen Saisonausgang natürlich befeuert, auch wenn sich an der Spitze nichts Gravierendes ereignet hatte.

Aber an der Hafenstraße denken sie bekanntlich in kleinen Schritten, und der erste hat schon einmal gestimmt. „Wir kamen genau auf den erwarteten Gegner, der Qualität hat und gut gelaufen ist. Aber wir haben in der Defensive mit Hildebrand gut gestanden und wenig zugelassen“, verdeutlichte RWE-Trainer Christian Titz gleich, worauf nach der durchwachsenen Hinrunde der Schwerpunkt liegt: Erst wird einmal das Safety-Car rausgeschickt.

Daniel Heber sorgte für Schreckmoment vor dem RWE-Tor

Für die aufregendste Szene sorgten die Rot-Weissen selbst, als Daniel Heber nach 18 Minuten leichtfertig den Ball in der eigenen Hälfte hergab, um anschließend auf der Torlinie Flurschaden zu vermeiden. „Ich mach das nicht extra, ich arbeite dran“, konnte er hinterher über seinen Lapsus schon wieder schmunzeln. Es wäre kein guter Abschluss für den umgeschulten Innenverteidiger gewesen, der noch unter der Woche als Erster der vakanten Kandidaten seinen Vertrag übers Saisonende hinaus verlängert hatte. Für Heber eine glasklare Entscheidung: „Wir haben eine coole Truppe, wir haben große Ziele, der Verein und ich, darum passt es hier am besten für mich“, meinte der ehemalige Jugendspieler.

Die „coole Truppe“ tat sich im Franz-Kremer-Stadion dann doch schwer, das entscheidende Tor zu erzielen, weil ausgerechnet die Akteure in beste Schussposition kamen, denen nicht das Etikett „Torjäger“ anhaftet. Jan-Lucas Dorow scheiterte in beiden Halbzeiten mit Fuß und Kopf aus nächster Nähe am starken Köln-Keeper Scott. Sturmspitze Enzo Wirtz mühte sich nach Kräften, fand im 19jährigen Ricardo Henning einen echten Brocken als Gegenspieler vor, der ihm das Leben schwer machte. Und auch der eingewechselte Joshua Endres, der wesentlich gefährlicher agierte als zuvor Oguzhan Kefkir, wusste nach einer Stunde nicht, wie die Abmessungen des Rechtecks sind, die Kugel ging in aussichtsreicher Position drüber.

Mit dem Platzverweis für Koziello wurde es einfacher

Dass es doch den Unterschied ausmachen kann, wenn ein Profi „unten“ aushilft, verdeutlichte im Kölner Mittelfeld Vincent Koziello, vor zwei Jahren für drei Millionen aus Nizza an den Rhein gewechselt. Der kleine Franzose war Schrittmacher und Strippenzieher beim FC in einem. Solange, bis er sich in der Schlussviertelstunde ein Gerangel um den Ball mit RWE-Kapitän Marco Kehl-Gomez lieferte, Rudelbildung inklusive. Die Karte für Kehl-Gomez konnte RWE verschmerzen, die Gelb-Rote für den Mann des Spiels die Kölner nicht. „Das Spiel war auch schon vorher gekippt, aber die Gelb-Rote Karte hat schon sehr geholfen, dadurch konnten wir unsere Zielspieler besser freispielen“, bekannte Titz.

So konnte Amara Conde, der im Mittelfeld seine Gegenspieler benutzt wie der legendäre Ingemar Stenmark einst die Slalomstangen, sechs Minuten vor Schluss völlig blank vor Scott auftauchen und die Kugel unter die Latte lenken. „Der Sieg der Essener ging aufgrund der Mehrzahl an Chancen schon in Ordnung“, meinte denn auch Kölns Trainer Mark Zimmermann. Ob er sich ein Wiedersehen in der nächsten Saison wünscht, ist nicht bekannt. Die Kassierer sicherlich schon: 1400 Zuschauer sind quasi die Einnahmen der kompletten Hinrunde.

RWE: Golz, Sauerland, Heber, Hahn, Grund (89. Neuwirt), Hildebrand, Kehl-Gomez, Conde, Kefkir (46. Endres), Dorow (75. Futkeu), Wirtz (85. Platzek).
Tor: 0:1 Conde (84.)
Zuschauer: 1400

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben