Oberhausen. Gegen Köln feierte Oliver Steurer sein Startelf-Debüt für RWO und hätte bei zwei Gelegenheiten treffen können. Doch er ist auch so eine Bereicherung.

„In der ersten Halbzeit haben wir unsere bisher beste Saisonleistung abgeliefert“, lobte RWO-Trainer Andreas Zimmermann sein Team nach dem 1:1 bei der U 21 des 1. FC Köln. In der Tat boten beide Mannschaften auf dem seifigen Geläuf offensiven Hochgeschwindigkeitsfußball, der auf unbedingten Abschluss ausgerichtet war. Dass es bei nur zwei Toren blieb, war den gut funktionierenden Deckungsreihen zuzuschreiben.

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Von Ralf Bögeholz und Peter Voss

Dennoch hatte RWO gerade nach dem Wechsel die Chancen, die Partie zu entscheiden. Denn die Rot-Weißen kamen nach der Pause mit noch mehr PS aus der Kabine und spielten die Kölner in den ersten zehn Minuten an die Wand. Vor allem Oliver Steurer über die ungewohnte linke Offensivseite hätte bei zwei Gelegenheiten treffen können, ebenso Felix Haas und Dominik Reinert mit gefährlichen Distanzschüssen.

Steurers Schnelligkeit eröffnet RWO neue Möglichkeiten

Was gegen Lotte begann, fand gegen Köln eine neue Qualität. Nach der Verletzung von Tim Hermes und den schwankenden Leistungen von David Gügör war der gelernte Innenverteidiger Steurer eigentlich nur eine Verlegenheitslösung für die linke Offensive. Doch auch schon gegen Wiedenbrück zeigte Steurer, dass er vor Felix Herzenbruch dicht machen und gleichzeitig bei hoher Pass-Sicherheit das Spiel nach vorn treiben kann. Auf einer Seite mit Benjamin Weigelt sind die Wege in die Spitze dann kurz. Kapitän Weigelt hat Steurer als sichere Anspielstation erkannt und nutzt das immer häufiger.

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„Schneller spielen“, ruft Zimmermann bei jedem Spiel mehrfach laut aufs Feld. Mit der jetzt gewählten Variante ist das garantiert. Steurer nach seinem Startelf-Debüt: „Natürlich fühle ich mich als Innenverteidiger am wohlsten, aber wenn ich der Mannschaft dort helfen kann, warum nicht.“

Denn wie schon gegen Lotte und Wiedenbrück profitieren die Angreifer von seinen schnellen Vorstößen. Raphael Steinmetz und Simon Engelmann treffen derzeit nicht von ungefähr mit schöner Regelmäßigkeit. David Jansen, der wegen seiner Verletzung noch etwas außen vor ist, wird sich auf dieses schnellere Spiel im Zentrum noch einstellen müssen. So war es nur logisch, dass Zimmermann Steinmetz in die Startelf neben Engelmann beorderte.

Auch Reinert hat an Schnelligkeit zugelegt

Da auf der rechten Seite zudem Christoph Caspari (der übrigens den Kopfball vor dem Ausgleich setzte, nicht Steinmetz, wie irrtümlich gemeldet) aus seiner kleinen Schaffenskrise gefunden hat, kann sich hier eine feine Flügelzange entwickeln. Denn auch Dominik Reinert hat an Schnelligkeit zugelegt, mischt in diesem Tempofußball prima mit und schafft über rechts zunehmend den letzten Pass.

So zog Zimmermann einen zufriedenen Schlussstrich unter die Partie: „Wir haben ein sehr gutes, niveaureiches und technisch starkes Spiel gesehen.“

Und über den Kraftverlust in der Englischen Woche macht er sich gar keine Gedanken: „Wir haben kein Kraftproblem. Unser Training ist jetzt auf Regeneration ausgerichtet und dann stehen wir Samstag gegen Rödinghausen wieder bei 100 Prozent.“