Oberhausen. Das Mittelfeld von RWO leitete die 1:3-Niederlage gegen Wattenscheid ein: Scheelen fehlten nach Verletzungspause die Kräfte, Bauder ging mit unter.

Die RWO-Spieler müssen die Pausenansprache von Trainer Andreas Zimmermann deutlich missverstanden haben. Nach dominanter erster Halbzeit warnte der Fußball-Lehrer davor, dass Wattenscheid nun noch einmal alles geben werde. Seine Mannen vernahmen es und agierten fortan deutlich respektvoller gegen einen bis dahin schwachen Gegner. Der nutzte die Gunst der Stunde und riss das Spiel an sich. RWO brach auseinander, das Ergebnis ist bekannt. Durch drei Tore im zweiten Durchgang drehte die SG Wattenscheid 09 das Spiel nach 0:1-Rückstand noch zum 3:1-Sieg.

Dies gelang vor allem, weil die zentralen Mittelfeldspieler Neco Mohammad und Jan-Steffen Meier zur zweiten Halbzeit viel offensiver agierten, von der Sechs praktisch auf die Acht vorrückten. Damit waren sie direkt hinter Sturmspitze Güngör Kaya platziert, der dadurch deutlich gefährlicher wurde und auch die Führung zum 2:1 erzielte. In gleicher Weise wie die Wattenscheider aggressiver agierten, ließen die Oberhausener Gegenspieler denen mehr Raum. Alex Scheelen, im ersten Durchgang eine Bank defensiv wie offensiv, fehlten nach einem Monat Verletzungspause mit zunehmendem Verlauf die Kräfte. Patrick Bauder ließ die Partie dann ebenfalls an sich vorbei laufen.

Mit der gewonnenen Stärke im Zentrum entdeckten auch die SG-Außen, dass plötzlich was geht. Rechtsverteidiger Christopher Braun etwa, der in der ersten Halbzeit defensiv kaum gegen Simon Engelmann zurechtkam, realisierte flott dessen Leistungsabfall und startete blitzschnelle Angriffe über die rechte Seite. Engelmann hielt da nicht mehr gegen. Mit fortschreitendem Verfall der Oberhausener Souveränität kamen die nerven ins Spiel. Der im ersten Durchgang starke Felix Herzenbruch offenbarte Schwächen. In einer vorentscheidenden Situation im Strafraum kam er gegen Braun zu spät und grätschte den weg. Der daraus resultierende Elfmeter leitete die Wende zugunsten der Gastgeber ein (63).

RWO-Trainer Zimmermann hätte reagieren müssen

Spätestens jetzt hätte Zimmermann reagieren müssen und seine schwächelnde Schaltstelle Scheelen/Bauder gegen eine frische austauschen müssen. Hier machte sich zum ersten Mal spielentscheidend der Ausfall des langzeitverletzten Robert Fleßers bemerkbar. Der Routinier hätte nach der Pause die Zeichen der Zeit sofort erkannt und gegen die Wattenscheider gegengehalten.

Auch ein Spieler wie Sinan Kurt ist dazu in der Lage, kam aber erst in der 72. Minute, Kevin Krystofiak als Unterstützung für ihn noch sechs Minuten später. Dazwischen fiel das 2:1 der Wattenscheider und die ließen sich nicht mehr stoppen. Kurt/Krystofiak konnten das sinkende Schiff nicht mehr retten, sondern waren nur Bestandteile einer Mannschaft, die auseinanderfiel. Dass sich dann auch das Glück bei den Riesenchancen von David Jansen und Raphael Steinmetz zugunsten der 09er neigte, gehört im Fußball dazu. Erarbeitet nennt man das. Verdientermaßen.