Oberhausen. Das 0:1 gegen Lotte offenbarte einmal mehr die derzeitige Abschlussschwäche des Fußball-Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen. Am Dienstag, 19.30 Uhr, beim SC Wiedenbrück unternimmt die Elf von Andreas Zimmermann einen erneuten Versuch, das Runde ins Eckige zu befördern.

So lange die Stürmer bei RWO trafen, wurden die Fehler in der Verteidigung aufgefangen. Das war beim 4:4 in Essen spektakulär zu sehen. Völlig unspektakulär hingegen war das jüngste 0:1 gegen Lotte. Die Gäste verließen sich auf ihre Defensivarbeit und lauerten auf die Chance. Genau dieses Konzept ging auf, weil RWO seine drei großen Chancen nicht nutzte. Lottes Trainer Michael Boris brachte es für sich auf den Punkt: „Patrick Bauder fehlt an allen Ecken und Kanten.“ Heute, 19.30 Uhr, tritt RWO beim erstaunlich starken SC Wiedenbrück an.

RWO gelangen gegen Lotte mit einem starken Patrick Schikowski, David Jansen, Philipp Kreuels oder Robert Fleßers starke Kombinationen mit aussichtsreichen Abschlüssen. Aber es waren nicht mehr viele, sondern drei. Und bei denen fehlte anfangs das Glück und bei Schikowskis Riesenchance im zweiten Durchgang vielleicht schon ein wenig die Kraft, um konzentriert abzuschließen.

Ein Manko, das sich auch schon in den Spielen zuvor angekündigt hatte. Lottes Trainer Boris erklärte seine Taktik dazu: „Wir wollten tiefer stehen, damit Oberhausen viel laufen muss. Dann haben wir im Mittelfeld eng gemacht und Jansen im Sturm gedoppelt.“ Das führte dazu, dass Rot-Weiß nicht oft genug durchkam – eine Spielweise, die auch andere Teams wählen dürften. Und wenn mit Bauder der Kreativkopf fehlt, sind die Chancen an einer Hand abzuzählen.

Lob für die Leistung gegen Lotte

RWO-Trainer Andreas Zimmermann beklagte nach dem Spiel zwar die „bittere Niederlage“, die Leistung jedoch lobte er: „Wir haben unser Spiel hundertprozentig durchgezogen. Wenn wir treffen, läuft es anders.“ Aber sie trafen nicht.

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Patrick Bauder wird in dieser Woche noch nicht trainieren. Jörn Nowak ist gerade sechs Monate nach seiner Kreuzbandoperation theoretisch noch nicht so weit, wurde aber gegen Lotte für die letzten 35 Minuten eingewechselt, um Sicherheit in die schwimmende Innenverteidigung zu bringen. Rhys Tyler und Felix Haas wurden dafür ausgetauscht. Dominik Reinert rückte nach hinten rechts, Nick Brisevac beackerte die rechte Offensivseite. Ob das eine Option für die Startelf in Wiedenbrück ist, lässt Zimmermann offen. Eigentlich fehlt Nowak Spielpraxis, andererseits könnte seine Kopfballstärke bei Standards gefordert sein. Zudem kann er ein Spiel lesen und gefährlichen Situationen wie beim Lotter Treffer vorbeugen.

Schon in der Halbzeit des Lotte-Spiels schwante ihm: „Entweder wird das hier durch einen Standard oder einen krassen Fehler entschieden.“ Zum Unglück der Rot-Weißen war es letzteres. Gegen Wiedenbrück täte es RWO gut, wenn ein Standard mal zugunsten der Oberhausener laufen würde.