Regionalliga

RWO: Rasen im Stadion Niederrhein hat sich im Sande verlaufen

Nicht nur für Leute mit einem grünen Daumen ein echtes Trauerspiel: Der Fußballplatz im Stadion Niederrhein.

Nicht nur für Leute mit einem grünen Daumen ein echtes Trauerspiel: Der Fußballplatz im Stadion Niederrhein.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Oberhausen.  Für RWO-Torwart Daniel Davari ist der Rasen im Stadion Niederrhein „der schlechteste, auf dem ich je gespielt habe“. Ortsbegehung zeigt warum.

Diese Anekdote darf in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben: Vor 50 Jahren soll der noch nicht ganz zum „Kaiser“ erklärte Franz Beckenbauer nach dem Gastspiel des FC Bayern bei Rot-Weiß gesagt haben: „Das ist ein Rasenteppich hier und der beste Platz der Bundesliga.“ Das ging den Oberhausenern damals runter wie Öl. Aber das war 1970, jetzt schreiben wir 2020.

Die Stimmen zum Rasen sind andere geworden: RWO-Torwart Daniel Davari äußerte sich kürzlich im Gespräch mit dem Fußball-Fachblatt kicker: „Das ist der schlechteste Platz, auf dem ich jemals gespielt habe“, und Trainer Mike Terranova äußerte sich – wie andere Aktive auch – noch zuletzt ganz ähnlich. Die Klagen sind nicht neu, bereits seit dem 19. Oktober war davon zu hören – hinter vorgehaltener Hand, denn der Regionalligist hatte da gerade Spitzenreiter Rödinghausen mit 1:0 geschlagen.

Für Festigkeit hat der Sand nicht gerade gesorgt

Ortsbegehung, 13.30 Uhr: „Ja“, bestätigt Ralf Dombrowski, Abteilungsleiter Grün und Sport bei der OGM, „in der Woche vor dem Spiel gegen Rödinghausen haben wir Sand eingebracht. Das ist um die Zeit normal.“ Thomas Isaiasz, OGM-Sachgebietsleiter Sport, ergänzt: „Das ist üblich bei Rasenplätzen und macht sie winterfest.“ Macht Sinn, denn der Platz wird nachher „gelocht“, damit der Sand ins Erdreich fließen und Feuchtigkeit mitnehmen kann.

Im „schönsten Stadion der Welt“ (Fan-Schnack) hat mit dem Lochen irgendwas nicht geklappt, denn von der Haupttribüne aus sah man bis vor kurzer Zeit noch deutlich einen hellen Streifen vom Platz. Da war der Rasen nicht grün, da lag der Sand obenauf. Mittlerweile ist er eingezogen, aber für Festigkeit hat er nicht gerade gesorgt.

„Wir können hier nur noch in Kleinspielformen trainieren“

RWO-Sportleiter Patrick Bauder erzählt, dass Schiedsrichter Sven Waschitzki das Match gegen Lotte am Freitagabend nur angepfiffen hat, weil beide Vereine spielen wollten. Ihm kam das Feld offenbar fragwürdig vor. Die OGM-Verantwortlichen führen die Doppelbelastung des Platzes („Erste“ und U19) an, ernten dafür aber nur den staunenden Blick des Sportleiters. Thomas Isaiasz: „Das könnte an der Rasenheizung liegen. Die befindet sich 20 Zentimeter unter der Oberfläche, ist recht engmaschig verlegt, so dass das Einarbeiten des Sandes sehr schwierig ist.“

Da stehen wir schon auf dem Trainingsplatz gegenüber, auf dem OGM-Mitarbeiter kurz vorher die völlig verschlammten Torräume und den Mittelkreis mit Sand abgedeckt haben. Hier allerdings sehen die OGM-Experten eine Mitverantwortung des Trainers: „Der will den Platz alle zwei Tage gewalzt haben.“ Dadurch werde das Geläuf fester, aber auch dichter, so dass Wasser stehen bleibt. „Wir können hier nur noch in Kleinspielformen trainieren“, erläutert Bauder, „und müssen ansonsten auf den Kunstrasen ausweichen.“

Übrigens: Die Rasenheizung ist 2008 eingebaut worden, danach wurde ein neuer Rasen angelegt, der „Teppich“ von einst war schon früher dahingegangen. Ändern wird sich übrigens nicht viel. Die Ankündigung, „von Hand nachzuarbeiten“, wirkt etwas hilflos.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben