Hallenfußball

Für die Titelverteidigung wich RWO keinen Zentimeter zurück

Wie sich die Bilder doch gleichen: Wie 2018 holten sich auch in diesem Jahr die RWO-Routiniers den Sieg beim NRW-Masters.

Wie sich die Bilder doch gleichen: Wie 2018 holten sich auch in diesem Jahr die RWO-Routiniers den Sieg beim NRW-Masters.

Foto: Thorsten Tillmann

Oberhausen.   Beim verdienten NRW-Masters-Triumph der Traditionself von RW Oberhausen ging es besonders in den Duellen gegen RWE und Schalke heiß her.

Es war kurz vor 19 Uhr, als Carsten Kemnitz und Volker Schmidthaus in der Mülheimer innogy-Sporthalle beim NRW-Traditionsmasters den Siegerpokal in die Höhe reckten. Im Anschluss machten sich Trainer und Teammanager gemeinsam mit ihren Spielern auf den Weg zum Siegerfoto. Fast schon hatte das Ganze etwas von einem Déjà-vu. Denn bereits im vergangenen Jahr hatten sich die RWO-Routiniers die prestigeträchtige Masters-Krone aufgesetzt. Doch während der Triumph 2018 vor allem wegen der spielerischen Stärke zu Stande kam, waren es in diesem Jahr andere Qualitäten, auf die es ankam.

„Spielerisch war das sicherlich nicht immer ein Leckerbissen, doch dieses Jahr sind wir mehr über den Kampf gekommen. Und den haben wir von der ersten Minute angenommen“, sagte Benjamin Reichert, langjähriger RWO-Kapitän, für den es der erste Sieg bei diesem Turnier war, da er letztes Jahr aus beruflichen Gründen fehlte. „Das konnte ich ja nicht auf mir sitzen lassen. Die Jungs holen endlich das Ding und ich bin nicht dabei.“

Volker Schmidthaus: „Terra war heiß wie Frittenfett“

Doch bis auf Reichert und Benjamin Weigelt war es dieselbe Mannschaft wie noch 2018. Auch Mike Terranova schnürte wieder die Hallenschuhe, diesmal sogar vom ersten Spiel an. Und der Trainer des Regionalligisten brannte laut Aussage des Teammanagers Schmidthaus wie selten auf seinen Einsatz. „So habe ich den Terra noch nicht erlebt. Der war heiß wie Frittenfett.“ Insgesamt ging es bei der 14. Masters-Auflage ungewohnt ruppig zur Sache. Viele harte Zweikämpfe, einige Zweiminuten-Strafen und heiße Diskussionen zwischen den Spielern zeigten, dass auch die Kicker im gehobenen Alter nichts von ihrem Ehrgeiz verloren haben.

Vor allem in den Duellen zwischen RWO mit RWE und Schalke 04 kochten die Emotionen stellenweise über, was allerdings auch an der Leistung der Schiedsrichter lag, die in vielen Situationen das nötige Fingerspitzengefühl vermissen ließen. Auch die eine oder andere falsche Regelauslegung sorgte nicht nur bei den Zuschauern für reichlich Diskussionen. Schalke-Keeper Christian Wetklo konnte sich nach dem aus seiner Sicht irregulären Ausgleich im Halbfinale gegen RWO gar nicht mehr beruhigen und stürmte wutentbrannt auf Ex-Bundesliga-Schiri Jürgen Jansen los, der allerdings die fällige Rote Karte gegen Wetklo stecken ließ.

Nebenschauplätze bringen RWO nicht aus der Ruhe

Auch das David Müller, ebenfalls im Duell gegen Schalke, im Neunmeterschießen antrat, obwohl er kurz vor Schluss der regulären Spielzeit eine Zweiminuten-Zeitstrafe erhielt und somit wohl eigentlich nicht hätte schießen dürfen, sorgte für Verwunderung.

Doch trotz dieser Nebenschauplätze war der Erfolg der Kleeblätter letztlich verdient. Gerade weil sie wieder die guten alten Tugenden von Einsatz und Wille an den Tag legten. Und das selbst, wenn es mal richtig eng wurde. Durch die Schlappe im zweiten Gruppenspiel gegen Köln (Kemnitz: „Da waren wir nicht griffig genug.“) musste RWO im letzten Duell gegen RWE unbedingt gewinnen.

Und nach dem 0:1-Rückstand sah es lange so aus, als würde der Titelverteidiger frühzeitig die Heimreise antreten. Doch dank zweier Treffer von Marcel Landers drehte die Kleeblatt-Elf das Spiel noch. „Das war megaspannend und ein großer Kampf, den wir da abgeliefert haben. Letztlich war es genau dieser Fight, den wir gebraucht haben, um den Pott wieder zu holen“, sagte Carsten Kemnitz, der aktuell als Trainer des B-Ligisten 1. FC Hagendorf tätig ist.

„Jungs, wir sehen uns dann alle nächstes Jahr wieder. Nur bitte nicht älter werden“

Warum es spielerisch nicht ganz so glatt lief, lag auch sicherlich daran, dass RWO eben nicht wie im letzten Jahr der Außenseiter war. So sah es auch Keeper Frank Langela, der mit einigen Glanzparaden sein Team im Turnier hielt. „Letztes Jahr hatte uns keiner auf dem Zettel. Aber nun als Titelverteidiger wollte uns natürlich jeder schlagen. Doch so einfach machen wir es denen eben nicht.“ Auch im Finale zeigte RWO wieder seine Nehmerqualitäten und drehte erneut einen 0:1-Rückstand in einen Sieg. „Das spricht für das Selbstbewusstsein der Mannschaft, aber auch für das Vertrauen, das wir in die eigenen Fähigkeiten haben“, meinte Benjamin Reichert auf den Teamgeist angesprochen.

Im Anschluss an den Erfolg in Mülheim ging es für die Traditionself noch zu RWO-Präsident Hajo Sommers ins Falstaff zur großen Abschiedsfeier. Oder, wie es Dimitrios Pappas ausdrückte: „Jungs, wir sehen uns dann alle nächstes Jahr wieder. Nur bitte nicht älter werden.“

Auch Schmidthaus schielte mit dem Pokal in der Hand bereits auf das kommende Jahr und einen möglichen Titel-Hattrick. Etwas, was bisher noch keinem Team bei dem NRW-Masters gelungen ist. „Wenn die Truppe zusammen bleibt, dann ist uns alles zuzutrauen. Wir werden auf jeden Fall dafür kämpfen.“ Etwas anderes würde man von echten Malochern auch nicht erwarten.

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