Rot-Weiß Oberhausen

Mike Terranova: „Die Pfiffe gegen RWO waren respektlos“

Mike Terranova beim Aufwärmen seiner Elf im Stadion Essen. Ihm gefiel es ganz und gar nicht, wie sein Team im Lotte-Spiel nach neun Heimsiegen mit Pfiffen in die Halbzeit begleitet wurde.

Mike Terranova beim Aufwärmen seiner Elf im Stadion Essen. Ihm gefiel es ganz und gar nicht, wie sein Team im Lotte-Spiel nach neun Heimsiegen mit Pfiffen in die Halbzeit begleitet wurde.

Foto: Thorsten Tillmann / FFS

Oberhausen.  Die RWO-Leistung im ersten Durchgang gegen Lotte war schlecht. Nach neun Heimsiegen hätte sich der Trainer Respekt und nicht Pfiffe gewünscht.

Sieben Treffen standen zwischen Freitag und Sonntag auf dem Programmzettel der Regionalliga West – sieben endeten unentschieden. Darüber, über Platzverhältnisse und Fan-Verhalten sprach die Sportredaktion mit RWO-Trainer Mike Terranova.

Die Liga spielt ohne Sieger. Ist der Ärger nach dem 1:1 vom Freitag noch größer, da Verl 0:0 spielte?

Terranova: Natürlich ist da ein gewisser Ärger, denn wir hätten den Abstand verkürzen können. Es bestätigt sich, was ich immer gesagt habe: Auch Verl wird noch Federn lassen. Ansonsten zeigen die Ergebnisse, wie ausgeglichen die Liga ist, wie sehr es bei zunehmend schlechten Platzverhältnissen auch auf die Moral der Mannschaften ankommt, auf die innere Bereitschaft und Einstellung.

Auf schlechtem Platz dauert alles länger

Stichwort Platzverhältnisse: Wie wirken sie sich auf die vorgegebene Linie im Spiel aus?

Kolossal! Ich erkläre es mal an meiner Mannschaft: Da habe ich viele Spieler, die keine Probleme mit der Ballannahme und sofortiger Weiterleitung haben. Das geschieht in Sekundenbruchteilen und ohne großes Hingucken auf einem normalen Platz. Jetzt aber dauert alles einige Sekunden länger, denn der Ball muss gesichert werden, bevor er abgespielt werden kann. Das kostet Zeit und Bewegung, man kann nicht mehr wirklich dribbeln, man kann das Aufsprungverhalten des Balles nicht mehr exakt kalkulieren. Das ist einfach hinderlich und behindert vor allem Torleute und kombinationsstarke Mannschaften. Aber ich sage auch: Das ist keine Ausrede, das erklärt jedoch!

Über die erste Halbzeit gegen Lotte muss man nicht mehr reden...

Doch! Sie war die schlechteste der Saison, da kann es keine zwei Meinungen geben. Nach der Pause haben wir uns vor allem mental enorm gesteigert, da sage ich: Hut ab! Die Pfiffe von der Tribüne, die ich nach wie vor als absolut respektlos empfinde gegenüber einer Mannschaft, die neun Heimspiele hintereinander gewonnen hat...

„Wir sind stolz auf unsere Anhänger“

… sind freie Meinungsäußerung, die jedem zusteht.

Steht im Grundgesetz, ist auch gut so. Steht mir aber auch zu, kann ich also sagen. Als Schalke nach dem 0:5 am Samstagabend von den Fans noch gefeiert wurde, habe ich bei mir gedacht: So muss es sein! Wir sind stolz auf unsere Anhänger auf der Stehtribüne, haben ihnen auch viel zu verdanken. Sie habe ich mit meiner Kritik auch gar nicht in erster Linie gemeint, es geht mir mehr um einige auf der Haupttribüne.

Aufstellungen und Einwechslungen sind auch ständige Kritik- und Meckerpunkte.

Das gehört zum Fußball, klar. Ich habe 25 Spieler im Kader, von denen die Mehrzahl auf ähnlichem Niveau ist. Wer trainiert, will auch spielen. Ich bin ja froh, dass wir vier Spieler wechseln dürfen, das ist ein Unzufriedener weniger!

Und ich muss Leuten, die verletzt oder krank waren, wieder die Chance geben, sich ins Team zu spielen. Bislang klappt das, aber es ist eine Aufgabe, die nicht so leicht ist. Da erwarte ich vom Umfeld einfach mal ein bisschen Nachdenken und Verständnis. Wer Fragen an mich hat, kann mich gerne ansprechen. Ich bin so gut wie jeden Tag auf dem Gelände, stundenlang, nicht nur auf dem Platz.

Die Fragen stellte Gustav Wentz

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