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RW Oberhausen erwartet starken Aufsteiger aus Lippstadt

Im August 2013 empfing RWO zum ersten Mal den SV Lippstadt im Stadion Niederrhein. Damals sorgte Patrick Bauder für das goldene 1:0.

Im August 2013 empfing RWO zum ersten Mal den SV Lippstadt im Stadion Niederrhein. Damals sorgte Patrick Bauder für das goldene 1:0.

Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.   Am Freitag um 19.30 Uhr gastiert der SV Lippstadt im Stadion Niederrhein. Der steht vor dem Duell nur einen Zähler hinter Rot-Weiß Oberhausen.

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Noch einmal mit Gefühl, könnte man den Kleeblättern vor dem Duell gegen den starken Aufsteiger SV Lippstadt am Freitagabend um 19.30 Uhr mit Blick auf das letzte Aufeinandertreffen der beiden Vereine zurufen. Denn im August 2013 sorgte der jetzige RWO-Kapitän mit seinem gefühlvollem Schlenzer ins lange Eck für das späte 1:0 gegen den kommenden Gegner im Stadion Niederrhein. Eine Befreiung gegen die wacker kämpfenden Gäste aus Lippstadt. Und auch jetzt dürfte es eine ziemlich harte Nuss für das Team von Trainer Mike Terranova werden.

Denn der Aufsteiger reist als Tabellenvierter zum Zweiten aus Oberhausen. Ein Verfolgerduell also, das man vor der Saison nicht unbedingt auf dem Zettel hatte, wie auch der Linienchef gesteht. „Bisher macht Lippstadt einen richtig guten Job und hat die Euphorie nach dem Aufstieg hoch halten können. Das haben schon einige Teams zu spüren bekommen.“ Damit sind u.a. die Siege bei RWE und der U23 vom BVB gemeint, die nachhaltig für Respekt gesorgt haben. „Sie zeichnen sich durch ein schnelles Umschaltspiel aus, was zuletzt auch gegen Wattenscheid für drei Punkte gesorgt hat. Wenn die Geschwindigkeit aufnehmen, muss man höllisch aufpassen“, weiß „Terra“ um die Stärken der Gäste.

Tim Hermes fehlt wegen Gelb-Rot

Apropos letzter Gegner: Da gab’s am Ende ein 1:1 im prestigeträchtigen Derby gegen den Nachbarn aus Essen. Ein Resultat, was durchaus gemischte Gefühle beim Trainer auslöste. Schließlich hatte RWO über weite Strecken der ersten 45 Minuten RWE klar im Griff, bevor dann doch der Ausgleich geschluckt werden musste. Auch in Sachen Schiedsrichterentscheidungen war das Glück an diesem Nachmittag nicht auf Seiten der Kleeblätter. Stichwort nicht gegebenes 2:1, fehlender Elfmeterpfiff und Gelb-Rot für Tim Hermes wegen Ballwegtretens. „Am Ende ist es, wie es ist. Wir müssen damit leben und schauen absolut positiv auf die kommende Aufgabe“, so Terranova.

Doch der Verlust von Hermes macht die Sache nicht leichter, „gerade weil sein Fehlen so unnötig ist“, weiß der 41-Jährige um die Bedeutung des Linksverteidigers. Seine Position wird voraussichtlich Nico Klaß einnehmen, wie zuletzt schon beim 0:2 in Wuppertal. Im Sturm sieht alles wegen des weiteren Ausfalls von Cihan Özkara nach einem erneuten Startelf-Einsatz von Tarik Kurt aus. Für Philipp Gödde, der gegen RWE 35 Minuten zum Einsatz kam, ist die Jokerrolle vorgesehen. Terranova: „Er ist noch nicht ganz so weit, auch wenn man gesehen hat, wie gut ihm die halbe Stunde zuletzt auf dem Rasen getan hat.“

Oubeyapwa hat Zwischentief überwunden

Raphael Steinmetz muss dagegen noch einmal zuschauen, bevor seine Rotsperre aus dem Wuppertal-Spiel abgelaufen ist.

Ansonsten dürfte die gleiche Elf der vergangenen Wochen auflaufen. Vor allem der flinke Shaibou Oubeyapwa bereitet nach seinem kleinen Zwischentief dem Trainer wieder viel Freude. „Man sieht bei ihm einfach sein großes Potenzial und wie er immer wichtiger für uns wird.“ Auch was Dario Schumacher angeht, der sich zuletzt mit der Reservistenrolle begnügen musste, spart Terranova nicht mit Lob. „Er gibt im Training richtig Gas und ist dicht dran.“

Gesetzt ist natürlich auch Kapitän Patrick Bauder, wo wir wieder beim Ausgangspunkt des Ganzen wären. Zwar dürften es trotz Wetterchaos keine schwülwarmen Temperaturen wie im August 2013 geben. Doch so ein Flutlichtspiel hat ja auch so seinen Reiz, wie der „Fußballgott“ nur allzu gut weiß: „Das sorgt immer für zusätzliche Motivation.“ Und vielleicht müssen die Kleeblatt-Fans auch dieses Mal nicht so lange warten, bis der erhoffte Dreier unter Dach und Fach ist.

Gegner: Großes Lob von Mike Wunderlich

Beim SV Lippstadt 08 herrscht aktuell eitel Sonnenschein. Kein Wunder, beim Blick auf die bisherige Ausbeute des Überraschungsteams der Regionalliga-West. Mit 24 Zählern grüßt der Aufsteiger von Tabellenplatz vier, nur einem hinter den Kleeblättern. Im Vergleich: Bei seiner Premiere in der vierten Liga vor fünf Jahren hatte Lippstadt erst am Saisonende diese Punkteanzahl auf dem Konto. Der direkte Wiederabstieg war die Folge.

Davon ist das Team von Übungsleiter Daniel Berlinski, mit 32 Jahren der jüngste Trainer der Liga, momentan ziemlich weit entfernt. Berlinski, der vor seinem Engagement im Oktober 2017 rund zwei Jahre bei Rot-Weiß Erlinghausen – dem Heimatklub von BVB-Boss Hans-Joachim Watzke – Trainer war, konnte mit seiner Mannschaft in dieser Serie bereits Regionalliga-Größen wie den Wuppertaler SV, Rot-Weiss Essen oder auch Borussia Dortmund II besiegen. Bei Ligaprimus Viktoria Köln gab es vor wenigen Wochen eine knappe 0:1-Niederlage. „Das war bisher der beste Gegner, gegen den wir in dieser Saison gespielt haben“, adelte Viktoria-Kapitän Mike Wunderlich den Aufsteiger.

Dabei begann die Saison mit einem kleinen Paukenschlag. Von Stürmer Tobias Puhl, der in der vergangenen Spielzeit mit 21 Treffern noch entscheidenden Anteil am Aufstieg hatte, trennte man sich bereits nach dem ersten Spieltag aus disziplinarischen Gründen. Doch dafür sind andere Spieler in die Bresche gesprungen, wie Kevin Holz (5) oder Exaucé Andzouana. Der Akteur, der im Sommer von Westfalia Rhynern kam, war bereits vier Mal erfolgreich. Eine schwere und interessante Aufgabe, der sich die Kleeblätter im letzten Heimspiel der Hinrunde stellen müssen.

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