Regionalliga West

RWO-Chef Sommers: „Saison abbrechen, keine Geisterspiele“

Geisterspiele helfen keinem Regionalligisten. Zuschauereinnahmen müssen her, damit die Clubs überleben können.

Geisterspiele helfen keinem Regionalligisten. Zuschauereinnahmen müssen her, damit die Clubs überleben können.

Foto: Micha Korb / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Die Regionalliga wird weiter verlegt, stiller Wunsch ist der 30. April. RWO-Chef Sommers: „Schwachsinn“. FVN nimmt Freitag für Amateure Stellung.

Per Telefonschalte unterhielten sich die verbliebenen 18 Klubs der Regionalliga West gestern mit dem Westdeutschen Fußballverband. Diskutiert wurde, wie und wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden könnte. Der Fußballverband Niederrhein will sich dazu Freitag für die Vereine von Oberliga abwärts äußern.

Für die Regionalliga gilt hingegen, es gibt keine offizielle Verlautbarung, die inoffizielle Lesart dazu: Vom bislang angenommenen Datum 19. April wird der Spielbetrieb nun „bis auf weiteres“ verlegt. Dabei haben die Beteiligten den 30. April/1. Mai im Blick. RWO-Präsident Hajo Sommers hat dazu eine klare Meinung: „Schwachsinn.“

FVN Freitag zu Oberliga und abwärts

„Alle wissen, dass der Höhepunkt der Epidemie noch aussteht. Und danach sind es noch einmal sechs Wochen, bis man denken könnte, wieder zu spielen. Das ist unrealistisch.“

Daher gäbe es nur eine Konsequenz, und die trägt Sommers bereits seit Beginn der Epidemie in Deutschland und der Einstellung des Spielbetriebes offensiv vor: „Die Saison ist abzubrechen. Wenn der Verband jetzt kommt und Geisterspiele erwägt, sage ich: Nicht mit uns.“

Telefonat mit RWE-Chef Marcus Uhlig

Mit Rot-Weiss Essen übrigens auch nicht, denn gestern telefonierte Sommers mit seinem Essener Kollegen Marcus Uhlig und war sich in dieser Hinsicht sofort einig: Weder RWO noch RWE werden Geisterspiele in Erwägung ziehen.

Sommers: „Wir haben fast die volle Kostenseite wie bei einem Spiel mit Zuschauern, generieren aber keine Einnahmen.“

So bleibt für ihn nur die Möglichkeit des sofortigen Abbruchs, denn der würde es den Clubs gestatten, zu planen. „Dann müssten sich alle hinsetzen und besprechen, wie es am besten geht. Das sollte aber möglichst schnell geschehen und nicht erst in sechs oder achte Wochen. Denn dann haben wir keine Chance mehr.“

Interessenten für Nachfolge von Mike Terranova

Denn das zukünftige Sponsoreninteresse hängt auch eng damit zusammen, wie RWO die Regionalliga in der kommenden Saison angehen könnte. Und ganz eng hängt damit natürlich auch die Suche nach einem Nachfolger für Cheftrainer Mike Terranova zusammen, der bekanntlich die sportliche Leitung des Nachwuchsleistungszentrums übernehmen soll. Die jetzige finanzielle Hängepartie macht es Rot-Weiß da natürlich auch schwer.

Sommers: „Wir haben einige Interessenten und führen auch lockere Gespräche.“ Konkret sei aber zur Zeit noch nichts, da die Situation wegen der Corona-Krise und deren Verlauf weitere zu unübersichtlich bleibt.

Ein Abbruch der Saison würde den Kleeblättern daher hier mehr Planungssicherheit bieten.

Dimi Pappas ist ein Kandidat

Zu Personalien sagt Sommers so viel: „Natürlich ist Dimitrios Pappas auch eine denkbare Lösung, wir wären ja dumm, wenn wir das nicht mit einbeziehen würden. Er hat aber einen gut bezahlten Beruf, der es uns dann schwer machen würde.“ Aber Pappas sei eben nur einen von mehreren, über die sich der RWO-Vorstand Gedanken macht. „Eine Entscheidung wird nicht vor Ende des Monats fallen, wenn wir in vielen anderen Bereichen wissen, wie es weiter geht.“

Denn gerade weil nicht gespielt werden kann, stehen den Rot-Weißen überaus dramatische Wochen bevor. So eng war es noch nie.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben