Regionalliga

RWO-Sieg: Die Kleeblatt-Walze kommt ins Rollen

So macht der Kontakt mit den Fans am meisten Spaß: Die RWO-Kicker feierten nach dem Abpfiff im Grenzlandstadion mit ihren Anhängern.

So macht der Kontakt mit den Fans am meisten Spaß: Die RWO-Kicker feierten nach dem Abpfiff im Grenzlandstadion mit ihren Anhängern.

Foto: Micha Korb / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Schnelligkeit nach vorne und Effizienz waren beeindruckend. Doch von Beginn an rund lief die RWO-Maschinerie in Mönchengladbach nicht.

Mitte der zweiten Halbzeit tat sich über dem Grenzlandstadion in Rheydt plötzlich ein Regenbogen auf, und mancher mag daran gedacht haben, dass sich am Ende der Farbensymphonie ein Goldschatz befindet. Den schwarz gekleideten Rot-Weißen aus Oberhausen kam dieser Gedanke wohl kaum, aber sie brannten ein Offensivfeuerwerk ab, auf dessen Zünden man lange gewartet hatte.

Das 5:1 in Mönchengladbach kann der Türöffner zu einem ganz großen Start in die neue Regionalliga-Saison werden. In den nächsten Spielen (gegen Fortuna Köln, in Bergisch-Gladbach) sind sechs Punkte keine Illusion, dann kommt Essen und ein Spitzenspiel, das den Namen verdient hätte.

Völlig unnötige Unsicherheit

Doch gemach! Das Terranova-Team startete bei den Gladbachern mit leidlich bekannter und dabei völlig unnötiger Unsicherheit. Die führt zu rätselhaften Unachtsamkeiten und Unkonzentriertheiten und muss dann unweigerlich in einem Gegentor münden. Dieses 0:1 führte nicht zur Beruhigung. Mit einem Hauch von Glück für Gladbach wären die Jung-Fohlen noch höher in Führung gegangen, und das wäre nicht unverdient gewesen.

Glück muss man aber auch haben, und das Handspiel, das außer Schiri Engelmann kaum jemand im Stadion gesehen haben dürfte, legte den Schalter um. Giuseppe Pisano markierte humorlos den Ausgleich, feierte sein Tor erst später, mit Söhnchen Leano auf dem Arm und vor den RWO-Fans, die ihm zur Auswechslung schon Sprechchöre gereicht hatten.

Fast erschreckende Effizienz

Die zweite Halbzeit vor allem belegte dann, warum RWO als Mitfavorit auf die Meisterschaft genannt wird. Vor allem in der Vorwärtsbewegung entwickelte sich eine Walze, die – einmal ins Rollen gekommen – kaum aufhaltbar scheint. Und die Effizienz vor dem Tor war fast erschreckend. RWO hatte nämlich kaum Torchancen, nutzte sie diesmal aber eiskalt.

Überragend dabei und immer mehr in die Dirigentenrolle wachsend agierte Christian März, der mehr und mehr als verlängerter Arm des Trainers wirkt. Auch der kurze Auftritt von Vincent Louis Stenzel (ab der 84. Minute im Spiel) beeindruckte: „In sechs Minuten ein Assist, ein Tor, das ist schon Klasse“, zollte auch der Trainer Respekt.

Aber Mike Terranova hat nicht vergessen, dass längst noch nicht alles klappt. Was verwundert: Die Abwehrarbeit scheint ein Problem, das der Coach im Visier hat: „An der Defensive muss sich die ganze Mannschaft beteiligen.“

Stichwort Defensive: Einer, der auch wegen der Vorgeschichte besonders aufmerksam beobacht wird, ist Kofi Twumasi. Der Sechser interpretiert seine Aufgabe mit extremer Betonung der Defensive, was ihm sein Trainer allerdings auch so verordnet hat. Dennoch dürfte er ruhig mal häufiger schon an der Mittellinie eingreifen und seine Schnelligkeit mehr ausspielen.

Der Unterschied zu Vorgänger Yassin Ben Balla besteht unter anderem darin, dass er das andere Tor nur aus der Ferne sieht und sich als Zerstörer fern von den Flügeln hält. „Das kommt noch“, sagt Terranova und urteilt auch: „Er war schon besser als gegen Verl.“

Das waren sie ja eigentlich alle.

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