Regionalliga

Trainer Mike Terranova zeigt bei RWO klare Kante

Firat Tuncer (l.) kommt zu spät, Tarik Kurt darf sein 3:0 bejubeln.

Firat Tuncer (l.) kommt zu spät, Tarik Kurt darf sein 3:0 bejubeln.

Foto: Micha Korb / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Neun Punkte aus drei Spielen. Rot-Weiß Oberhausens Trainer Mike Terranova und sein Team haben einen festen Plan für die Rückrunde.

„Mein Ziel ist es ja immer“, sagt Mike Terranova gern, „eine bessere Rück- als die Hinrunde zu spielen.“ Der Trainer des Fußball-Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen hat einen sehr guten Anfang gemacht, denn das jüngste 3:0 bei Fortuna Köln stellte den Rückrunden-Tacho auf neun Zähler – in der Hinrunde waren das nur fünf gegen die gleichen Gegner. Mit vier Punkten im Plus zu sein, das befriedigt den Coach natürlich, aber auch nur für ein paar Sekunden: „Wir müssen nachlegen, und wir dürfen keinen Augenblick nachlassen“, fordert er in einem Atemzug.

Das lässt er auch seine Spieler wissen: „Ich bin der, der hier die Verantwortung trägt und den Kopf hinhalten muss. Darum verlange ich auch, dass sie tun, was ich will.“ Wer das nicht tut, kommt nicht auf den Platz. Im Kölner Südstadion – eine seit Jahrzehnten gleich unsortiert und trotzdem irgendwie sympathisch gebliebene Anlage – fehlten zwei auf Rasen und Bank, die man immer zu dem zählt, was man „Stamm“ nennt: Philipp Gödde und Maik Odenthal. Neu gegenüber dem Spieltag zuvor im Kader: Jeffrey Obst und Francis Ubabuike. „Terra“ ist dann ziemlich schmallippig, wenn man ihn nach Gründen fragt: „Das wissen die Betroffenen, und das reicht. Ich hoffe, sie verstehen.“

Beinahe philosophisch

RWO hat einen großen Kader, dessen „Tiefe“ beneidenswert ist. Es gibt kaum Leistungsunterschiede, vor allem in der Offensivabteilung tritt man sich gewissermaßen auf die Füße. Und wer nicht stets die Ohren spitzt, wer nicht stets zur Stelle ist, wenn der Trainer spricht und ruft, ist schnell mal draußen. Wobei Terranova Wert legt auf diese Ansicht: „Ich bin keiner, der auswechselt, ich wechsle ein.“ Klingt beinahe philosophisch, bringt aber vor allem auf den Punkt, dass er in der Lage ist, schnell zuzustechen. Seine scheinbaren „Glücksgriffe“ zu vermeintlichen „Jokern“ sprechen Bände: Pisano und Kurt können es bestätigen, bei Gödde und Steinmetz war das auch schon so, und Oubeyapwa oder Stenzel sind auch Akteure, die auf den Punkt bereit sind.

Kaum gewechselt wird hingegen in der Abwehr. Torwart Daniel Davari – in der Rückrunde als einziger Regionalliga-Keeper ohne Gegentor – zieht den Hut: „Dass ich auch jetzt wieder relativ wenig zu tun hatte“, sagte er in Köln, „hat natürlich in erster Linie damit zu tun, dass die Jungs vor mir prima verteidigen. Es ist eindrucksvoll zu sehen, wie wir uns seit Saisonbeginn von Spiel zu Spiel verbessert haben, und zwar vor allem in der Abwehr.“

Womit der Torwart nicht nur die Viererkette vor sich meint, sondern das Abwehrverhalten quer über den Platz. Genau das ist der wesentliche Unterschied zur Hinrunde, in der RWO sich zu oft zu weit zurückzog, um den Gegner kommen zu lassen. Heute wird er oft schon ab Torwart attackiert.

Geplatztes Trommelfell

Dass es in Köln nach der sehr souveränen ersten Halbzeit nach dem Wechsel zu einigen Unsicherheiten im engeren Abwehrverbund kam, fand natürlich das Missfallen des Trainers. Er nahm allerdings den Abwehrchef ausdrücklich von seiner Kritik aus, als er auf einige Patzer von Jannick Löhden angesprochen wurde.

Sportdirektor Patrick Bauder präzisierte: „Jannick hat in einem Luftduell mit Kölns Keeper Kevin Rauhut einen schweren Schlag aufs Ohr bekommen und konnte nichts mehr hören. Dass er durchgehalten hat, ist ihm hoch anzurechnen.“ Trommelfellriss lautete später die Diagnose.

„Der macht das schon“

Ob er am Samstag gegen den Tabellenletzten Bergisch-Gladbach spielen kann? „Der macht das schon“, vertraut Terranova dem Kapitän und denkt gleichzeitig an ein paar mögliche Änderungen im erweiterten Abwehrbereich: „Tim Hermes war leicht erkrankt, aber er ist eine Waffe. Und Jeffrey Obst steht als Winterzugang gewissermaßen Gewehr bei Fuß. Aber ich habe ihm gesagt, dass er möglicherweise gar nicht spielt, wenn die Jungs so weitermachen wie bisher.“ Das nennt man klare Kante.

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