Schalke-Talente

Die Berufung der Schalke-Talente ist auch Zeichen an die oft versagenden Profis

Von ihm halten Schalkes Bosse viel: Der US-amerikanische Mittelfeldspieler Weston McKennie (rechts).

Foto: Christof Koepsel/Getty

Von ihm halten Schalkes Bosse viel: Der US-amerikanische Mittelfeldspieler Weston McKennie (rechts). Foto: Christof Koepsel/Getty

Gelsenkirchen.   Schalke holt drei Jungs von Norbert Elgert vorzeitig in den Profikader. Das kann man auch als Zeichen an die so oft versagende Mannschaft sehen.

Der eine ist ein Junge für die Außenbahn, gilt als schnell und kommt direkt um die Ecke aus Essen, die beiden anderen kommen von weit her aus Los Angeles beziehungsweise Little Elm in Texas: Die Rede ist von Luke Hemmerich (19), Haji Wright (19) und Weston McKennie (18). Die drei Talente aus der U19, die Schalke ab sofort in den Profikader befördert hat. Und als Trainer Markus Weinzierl das am Donnerstag ankündigte, hörte es sich so an, als habe für ihn jetzt schon ein bisschen die Zukunft begonnen.

Zwar steht am Samstag noch das letzte Saisonspiel beim FC Ingolstadt an, aber auch da soll das Trio schon dabei sein. „Sie werden sich für die erste Mannschaft zerreißen“, sagt Weinzierl. Am Dienstag standen Hemmerich, Wright und McKennie noch für die Schalker U19 gegen Bayern München auf dem Platz. Nach dem unglücklichen Halbfinal-Aus im Kampf um die deutsche Meisterschaft wurden sie nun vorzeitig befördert. Man kann das auch als Zeichen an die in dieser Saison so oft versagenden Profis sehen, Weinzierl schließt ihren Einsatz in Ingolstadt nicht aus: „Damit haben wir drei Alternativen mehr für Samstag.“

Hemmerich fällt beim Testspiel auf

Luke Hemmerich war Weinzierl vor Wochen beim Testspiel der Schalker Profis in Hannover positiv aufgefallen, davor hatte er den Blondschopf, der ein Spiel für die deutsche U19 absolviert hat, gar nicht so sehr auf dem Zettel.

Wright kam zu Schalke, Pulisic ging zum BVB

Mittelstürmer Haji Wright hingegen durfte schon im Winter-Trainingslager bei den Profis vorspielen, und Manager Christian Heidel räumt ehrlich ein: „Da war ich noch skeptisch, aber jetzt hat er es sich verdient. Er hat bei der U19 eine Rückrunde gespielt, die von großer Entwicklung geprägt war.“ Interessant: Als Schalke den in Los Angeles geborenen US-Boy bei einem Turnier entdeckte, fiel den S04-Scouts auch ein gewisser Christian Pulisic auf. Der hatte aber schon Borussia Dortmund sein Wort gegeben und zählt dort längst zum Bundesliga-Kader.

McKennie mit Vorschusslorbeeren

Am meisten schwärmen die Schalker von dem 18 Jahre alten Weston McKennie, der erst vor knapp neun Monaten von den Dallas Juniors in die Knappenschmiede kam. „Bei ihm war uns klar, dass er auf Bundesliga-Format zu bringen ist“, sagt Heidel über den zentralen und auch torgefährlichen Mittelfeldspieler, der bei der U19 zeitweise sogar die Kapitänsbinde trug. Für Weinzierl stand schon vor Wochen fest: „Er ist der Beste.“

Für U19-Trainer Norbert Elgert ist immer ganz entscheidend, zu welchem Zeitpunkt die Talente seine Schule verlassen, um in den Profikader aufzurücken – er hat sie immer am liebsten bis zum Ende unter seinen Fittichen. Nach dem Ausscheiden gegen Bayern war nun der Zeitpunkt gekommen, Weinzierl verrät: „Ich habe am Mittwoch lange mit Norbert Elgert telefoniert.“ Ergebnis: Das Trio hätte es sich „verdient“, in den Profikader aufgenommen zu werden.

Zwar bedauert es Christian Heidel, dass die U19 nicht das Finale um die deutsche Meisterschaft erreicht hat, aber wichtiger ist ihm, dass einzelne Spieler es zu den Profis schaffen. „Drei Jungs aus dem eigenen Bereich nach oben zu bringen, macht nicht jeder. Auch wir machen es nicht, weil es gut aussieht, sondern weil sie das Zeug haben, Profis zu werden.“ Doch das müssen sie jetzt zeigen. Ihre Vorgänger Fabian Reese, Joshua Bitter und Phil Neumann haben sich bei Schalkes Profis nicht durchgesetzt.

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