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Der erste Engländer auf Schalke: Kenny sorgt für Premiere

Er fühl sich auf Schalke schon gut angekommen: Der Engländer Jonjoe Kenny

Er fühl sich auf Schalke schon gut angekommen: Der Engländer Jonjoe Kenny

Foto: firo/Sebastian El-Saqqa / firo Sportphoto

Gelsenkirchen.  Jonjoe Kenny fühlt sich auf Schalke gut aufgehoben. Wenn er in Gladbach spielt, wäre er der erste Engländer in Schalkes Bundesliga-Geschichte.

Jonjoe Kenny muss lachen, als die Frage nach dem Deutschunterricht auf Schalke kommt, besonders die nach dem Klassenbesten: Der Türke Ozan Kabak, der Waliser Rabbi Matondo und der Engländer Jonjoe Kenny hocken regelmäßig zusammen, um deutsche Vokabeln zu pauken - ganz schön schwierig, aber man will sich in dem neuen Land ja zurecht finden.

Wer also hat die Nase vorn nach wenigen Wochen? „Ozan ist der cleverste“, berichtet Jonjoe Kenny, „aber er hat schon zu seiner Zeit in Stuttgart Deutsch gelernt und einen Vorsprung, und Rabbi ist auch schon ein bisschen länger hier.“ Doch der Engländer Kenny will den Rückstand möglichst schnell aufholen: „Es wäre sehr unhöflich von mir, nach Deutschland zu kommen und zu sagen: Die sprechen ja alle Englisch, ich brauche mich nicht umzustellen. Nein, auch wenn ich nur ein Jahr hier bin: Ich will alles mitbekommen.“ Schalkes Leihgabe vom FC Everton, der englische U21-Nationalspieler Jonjoe Kenny, tut alles, um bei den Königsblauen schnell eine feste Größe zu werden.

Bundesliga-Debüt in Gladbach gut möglich

Sportlich hat der 22-Jährige dagegen schon jetzt die Nase vorn: Während seine Klassenkameraden Ozan Kabak und Rabbi Matondo noch verletzt sind, darf Jonjoe Kenny darauf hoffen, schon im ersten Schalker Bundesligaspiel dieser Saison am Samstag (18.30 Uhr) bei Borussia Mönchengladbach dabei zu sein. Es wäre nebenbei eine Premiere: Kenny ist der erste Engländer überhaupt, der für Schalke in der Bundesliga spielt. Rabbi Matondo, der im Winter von Manchester City kam, ist ja Waliser.

Im DFB-Pokal hat das Leichtgewicht (67 Kilo bei 1,76 Meter Größe) sein Debüt in Drochtersen (5:0) schon hinter sich. Kenny ist ein typischer Rechtsverteidiger, der die Linie rauf und runter rennen kann. Er fühlt sich zwar für Defensive wie Offensive gleichermaßen zuständig, doch der Fokus liegt wohl auf der Abwehrarbeit: „Ich mag das Verteidigen wirklich sehr, das macht mir richtig Spaß. Aber es gehört genauso dazu, Flanken zu schlagen und Zuspiele zu geben.“

Kein Kontakt zu Dortmunds Sancho

Kenny gehört zu den englischen Talenten, die in Deutschland Spielpraxis sammeln wollen, weil sie auf der Insel zumindest bei den finanzstarken Klubs nicht zum Zuge kommen: Er ist zwar U20-Weltmeister, wurde vom FC Everton aber nun schon zum dritten Mal verliehen (zuvor an Wigan Athletic und an Oxford United). Vor seinem Wechsel nach Deutschland hat er sich mit Reiss Nelson (zuletzt Hoffenheim) und Ademola Lookman (RB Leipzig) über die Bundesliga informiert. Jadon Sancho von Borussia Dortmund gehört übrigens nicht zu seinen Gesprächspartnern. „No“, sagt Kenny und lacht: „Das hat aber nichts mit der Rivalität zu Dortmund zu tun, wir kennen uns einfach nicht und haben keinen Kontakt.“

Einen besonderen Verein in der Bundesliga, den er immer schon verfolgt hat, gibt es nicht. Aber ein Detail ist schon witzig, wie er verrät: „Schalke kenne ich schon seit langer Zeit, im Alter von neunn oder zehn Jahren habe ich mit Everton schon gegen Schalke gespielt.“

Jetzt also spielt der Engländer für Schalke, ein Grund für seinen Wechsel war auch Trainer David Wagner, der ihn in England schon auf dem Radar hatte: „Der Coach erklärt mir ganz genau, was er von mir erwartet. Diese Detailarbeit gefällt mir sehr, ich könnte mir im Moment keinen besseren Coach für mich vorstellen.“

Wagner ist es freilich auch, der von Kenny das Erlernen der deutschen Sprache erwartet. Wobei er sich im Moment halt noch auf Englisch verständigt, was es bei seinem Dialekt aus Liverpool (Scouse) auch für die Zuhörer nicht gerade einfach macht. Ob sie ihn denn auf Schalke überhaupt verstehen? „Ja natürlich“, entgegnet Kenny und erklärt mit einem Lächeln: „Aber die Leute sagen mir immer, dass ich langsam sprechen muss.“

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