Kommentar

Es geht auf Schalke nicht mehr mit Tedesco

Schalke-Trainer Domenico Tedesco

Schalke-Trainer Domenico Tedesco

Gelsenkirchen.  Schalkes Trainer hat den Rückhalt bei Spielern und Fans verloren. Der Klub braucht jetzt einen Problemlöser. Ein Kommentar.

Zum Abschluss hätte man Domenico Tedesco ein paar Sonnenstrahlen gewünscht. Irgendetwas Erwärmendes, Aufhellendes. Aber nachdem die Königsblauen vom Champions-League-Debakel bei Manchester City zurückgeflogen waren und wieder Schalker Boden unter den Füßen hatten, goss es wie aus Kübeln. Passend zur Situation.

Es ehrt Domenico Tedesco, dass er sich auch im größten Sturm als tapferer Kämpfer präsentiert und gewillt ist, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Flucht ist für ihn keine Option. Doch nach den Pleiten gegen Mainz (0:3), Fortuna Düsseldorf (0:4) und Man City (0:7) ist klar: Es geht nicht mehr, es gibt nicht die erhoffte Trendwende.

Schalkes Bosse wollten die Erkenntnisse der letzten Spiele noch einmal sacken lassen und sich erst am Donnerstag erklären. An ihrer Entscheidung, Domenico Tedesco vor dem wichtigen Bundesliga-Heimspiel gegen RB Leipzig am Samstag aus der Verantwortung zu nehmen, wird sich wohl nichts mehr ändern. Besser ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende.

Tedesco ist nicht alleine schuld an der Schalker Krise, er hat sie aber mit zu verantworten. Sein Wunschspieler Sebastian Rudy, der der neue Kopf auf Schalke werden sollte, hat bis jetzt nicht gezündet. Durch den Wechsel auf der Torwart-Position (Kapitän Fährmann raus, Talent Nübel rein) machte sich der Trainer eine zusätzliche Baustelle auf und schwächte den sehr sensiblen Spielführer. Hinzu kam ein schleichender Prozess: Die Undiszipliniertheiten im Kader nahmen immer größere Züge an. Am Ende hatte Tedesco einen großen Teil der Kabine gegen sich und wegen des unattraktiven Fußballs auch immer mehr Kredit bei den Fans verloren.

Schalke muss nun das Schlimmste verhindern. Mit einem Problemlöser, der weiß, wie man verunsicherte Teams schnellstens wieder zur Einheit formen kann. Gegen Leipzig läuft es auf eine Interimslösung mit Co-Trainer Seppo Eichkorn hinaus. Dann muss die Länderspielpause zum Neuanfang genutzt werden.

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