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FC Schalke 04: Der Fakten-Check zu Wagners VAR-Kritik

Schalke-Trainer David Wagner

Schalke-Trainer David Wagner

Foto: firo

Gelsenkirchen.  Nach dem 2:1 gegen Union Berlin beschwerte sich Schalke-Trainer David Wagner erneut über die Schiedsrichter-Leistung. Liegt er richtig?

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Schalkes Trainer David Wagner bewahrt fast immer die Contenance - auch wenn die Spiele noch so hektisch oder emotional verlaufen sind. Auch nach dem 2:1-Erfolg über den 1. FC Union Berlin am Freitagabend trug Wagner seine Kritik mit einem ruhigen Tonfall vor - aber seine Kritik hatte es in sich. Es ging dem Trainer von Schalke 04 um den Foulelfmeter, den Schiedsrichter Schlager den Berlinern zugesprochen hatte und der zum zwischenzeitlichen 1:1 führte. Dass er nicht berechtigt war, gestanden nach dem Spiel selbst die Berliner.

Wagner holte in der Pressekonferenz zu einer Generalkritik aus: "In meinen Augen war das kein Elfmeter. Ganz im Gegenteil. Wieder einmal wurde eine wichtige Aktion gegen uns gepfiffen. Das ist uns häufig passiert in den ersten 13 Spielen."

Stimmt das auch? Hat Wagner gute Gründe, sich über den Video-Assistenten (VAR) zu beschweren? Hier ist unser Fakten-Check. Es geht um fünf umstrittene Szenen in dieser Saison.

1. Szene: Schalke - Bayern München 0:3 - Handspiel von Bayern-Spieler Pavard im eigenen Strafraum (56., Spielstand 0:2)

Beim Stand von 0:2 bekam Benjamin Pavard vom FC Bayern München den Ball im Strafraum nach einem Kopfball von Schalkes Innenverteidiger Matija Nastasic an den Arm. Schiedsrichter Marco Fritz ließ weiterlaufen. Eine Entscheidung, die Schiedsrichter-Chef Lutz-Michael Fröhlich nachvollziehen konnte: „Einerseits ist der Arm weit vom Körper abgespreizt. Andererseits stellt sich die Frage, ob die Arm- beziehungsweise Handbewegung den Körper bei diesem Bewegungsablauf wirklich unnatürlich vergrößert, zumal Pavards rechter Arm im Sprung noch durch den Spieler Weston McKennie eingeklemmt ist."

Unser Urteil: Die Entscheidung ist zwar durch die Regeln gedeckt, der Ärger aber verständlich.

2. Szene: Schalke - Bayern München - Handspiel von Bayern-Spieler Ivan Perisic im eigenen Strafraum (63., Spielstand 0:2)

Eindeutiger fällt die Bewertung aller Beteiligten beim Handspiel von Ivan Perisic aus. Daniel Caligiuri schoss den Ball bei einem direkten Freistoß aufs Tor, Perisic stand in der Mauer und wehrte den Ball mit dem linken Arm ab. "Das ist ein strafbares Handspiel, welches mit Strafstoß zu ahnden ist", sagte Fröhlich dazu.

Unser Urteil: Wagner ärgert sich zurecht.

3. Szene: Schalke - Borussia Dortmund 0:0 - Handspiel von BVB-Spieler Thorgan Hazard im eigenen Strafraum (59.)

Schalkes Spieler verrieten nach dem Derby-Abpfiff, dass sich selbst BVB-Profis gewundert hätten, warum Schiedsrichter Felix Brych nach einem Handspiel von Thorgan Hazard nicht auf den Elfmeterpunkt gezeigt hatte - und dass die Video-Assistenten in Köln sich nicht meldeten. "Vielleicht war's dunkel im Keller", scherzte Schalkes Team-Manager Sascha Riether. Auch diesmal stützten die DFB-Schiedsrichter-Bosse um Fröhlich ihren Mann: "Der Dortmunder Spieler Hazard ist nicht zur Abwehr auf den Ball orientiert." Hazard hätte versucht, den Arm aus dem Gefahrenbereich "zu nehmen", daher sei die Entscheidung, weiterlaufen zu lassen.

Unser Urteil: Wagner ärgert sich zurecht, Brychs Entscheidung und die DFB-Begründung verwundern sehr.

4. Szene: FC Augsburg - FC Schalke 04 2:3 - Handspiel von Bastian Oczipka, ein Elfmeter führt zum 2:1 für Augsburg (61.).

Und wieder ein Handspiel! “Schön, dass diese Situation nicht das Spiel entschieden hat”, sagte Wagner nach dem 3:2-Erfolg in Augsburg. Bastian Oczipka hatte den Ball gegen den Arm bekommen, nach einem Video-Studium pfiff Schiedsrichter Ittrich Elfmeter. "Ich weiß es nicht. Ich blicke es nicht mehr", sagte Wagner über die Handspiel-Regel.

Unser Urteil: Der Pfiff ist regeltechnisch okay - der Ärger aber verständlich, da eine ähnliche Szene im Derby keinen Elfmeter für Schalke zur Folge hatte.

5. Szene: FC Schalke 04 - 1. FC Union Berlin 1:1 - Foul von Matija Nastasic, ein Elfmeter führt zum 1:1 (36.).

In der 36. Minute, Schalke führte mit 1:0, streckte Matija Nastasic im Strafraum seinen Fuß aus. Der Berliner Robert Andrich stürmte mit dem Ball auf Nastasic zu und hob dann ab - ohne aber berührt worden zu sein. Eine Schwalbe! Dennoch gab es Elfmeter - und noch schlimmer: Video-Assistent Deniz Aytekin griff nicht ein. Ein klarer Fehler.

Unser Urteil: In VAR-Zeiten eine unverzeihlicher Fehler.

Das VAR-Fazit

In der Tat hat Schalke-Trainer Wagner mehrere gute Gründe, sich über die umstrittenen Entscheidungen der Schiedsrichter zu beschweren. Denn bei noch keinem eigenen Tor profitierte Schalke von einer Entscheidung des Video-Assistenten.

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