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Heidel schließt weiteren Transfer für Schalke 04 nicht aus

Schalkes Sportvorstand Christian Heidel

Schalkes Sportvorstand Christian Heidel

Peking  Christian Heidel möchte einen weiteren Zugang beim FC Schalke 04 nicht ausschließen. Der Sportchef schaut sich die linke Abwehrseite genau an.

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Schalkes Sportvorstand Christian Heidel stieg mit einem guten Gefühl in den Lufthansa-Airbus 340. Auf dem neuneinhalbstündigen Rückflug von Peking nach Frankfurt (Flugnummer LH0721) nahm der 55-Jährige viele positive Eindrücke mit in die Heimat. „Wir waren zum dritten Mal in Folge in China. Es war überragend, dass wir von unserer ersten Reisestation Kunshan mit dem Zug nach Peking gefahren sind. Das hat uns den Check-In und Check-Out am Flughafen erspart. Auch mit dem Klima haben wir Riesenglück gehabt. Unser Trainer Domenico Tedesco war mit der ganzen Reise zufrieden.“

Heidel ging sogar so weit, dass er die zehntägige Tour nicht vorrangig als PR-Trip abstempelte. „Den Begriff Marketing-Reise würde ich fast abhaken. Natürlich haben wir Schalke durch unseren Aufenthalt wieder ein Stück weit bekannter gemacht, aber aus sportlicher Sicht war es für uns ein richtiger Start in die Vorbereitung. Aus meiner Sicht war es eine China-Reise mit Sternchen.“

Sané stößt Mitte Juli zum Team

Christian Heidel nutzte die Gelegenheit auch, um mit dem einen oder anderen Spieler Gespräche zu führen und sich Meinungen über die verpflichteten Mark Uth, Omar Mascarell, Suat Serdar sowie Steven Skrzybski einzuholen. „Ich habe dabei gemerkt, dass unsere Neuzugänge schon sehr gut integriert sind. Das Feedback aus dem Team ist so, dass jeder unsere neuen Spieler als qualitative Verstärkungen einschätzt“, sagt der Manager. Mit Salif Sané, der mit Senegal an der Fußball-WM in Russland teilnahm, stößt ein weiterer Neuzugang Ende Juli hinzu.

Die Frage, ob Schalkes Transferaktivitäten zumindest auf der Seite der Zugänge beendet ist, beantwortet der Kaderplaner so: „Ich will nicht ausschließen, dass wir noch einen Spieler holen.“ Auf der linken Defensivseite könnte ein Engpass entstehen, da Bastian Oczipka nach seiner Leisten-Operation noch einige Wochen benötigt. Alternative Abdul Rahman Baba („Ich bin bei 70 Prozent“) soll nach seiner schweren Knieverletzung durch möglichst viel Spielpraxis herangeführt werden. Heidel: „Baba braucht Einsätze, das ist das A und O. Teilweise fehlt ihm in den Aktionen noch das Zutrauen. Er ist ein überragender Fußballer.“

Baba ist noch ausgeliehen

Heidels Zwickmühle: Sollte er noch einen linken Defensivspieler unter Vertrag nehmen, könnte es irgendwann ein Überangebot geben. „Bastian Oczipka hat noch langfristig Vertrag, Baba ist von Chelsea noch ein Jahr ausgeliehen, dazu käme dann noch ein möglicher neuer Mann: Wir schauen uns das jetzt erst einmal an.“ Die Berater haben jedenfalls ihre Antennen ausgefahren. Heidel: „Da muss irgendetwas in der Zeitung gestanden haben. Uns sind in den vergangenen drei Tagen 20 Linksverteidiger angeboten worden.“

Am Abend nach dem Testspiel gegen Kooperationspartner Hebei Fortune FC, das die Schalker 3:1 gewannen, saß Heidel noch lange mit den Verantwortlichen von Hebei zusammen. „Das war ein Erlebnis. Wir wussten zum Teil nicht, was wir da gerade an chinesischen Speisen auf dem Teller hatten. Und keiner sprach ein Wort Englisch“, so Heidel.

Austausch mit Chris Coleman

Mit Übersetzer klappte die Verständigung allerdings doch. Und so erfuhr Schalkes Manager unter anderem, dass der Klub-Besitzer pro Jahr 120 Milliarden Euro Umsatz mit seiner Baufirma Fortune macht. Heidel: „Die Firma baut ganze Städte, das kann man sich so gar nicht vorstellen.“ Auch mit Hebeis Trainer Chris Coleman, der vor zwei Jahren die walisische Nationalelf bei der Europameisterschaft betreute, tauschte sich Heidel aus. Sein Fazit: „Ein witziger Typ mit einer tollen Ausstrahlung.“

Bis Schalke tatsächlich in Form von Spielern von der Kooperation profitiert, wird es allerdings dauern. „Dass irgendwann ein Chinese nach Deutschland kommt, davon träumen alle Erst- und Zweitligisten. Die Frage ist, ob der Weg über die Jugend zu den Profis irgendwann mal funktioniert. Wenn das so ist, dann holen wir den talentiertesten 16- oder 17-Jährigen aus Hebei zu uns.“ Doch Schalke hat mit der Kooperation gerade erst gesät. Geerntet wird frühstens in ein paar Jahren.

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