Schalke

Schalkes Fährmann: "Für mich war klar, dass ich die Nummer 1 bleibe"

Hat seine Adduktorenverletzung auskuriert: Schalkes Stammtorwart Ralf Fährmann.

Hat seine Adduktorenverletzung auskuriert: Schalkes Stammtorwart Ralf Fährmann.

Foto: firo

Gelsenkirchen.  Alexander Nübel hat Ralf Fährmann überzeugend vertreten. Für den Kapitän hat sich an der Rollenverteilung auf der Schalker Torwartposition aber nichts verändert.

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Es ist kalt auf Schalke, es ist richtig ungemütlich. Starker Wind wirbelt am Dienstagnachmittag den Sand auf der Großbaustelle auf. Ralf Fährmann lässt sich davon nicht beirren, der Kapitän geht voran - wenn auch mit Wollmütze und dicker Winterjacke bekleidet. Stärke demonstrieren - darum geht es in der aktuellen Situation der Königsblauen. Nach dem spielfreien Wochenende geht es am Samstag in der Bundesliga wieder um Punkte, um 18.30 Uhr ist der 1. FC Nürnberg in der Veltins-Arena zu Gast.

Nach elf Spieltagen sind der Champions-League-Teilnehmer Schalke und der Aufsteiger 1. FC Nürnberg mit jeweils zehn Punkten punktgleich. Nur wegen des besseren Torverhältnisses stehen die Schalker auf Rang 14, der FCN folgt auf Rang 15. „Ein Sieg ist fast Pflicht für uns“, sagt Ralf Fährmann, der seine Adduktorenverletzung auskuriert hat und wie schon beim 0:3 vor knapp anderthalb Wochen bei Eintracht Frankfurt wieder im Tor stehen wird.

Fährmann: "Jeder Ausfall tut uns wahnsinnig weh"

Die Verletzungssorgen auf Schalke sind trotz Fährmanns Genesung aber nicht kleiner geworden - im Gegenteil. Vor allem im Sturm haben die Schalke große Probleme. Mark Uth, Breel Embolo und Cedric Teuchert werden definitiv ausfallen. Hinter dem Einsatz von Guido Burgstaller, der über Leistenprobleme klagt, steht noch ein Fragezeichen. „Jeder Ausfall tut uns wahnsinnig weh“, sagt Fährmann und ergänzt: „Mit mannschaftlicher Stärke und Geschlossenheit wollen wir das aber auffangen.“

Mit erst acht erzielten Toren stellen die Schalker gemeinsam mit Schlusslicht VfB Stuttgart die harmloseste Offensive der Liga. Das große Manko in den vergangenen Partien war die miserable Chancenverwertung. „Wir sind in sehr viele torgefährliche Situationen gekommen, haben uns aber leider nicht belohnt. Das letzte Quäntchen Glück hat uns gefehlt, vielleicht auch das letzte Quäntchen Tüchtigkeit“, sagt Fährmann, der bis zu seiner Oberschenkelverletzung, die er sich vor einem Monat beim Aufwärmen vor dem Heimspiel gegen Werder Bremen zugezogen hat, in 117 Spielen in Folge in der Startelf stand. „Bei Muskelverletzungen weiß man nie so genau, wie der Körper reagiert. Aber ich war trotzdem schneller als mein Zeitplan, weil ich alles dafür getan habe, wieder fit zu werden und zu spielen“, sagt er.

Einige Schalke-Fans befürworten Wachablösung

Fährmanns Vertreter war Alexander Nübel. Der 22-Jährige hat ihn in sechs Partien vertreten und seine Sache mehr als gut gemacht. Es gibt nicht wenige Fans, die sogar eine Wachablösung befürworten, weil Nübel mit dem Ball am Fuß deutlich stärker sei. Aus Sicht von Fährmann hat sich an der Rollenverteilung auf der Schalker Torwartposition nichts verändert. „Für mich war von Anfang an klar, dass ich die Nummer eins bleibe“, sagt er und ergänzt: „Ich freue mich aber für Alex, dass er der Öffentlichkeit mal zeigen konnte, welche Qualitäten er besitzt.“

Ob U21-Nationaltorwart Nübel auf seine nächste Chance auf Schalke warten, oder aber in einem anderen Klub Spielpraxis sammeln soll, vermag der acht Jahre ältere Ralf Fährmann nicht einzuschätzen. Er selbst verließ Schalke im Sommer 2009 und sammelte bei Eintracht Frankfurt Erfahrung, bevor ihn Schalke zwei Jahre später erneut verpflichtete. Fährmann: „Leider gibt es kein Erfolgsrezept für eine Fußballkarriere. Es gibt auch keinen Weg, an dem man sich orientieren kann. Dafür ist der Erfolg von zu vielen Faktoren abhängig. Deshalb muss Alex das für sich selbst entscheiden.“

221. Schalke-Spiel für Fährmann

Ein Modell, wie in einigen Klubs üblich, dass der Ersatzkeeper zumindest die Pokal-Spiele bestreitet, lehnt Ralf Fährmann ab. „Es gibt keinen Spieler, der freiwillig auf ein Spiel verzichtet. Ich freue mich über jedes Spiel und hätte nichts dagegen, wenn es 80 oder 100 Partien pro Saison geben würde. Wir haben das Privileg, dass wir unseren Traum leben dürfen. Deshalb genieße ich jeden Tag und deshalb kann es nie genug Spiele geben.“ Das Spiel gegen den 1. FC Nürnberg am Samstag wird sein 221. Spiel für Schalke sein.

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