Revierderby

So erklärt Schalke-Trainer Tedesco seine Auswechslungen

Umstrittener Wechsel von Schalke-Trainer Domenico Tedesco (r.): Guido Burgstaller (Mitte) geht, Hamza Mendyl (l.) kommt.

Umstrittener Wechsel von Schalke-Trainer Domenico Tedesco (r.): Guido Burgstaller (Mitte) geht, Hamza Mendyl (l.) kommt.

Foto: imago

Gelsenkirchen.  Schalke-Trainer Domenico Tedesco wechselte im Derby gegen den BVB ungewöhnlich aus. Nach der 1:2-Niederlage gab es deshalb viel Kritik.

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Enttäuschung beim FC Schalke 04 nach der 1:2-Derby-Niederlage gegen den Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund: Viele Fans kritisierten vor allem Trainer Domenico Tedesco für seine Auswechslungen. Darauf reagierte Tedesco nach dem Spiel.

Bereits in der 36. Minute musste Tedesco reagieren. Torjäger Guido Burgstaller hatte sich verletzt und musste beim Stand von 0:1 raus. Da die Stürmer Mark Uth, Steven Skrzybski, Breel Embolo und Franco Di Santo verletzt passen mussten, blieben als offensive Alternativen auf der Bank nur Yevhen Konoplyanka und Cedric Teuchert. Doch Tedesco brachte den gelernten Linksverteidiger Hamza Mendyl, der fortan mit Weston McKennie den Schalke-Sturm bildete - und McKennie ist eigentlich auch gelernter Mittelfeldspieler.

Schalke: Bentaleb nach Auswechslung verärgert

Für Mendyl sprach laut Tedesco vor allem eins: "Wir wollten jemanden mit Tempo im Sturm haben. Mendyl ist unser schnellster Spieler, der die Tiefe attackieren kann." Doch dieser Wechsel ging nicht auf. Die Bilanz von Aushilfsstürmer Mendyl: kein Torschuss, nur 26 Ballkontakte, von neun Zweikämpfen lediglich vier gewonnen. Nach dem 1:2 (74. Minute) konnte Schalke in der Schlussphase nicht mehr zulegen, weil gute Stürmer fehlten. Das gab selbst Tedesco zu. "Wir hatten keine Stürmer mehr, die die Bälle festgemacht haben. So kam keine Entlastung. Das war zu wenig Power", sagte Tedesco. Sky-Experte Christoph Metzelder, früher für Schalke und den BVB am Ball, konnte die Wechsel auch nicht verstehen: "Mendyl war völlig verloren da vorn."

Auch der zweite Wechsel des Tages in der 55. Minute war umstritten - vor allem bei Nabil Bentaleb, der ausgewechselt worden war. Vor einer Woche, beim 1:1 in Hoffenheim, hatte Bentaleb im Mittelfeld-Zentrum eine gute Leistung gezeigt. "Es ist logisch, dass jemand unzufrieden ist, wenn er im Derby ausgewechselt wird", erklärte Tedesco nach dem Spiel und ergänzte: "Er hatte Schmerzen im Leistenbereich, wir hatten nicht mehr das Gefühl, dass er so fit war wie zu Spielbeginn." Für Bentaleb kam Suat Serdar, der aber keine Akzente mehr setzen konnte.

Yevhen Konoplyanka, Derbyheld in der Rückrunde der vergangenen Saison, kam erst in der 76. Minute, zwei Minuten nach dem entscheidenden Gegentor zum 1:2. Konoplyankas Bilanz diesmal: sechs Ballkontakte, kein Zweikampf gewonnen.

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